LONDON (IT BOLTWISE) – Zwei kritische Zero-Day-Schwachstellen in Ivantis Mobile-Management-Software wurden für Angriffe auf europäische Regierungsstellen ausgenutzt. Die Sicherheitslücken ermöglichen Angreifern die vollständige Fernsteuerung betroffener Systeme. Ivanti hat temporäre Notfall-Patches bereitgestellt, doch die Bedrohungslage bleibt angespannt.

Die jüngsten Angriffe auf europäische Regierungsstellen haben die Verwundbarkeit von Ivantis Mobile-Management-Software dramatisch aufgezeigt. Zwei Zero-Day-Schwachstellen, die als extrem kritisch eingestuft werden, ermöglichen es Angreifern, die vollständige Kontrolle über betroffene Systeme zu übernehmen, ohne dass eine Benutzerinteraktion erforderlich ist. Diese Schwachstellen befinden sich in den Funktionen zur Verteilung von In-House-Anwendungen und dem Android-Dateitransfer.
Besonders betroffen ist die On-Premise-Lösung Endpoint Manager Mobile (EPMM) von Ivanti. Die Sicherheitslücken, die unter den Kennungen CVE-2026-1281 und CVE-2026-1340 bekannt sind, wurden bereits für Angriffe auf die niederländische Datenschutzbehörde und den Rat für die Rechtspflege genutzt. Auch die Europäische Kommission war Ziel eines Angriffs, der jedoch innerhalb von neun Stunden eingedämmt werden konnte.
Ivanti hat temporäre Notfall-Patches in Form von RPM-Skripten bereitgestellt, die jedoch nach jeder Software-Aktualisierung erneut angewendet werden müssen. Diese temporären Lösungen sind nur ein erster Schritt, da ein permanenter Fix erst für das Frühjahr 2026 angekündigt ist. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat die Schwachstellen in ihren Katalog aufgenommener Bedrohungen aufgenommen und fordert eine sofortige Absicherung.
Die Bedrohung durch solche Schwachstellen ist symptomatisch für eine zunehmende Gefahr, die von internetorientierten Netzwerk-Komponenten ausgeht. Produkte wie Ivanti EPMM sind besonders anfällig, da sie oft von außen erreichbar sein müssen und somit ein Einfallstor in Firmennetzwerke bieten. Die CISA listet seit Ende 2021 insgesamt 31 kritische Schwachstellen in Ivantis Produkten, was auf eine intensive Beobachtung durch Cyberkriminelle und staatlich unterstützte Akteure hindeutet.
Für betroffene Organisationen bedeutet dies, dass sie nicht nur die temporären Patches anwenden, sondern auch aktiv nach Anzeichen für Kompromittierungen suchen müssen. Dazu gehört das Prüfen von Zugangslogs und das Zurücksetzen aller relevanten Passwörter. Die Lehre aus diesem Vorfall ist klar: In der heutigen Bedrohungslage ist das Einspielen von Patches nur die Basis. Vom schlimmsten Fall auszugehen, ist die einzig vernünftige Strategie.
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