STANFORD / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein KI-Agent hat in einem Experiment der Stanford-Forscher die Netzwerke der Universität gehackt und dabei menschliche Hacker übertroffen. Der Agent, genannt ARTEMIS, entdeckte Sicherheitslücken, die von Menschen übersehen wurden, und das zu einem Bruchteil der Kosten eines professionellen Penetrationstesters.

In einem bemerkenswerten Experiment an der Stanford University hat ein KI-Agent namens ARTEMIS die Netzwerke der Universität gehackt und dabei neun von zehn menschlichen Hackern übertroffen. Diese Studie, die von Stanford-Forschern durchgeführt wurde, zeigt, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Bereich der Cybersicherheit nicht nur effizienter, sondern auch kostengünstiger sein kann. ARTEMIS arbeitete 16 Stunden lang und entdeckte Sicherheitslücken, die von menschlichen Testern übersehen wurden.
Die Kosten für den Betrieb von ARTEMIS belaufen sich auf etwa 18 US-Dollar pro Stunde, was deutlich unter dem durchschnittlichen Jahresgehalt eines professionellen Penetrationstesters von etwa 125.000 US-Dollar liegt. Eine fortgeschrittenere Version des KI-Agents kostet 59 US-Dollar pro Stunde und bleibt damit immer noch günstiger als die Beauftragung eines menschlichen Experten. Die Forscher Justin Lin, Eliot Jones und Donovan Jasper, die sich auf KI-Agenten, Cybersicherheit und maschinelles Lernen spezialisiert haben, entwickelten ARTEMIS, um die Herausforderungen bestehender KI-Tools zu überwinden.
ARTEMIS erhielt Zugang zu einem Netzwerk von etwa 8.000 Geräten, darunter Server, Computer und Smart Devices. Während menschliche Tester mindestens zehn Stunden arbeiten mussten, konnte ARTEMIS in der gleichen Zeit neun gültige Sicherheitslücken mit einer Erfolgsquote von 82 % aufdecken. Einige dieser Schwachstellen blieben den menschlichen Testern verborgen, da sie aufgrund technischer Einschränkungen nicht auf bestimmte Server zugreifen konnten.
Obwohl ARTEMIS in der Lage war, mehrere Ziele gleichzeitig zu untersuchen, indem es bei der Entdeckung von Auffälligkeiten zusätzliche Sub-Agenten einsetzte, hatte es Schwierigkeiten mit Aufgaben, die eine Interaktion mit grafischen Benutzeroberflächen erforderten. Dies führte dazu, dass eine kritische Sicherheitslücke übersehen wurde. Dennoch zeigt die Studie, dass KI-gestützte Systeme eine wertvolle Ergänzung zu menschlichen Fähigkeiten in der Cybersicherheit darstellen können.
Die Fortschritte in der KI-Technologie haben die Barrieren für Hacking und Desinformationsoperationen gesenkt, was es böswilligen Akteuren ermöglicht, ihre Angriffe zu verstärken. Berichten zufolge nutzte eine nordkoreanische Hackergruppe KI-Modelle, um gefälschte militärische Ausweise für Phishing-E-Mails zu erstellen. Diese Entwicklungen unterstreichen die Notwendigkeit, sowohl die Chancen als auch die Risiken der KI im Bereich der Cybersicherheit sorgfältig abzuwägen.
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