KIEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Kieler Institut für Weltwirtschaft kritisiert den Fokus der Modernisierung der Bundeswehr. Präsident Moritz Schularick fordert, mehr Mittel in KI, Robotik, Drohnen und Satellitentechnik zu lenken statt in Panzer, Fregatten und weitere (laut Kritik) bereits veraltete Technologien. Er verlangt außerdem einen zentralen Koordinator für die militärische Beschaffung im Kanzleramt, um Industrie und Start-ups schneller auf gemeinsame Ziele auszurichten. Das Verteidigungsministerium weist die Vorwürfe zurück und betont Zwischenetappen zur Einsatzbereitschaft bis 2029 sowie hohe Budgets für Digitalisierung und Weltrauminfrastruktur.

Im Streit um die Modernisierung der Bundeswehr prallen zwei Logiken aufeinander: Auf der einen Seite steht eine Beschaffung, die stark auf große, heutige Waffenkategorien setzt. Auf der anderen Seite fordert das Kieler Institut für Weltwirtschaft eine strategische Verschiebung hin zu Systemen, die sich schneller an neue Lagen anpassen lassen. Präsident Moritz Schularick argumentiert, dass das weitgehend kreditfinanzierte Modernisierungsprogramm bis 2030 nur dann wirtschaftlich und operativ wirksam wird, wenn es nicht primär in Panzer, Schiffe und Soldaten investiert, sondern konsequent Kapazitäten für KI-gestützte Entscheidungsprozesse, Robotik, Drohnen sowie Satellitentechnik aufbaut. Gerade dort sieht er Deutschlands Stärken, während er zugleich auf eine realistische Engstelle verweist: Es fehle nicht an Know-how, sondern an ausreichender Zahl an Menschen, die dauerhaft an personal- und flächenintensive Strukturen gebunden werden könnten.
Technisch verdichtet sich Schularicks Kritik auf ein Muster, das in vielen Industrieprojekten wiederkehrt: Wenn Beschaffung vor allem bedeutet, einzelne, hochkomplexe Geräte in kleiner Stückzahl zu bestellen, bleibt die Skalierung in der Krise aus. Sein Gegenvorschlag lautet deshalb, Produktionskapazitäten zum eigentlichen Ziel zu machen. Im Kern meint das eine Verlagerung von der Frage „Welche Plattform kaufen wir?“ hin zu „Welche Produktionslinie, Lieferkette und Fertigungsfähigkeit kann der Staat in Friedenszeiten absichern, damit im Ernstfall die Ausbringung hochfährt?“. Schularick formuliert das pointiert: nicht das einzelne Gerät ordern, sondern die Fabrik, die dann im Bedarfsfall schnell mehrere tausend Stück pro Jahr liefern kann, wobei der Staat eine Prämie zahlen müsse, weil Unternehmen die Vorhaltung ohne öffentliche Absicherung als wirtschaftlich nicht hinreichend betrachten.
Damit verbindet der IfW-Chef einen Organisationsvorschlag, der für die Umsetzung entscheidend sein kann: Ein einzelnes Ministerium sei aus seiner Sicht zu langsam und zudem organisatorisch überfordert, wenn parallel die deutsche und die europäische Verteidigungsstrategie neu ausgerichtet werden soll. Schularick fordert deshalb eine zentrale Stelle für die Beschaffung im Kanzleramt, die Industrie, Start-ups und beteiligte Ministerien zusammenbringt, Reibungsverluste abbaut und die Aktivitäten auf ein Zielbild fokussiert. In der Debatte verweist er dabei auf prominente mögliche Rollen: Er nennt etwa den früheren Telekom-Vorstandschef René Obermann oder den früheren Airbus-Manager Tom Enders als Rüstungskoordinator. Inhaltlich knüpft diese Idee an ein breites Spektrum an Beschaffungspraktiken an, das bei modernen Systemen wie KI-gestützten Aufklärungsketten, autonomen Plattformen und satellitengestützter Kommunikation oft stärker von Schnittstellen-Management, Software-Iterationszyklen und industrieller Skalierung abhängt als von der „letzten Meile“ der Plattformabnahme.
Das Verteidigungsministerium hält dagegen. Nach Angaben eines Sprechers werde die Diskussion zwar wahrgenommen, gehe jedoch an der Sachlage vorbei. Die Bundeswehr müsse bis 2029 bereit sein, gegen einen möglichen Angriff zu schützen; zugleich sei klar, dass neueste Innovationen bis dahin nicht vollständig „auf dem Hof“ stehen könnten. Deshalb gebe es einen zweiten Schritt. Zudem beschaffe die Bundeswehr modernste Waffensysteme, darunter der Tankappenjet F-35; Digitalisierung sei dabei kein Nebenprojekt, sondern werde als eigener Schwerpunkt behandelt. Der Sprecher nennt allein 20 Milliarden Euro für die Digitalisierung der Streitkräfte und weitere 35 Milliarden für militärische Infrastruktur im Weltraum; außerdem seien mehrere Milliarden für Kamikazedrohnen vorgesehen. Damit rückt die Argumentation von Schularick in einen anderen Bezugsrahmen: Nicht „Drohnen oder Panzer“, sondern „Einsatzbereitschaft jetzt plus Innovationsnachführung“.
Auch an der Frage, wie Kriege der Zukunft tatsächlich geführt werden, zeigt sich, wie unruhig die technologischen Narrative sind. Zwar wird im Verteidigungsbereich weithin akzeptiert, dass Drohnen und der schnelle Zugriff auf Daten die zentrale Rolle in vielen Szenarien verändern. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums warnt jedoch zugleich davor, den „Drohnenkrieg“ als alleinige Blaupause zu verstehen: Drohnen alleine und vor allem einfache Drohnensysteme würden den Krieg der Zukunft nicht entscheiden. Zur Einordnung zieht er das Bild einer Kriegsrealität heran, in der Abschreckung und Kampf weiterhin auch von klassischen Großwaffensystemen geprägt bleiben. Eine ähnliche Skepsis formuliert Armin Papperger, der nach Darstellung in der Debatte betont, dass sich der Charakter von Konflikten nicht dadurch verzerre, dass Erzählungen eine rein drohnenbasierte Zukunft versprechen. Für die Beschaffungsplanung bedeutet das: KI-gestützte Entscheidungsunterstützung und unbemannte Systeme müssen sich an die Fähigkeiten „großer“ Plattformen anschmiegen, statt sie pauschal zu ersetzen.
Für Unternehmen, die sich in der Verteidigungs- und Zulieferlandschaft positionieren wollen, liegt die eigentliche praktische Frage daher weniger in der Schlagwortwahl „KI statt Stahl“ als in der Ausgestaltung von Schnittstellen und Skalierung. Wenn der Staat Produktions- und Integrationskapazitäten stärker als Ziel definiert, verlagert sich die Wertschöpfung zu Bereichen wie Sensorik-Datenpipelines, Software-Updates, industrieller Vorfertigung und der Fähigkeit, Fertigung in kurzen Zeitfenstern hochzufahren. Gleichzeitig macht das Beharren auf Zwischenetappen bis 2029 deutlich, dass Kundenanforderungen und Budgetlogik kurzfristig handlungsfähig bleiben müssen, während neue Systemarchitekturen iterativ nachgezogen werden. Genau hier kann ein zentraler Koordinator im Kanzleramt als Taktgeber wirken, sofern er Beschaffungszyklen, Industriebeteiligung und technische Roadmaps tatsächlich zusammenführt – und nicht nur verwaltet.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "KI, Drohnen und Robotik: Streit um Modernisierung der Bundeswehr" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "KI, Drohnen und Robotik: Streit um Modernisierung der Bundeswehr" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »KI, Drohnen und Robotik: Streit um Modernisierung der Bundeswehr« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!