SCHLUEIN BEI FLIMS/LAAX / LONDON (IT BOLTWISE) – Am Freitag, 11. September 2026, wird Schloss Löwenberg in Schluein zum Treffpunkt für 43 ausgewählte KI-Startups. Die Teams nennen einen Finanzierungsbedarf von insgesamt CHF 68 Millionen und rechnen mit dem Potenzial für rund 900 neue Arbeitsplätze in drei bis fünf Jahren. Im Fokus steht jedoch nicht nur das Pitching, sondern ein vorab organisiertes Matchmaking zwischen Startups und Kapital- sowie Umsetzungspartnern. Das Event kombiniert Speed-Datings, strukturiertes Feedback zu Pitchdecks und ein mehrstufiges Programm bis in den Abend.

Die Nachricht klingt zunächst nach einem klassischen Startup-Event: Schloss Löwenberg in Schluein öffnet am Freitag, 11. September 2026, seine Türen für Gründerinnen und Gründer, Investoren, Unternehmen und Innovationspartner. Doch der eigentliche Schwerpunkt liegt laut den Veranstaltungsangaben im Matchmaking – also darin, dass sich Startups und potenzielle Unterstützer nicht erst vor Ort „zufällig“ finden, sondern die relevanten Gesprächsthemen bereits im Vorfeld festlegen. Von 14 bis 21 Uhr sollen die 43 ausgewählten KI-Startups genau die Kontakte bekommen, die für den nächsten Wachstumsschritt entscheidend sind: Kapital, Know-how, Marktzugang, Kooperationen oder konkrete Anwendungen.
Statt auf Best-of-Pitches setzt das Format bewusst auf eine nachgelagerte Wirkung: Zehn der meistgewünschten Startups präsentieren sich auf Schloss Löwenberg und stehen für persönliche Speed-Datings bereit. Zusätzlich erhalten alle angemeldeten Startups schriftliches Feedback zu ihren eingereichten Pitchdecks – und zwar nicht nur in Form von generischen Verbesserungswünschen. Es ist ausdrücklich auch eine weltweite Wettbewerbsanalyse, eine Marktpotenzialanalyse sowie eine Teambeurteilung vorgesehen. So entsteht ein Prozess, der die Hürde „Pitch-Tag“ aus dem Zentrum nimmt und die Qualität der Vorbereitung für Pilotprojekte, Kundenakquise oder Finanzierung in den Vordergrund stellt.
Die Größenordnung unterstreicht dabei, warum die Veranstalter das Format als „mehr als Pitches“ beschreiben. Für die 43 teilnehmenden Teams wird ein gesamter Finanzierungsbedarf von rund CHF 68 Millionen angegeben. Gleichzeitig gehen die Startups davon aus, dass ihr Wachstum in den kommenden drei bis fünf Jahren das Potenzial für etwa 900 Arbeitsplätze eröffnet. Besonders interessant ist die regionale und internationale Zusammensetzung: 20 Prozent der Startups stammen aus Graubünden, die übrigen 80 Prozent kommen aus anderen Regionen der Schweiz sowie aus Österreich, Liechtenstein, Frankreich, Finnland, Südafrika und China. Diese Mischung verspricht nicht nur unterschiedliche Kundensegmente, sondern auch unterschiedliche Ansätze, wie KI in Geschäftsprozesse integriert wird.
Technisch und operativ zeigt sich die Bandbreite der Anwendungen ziemlich breit: Die Startups adressieren unter anderem Bauwirtschaft und Immobilien, Gastronomie und Hotellerie, Travel und Logistik, FinTech, MedTech und InsurTech, Industrie, Energie und Infrastruktur sowie öffentliche Verwaltung, LegalTech, Medien und eLearning. Innerhalb der Unternehmen soll KI außerdem in sehr verschiedenen Funktionsbereichen landen – von Strategie und Change Management über IT, Einkauf und Knowledge Management bis hin zu Key Account Management und Kundendienst. Auch die Geschäftsmodellfrage ist ein klarer Filter: 37 der 43 Startups verfügen laut Evaluation über Geschäftsmodelle mit dem Potenzial für nachhaltig hohe Margen, etwa über SaaS- und PaaS-Modelle, Patente, Marktplätze oder Aftersales-Services. Daneben werden bei 40 Unternehmen potenzielle Vertriebs- oder Exit-Partner als relevant eingeschätzt.
Für das Matchmaking-Design liefert das Eventformat zudem eine Art Referenz aus der letzten Runde: Am 13. Februar 2026 fanden auf Schloss Löwenberg bereits ein großes KI-Startup-Event statt, bei dem die zehn präsentierenden Startups insgesamt 141 Unterstützungsangebote von 70 anwesenden Investoren und Supportern erhalten haben. Diese Angebote reichten von Verwaltungsrats- und Beiratsmandaten über Kooperationen und Kontaktvermittlungen bis hin zu Vertriebspartnerschaften, Investitionen und Kundenbeziehungen. Der Schritt am 11. September überträgt dieses Prinzip konsequent in den KI-Kontext – mit der Erwartung, dass aus Begegnungen schnell verwertbare Entscheidungen werden können, etwa in Richtung Pilotprojekt oder erster zahlender Kunde.
Das Umfeld wirkt dabei wie ein bewusst gebautes Netzwerk entlang der gesamten Innovationskette. Unter den Firmenpartnern werden unter anderem AWT-Graubünden, SAP, IBM, RUAG, Büeler, SV Group, Swiss Re, Weisse Arena AG, Graubündner Kantonalbank, LGT, AMAG, Deloitte, Allreal, Huber+Suhner, Belimo und dormakaba genannt. Auch Bildungs- und Startup-Ökosysteme sind stark eingebunden – mit Netzwerken rund um ETH Zürich, HSG, ZHAW und FH Graubünden sowie Talent Kick und weiteren Startup- und Innovationsorganisationen. Auf Investorenseite gehören laut Angaben Business Angels Switzerland (BAS), SICTIC, Venture Club UZH, Aare Ventures, Verve, Mission Possible VC sowie weitere Venture-, Family-Office- und Startup-Netzwerke dazu. Dazu kommen Wirtschaftsförderer und Organisationen wie das Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden, Innosuisse, Greater Zurich Area, CSEM, Technopark Graubünden und die Region Surselva.
Programmatisch startet der Nachmittag um 14 Uhr mit einem Workshop zum Thema „How to coach/invest in startups“. Parallel dazu sollen im Café Casti das Welcome sowie die ersten 1:1-Speed-Datings mit den zehn ausgewählten Pitch-Startups beginnen. Um 16 Uhr folgt ein Einführungsreferat von Stefan Helsing (HSG, Löwenberg) zu möglichen Entwicklungsszenarien der Künstlichen Intelligenz. Von 16.30 bis 19 Uhr präsentieren die zehn Startups ihre Unternehmen jeweils mit zehn Minuten Vorstellung und fünf Minuten Fragen; zwischen 19 und 21 Uhr stehen Apéro, Flying Dinner und weitere persönliche Speed-Datings im Zentrum. Ab 21 Uhr klingt der Abend in der Pianobar im dritten Stock aus – mit einer Roboterdemo und einem Ausblick auf den nächsten Event im ersten Quartal 2027, der sich dem Thema Physical AI widmen wird; die Platzzahl ist auf 80 Personen begrenzt, anschließend wird eine Warteliste geführt. Für Unternehmen bedeutet das vor allem: KI wird hier nicht als Folie behandelt, sondern als konkreter Umsetzungshebel, der über Partnerbeziehungen in den Markt gelangen soll – und für Startups entsteht ein strukturierter Weg von der Analyse bis zur ersten Zusammenarbeit.
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