MANNHEIM / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Studium wird immer präsenter. Auf dem Q-Summit in Mannheim zeigt OpenAI, wie Chatbots wie ChatGPT das Lernen effizienter gestalten können. Doch nicht alle sind von dieser Entwicklung begeistert, da auch Risiken wie Betrug und ungleiche Nutzungsmöglichkeiten bestehen.

Die Integration von Künstlicher Intelligenz in den akademischen Alltag ist ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Auf dem Q-Summit in Mannheim, einer von Studierenden organisierten Startup-Messe, stand dieses Jahr OpenAI im Fokus. Das Unternehmen präsentierte, wie Chatbots wie ChatGPT Studierenden beim Lernen helfen können. Anhand von echten Chats wurde demonstriert, wie die KI beispielsweise Übungsaufgaben erstellt oder Lernpläne vorbereitet.
Für die Mitorganisatoren Konstantin Wadé und Nick Jüttner, die selbst BWL an der Universität Mannheim studieren, ist der Einsatz von KI-Sprachbots kaum mehr wegzudenken. Wadé betont, dass die KI ihm hilft, bei umfangreichen Präsentationen den Überblick zu behalten, während Jüttner die KI für die Erstellung von Lösungen zu Übungsaufgaben nutzt. Beide sehen in der KI eine Möglichkeit, effizienter und schneller zu arbeiten.
Eva Spannagl von OpenAI unterstreicht die Bedeutung der KI für die Vorbereitung auf den Jobmarkt. Sie sieht in der Nutzung von KI eine Chance für Studierende, kreativer und personalisierter zu lernen. Spannagl warnt jedoch davor, sich erst kurz vor dem Berufseinstieg mit der Technologie auseinanderzusetzen, da dies ein Risiko darstellen könnte.
Doch nicht alle sehen die Entwicklung positiv. Eine Erhebung der Goethe-Universität Frankfurt zeigt, dass fast 90 Prozent der Befragten beim akademischen Schreiben auf KI zurückgreifen. Experten warnen vor den Gefahren, die der Einsatz von KI mit sich bringen kann, wie Betrug bei Hausarbeiten oder das Verlernen des kritischen Denkens. Thilo Hagendorff, KI-Forscher an der Universität Stuttgart, schlägt vor, Prüfungsleistungen an die technischen Gegebenheiten anzupassen und mehr mündliche Prüfungen einzuführen.
Ein weiteres Problem ist der sogenannte “Digital Divide”, bei dem Männer und Studierende aus den Naturwissenschaften mehr KI nutzen als andere Gruppen. Zudem sind leistungsfähigere KIs oft teuer, was zu einer ungleichen Nutzung führt. Dennoch sind sich die Mannheimer Studierenden, der KI-Forscher und die Vertreterin von OpenAI einig, dass Chatbots als Tutor einen großen Fortschritt darstellen können. Exzellente Lehrpersonen sind selten, und hier kann die KI helfen, diesen Mangel auszugleichen.
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