STUTTGART-DEGERLOCH / LONDON (IT BOLTWISE) – Mirko Peters startet die M365Con als rein digitale, kostenlose Fachkonferenz für Microsoft 365, Copilot und Cloud-Technologien. Aus einer Phase der Arbeitslosigkeit heraus wollte er statt passivem Bewerben sichtbare Expertise aufbauen und wendete sich dafür an die Community. Die Konferenz wächst inzwischen über internationale Speaker-Formate hinaus und bereitet ab 2027 den Fokus auf KI-Agenten und Sicherheitsaspekte vor. Besonders auffällig: Die Organisation soll laut Plan weitgehend automatisiert über Cloud-Tools laufen.

Ausgangspunkt der M365Con ist keine klassische Gründerstory mit Pitch-Deck, sondern ein persönlicher Wendepunkt: Mirko Peters, IT-Consultant aus Stuttgart, berichtet, dass die Idee 2024 aus der Notwendigkeit entstand, seine Expertise im Microsoft-Umfeld sichtbar zu machen. Statt auf Angebote zu warten, wollte er eine Plattform schaffen, die Experten zusammenbringt – zunächst als „persönliches Schaufenster“, dann aber deutlich mehr. Diese Verschiebung vom individuellen Profil zur gemeinsamen Wissensbasis ist zugleich der Kern dessen, was die Veranstaltung heute ausmacht: praxisnahe Inhalte rund um Microsoft 365, Copilot und Cloud-Technologien sollen nicht an Reiseplänen und Konferenzbudgets scheitern, sondern barrierearm erreichbar sein.
Technisch betrachtet setzt die M365Con auf ein digitales Konferenzmodell, das in der beschriebenen Größenordnung vor allem zwei Hürden klärt: Reichweite und Infrastruktur. Für die kommende Ausgabe vom 11. bis 22. Januar 2027 soll die Konferenz rund 120 Sessions umfassen – und sie findet aus Stuttgart-Degerloch heraus statt. Peters nennt als „Zauberwort“ Community-Trust und radikale digitale Effizienz, verbunden mit einer vollständigen Organisation über moderne Cloud-Tools. Damit adressiert er genau die Engpässe, die bei großen Video-Formaten sonst schnell zum Flaschenhals werden: skalierbares Streaming für viele gleichzeitige Teilnahmen, zuverlässige Bereitstellung von Inhalten und ein Betrieb, der ohne dauerhaftes „Manpower-Last“-Setup funktioniert.
Inhaltlich ist der programmatische Schwerpunkt der Januar-Ausgabe besonders klar umrissen: Es geht um die „schubweise Evolution“ von KI, die primär assistiert, hin zu KI-Agenten, wie sie über Copilot Studio adressiert werden. Für Unternehmen ist das mehr als ein Buzzword-Wechsel – denn sobald aus Chat-Interaktionen operative Agenten werden, verschieben sich Verantwortlichkeiten: von der Frage „Wie gut ist die Antwort?“ hin zu „Wie sicher und kontrolliert ist die Ausführung?“. Genau deshalb gehört bei der M365Con auch der Themenblock zur Absicherung solcher Systeme dazu, konkret mit Cyber Security und Entra. Die Zielgruppenbeschreibung spiegelt diesen Spagat: IT-Administratoren, Cloud-Architekten und Entwickler stehen im Zentrum, aber auch Business-Entscheider sollen die Brücke schaffen, um KI-Technologien produktiv und gleichzeitig sicher einzuordnen.
Markt- und Veranstaltungslogik spielen dabei eine zentrale Rolle. Peters beschreibt, dass viele kommerzielle Formate zu teuer oder logistisch zu aufwendig seien – insbesondere für Einzelkämpfer, KMUs oder Menschen in beruflicher Neuorientierung. Genau hier positioniert sich die M365Con mit einem Demokratisierungsanspruch: High-End-Tech-Wissen soll ohne Ticketkosten verfügbar sein. Das Finanzierungsmodell folgt dieser Ausrichtung über ausgewählte technologieaffine Sponsoren und Partner, die Sichtbarkeit in einer hochkarätigen IT-Zielgruppe suchen. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Kostenstruktur, sondern auch die kuratorische Form: Die Konferenz setzt auf eine Zehn-Tage-Taktung statt des von vielen Online-Formaten bekannten „3-Tage-Chaos“ mit parallel laufenden Streams, bei dem Teilnehmer inhaltlich oft den Überblick verlieren.
Dass aus dem ursprünglichen Projekt sehr schnell eine internationale Community-Bewegung wurde, hängt laut Peters an zwei Momenten: der Reaktion auf die erste Ausgabe und dem Feedback, das einen „riesigen Bedarf“ an praxisnah, unkompliziert vermitteltem Wissen signalisiert habe. Für die Glaubwürdigkeit hebt er außerdem den Microsoft MVP-Status hervor, den er seit Kurzem offiziell trägt. In seinem Narrativ öffnet dieser Status direkten Zugang zu Produktteams in Redmond und stützt die Sichtbarkeit der Konferenz. Gleichzeitig bleibt die Grundlage laut eigener Aussage das Community-Netzwerk: Er verweist auf über 100.000 Menschen in seinem LinkedIn- und YouTube-Ökosystem sowie auf über 90 MVPs, die im Januar als Speaker auftreten sollen. Unabhängig von der persönlichen Story ist das professionell betrachtet ein organisatorischer Hebel: Eine große Sprecher-Community reduziert das Risiko, dass Inhalte zu breit oder zu wenig tief ausfallen.
Auch beim Betrieb und der Nachbereitung setzt die M365Con auf nachhaltigen Mehrwert statt Event-Hype. Peters nennt ein strukturiertes Konzept für Recaps und Unterlagen „im Nachgang“, sodass die Konferenz zu einem dauerhaften digitalen Nachschlagewerk für die tägliche Praxis wird. Ebenso interessant ist die Erfolgsmessung: Mehrere hunderttausend Parameter lassen sich bei einer Community-Konferenz nicht optimieren, aber die Qualität kann man beobachten. Peters betont daher, dass er den Erfolg nicht primär an nackten Anmeldezahlen festmacht, sondern an qualitativem Feedback: Wenn Teilnehmer konkret berichten, durch das Gelernte ein akutes Problem im Unternehmen lösen zu können oder einen neuen Job gefunden zu haben, sei das für ihn das eigentliche Ziel.
Für die nächsten Jahre skizziert Peters ein ambitioniertes, aber in sich konsistentes Zielbild: In fünf Jahren soll die M365Con als weltweit führende, komplett kostenfreie digitale Anlaufstelle für Microsoft- und KI-Weiterbildung im europäischen Raum etabliert sein. Neben der Hauptkonferenz sollen bereits vorhandene Formate ausgebaut werden – unter anderem eine „M365 Show“ als Live-Stream und ein „M365.fm Podcast“, die er als ganzjährige Säulen beschreibt. Reich werden möchte er zwar nicht über einen Non-Profit-Anspruch, aber er möchte Wissen teilen und dem technologischen Fortschritt ein menschliches Gesicht geben. Genau in dieser Mischung aus technischer Detailtiefe, wiederkehrenden Formaten und einer zugänglichen Preislogik liegt die Chance, dass die M365Con nicht nur ein weiteres Event wird, sondern ein wiederverwendbares Lern- und Austauschsystem für Microsoft 365, Copilot-Implementierungen und sichere KI-Agenten-Nutzung.
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