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LONDON (IT BOLTWISE) – Microsoft stoppt ab dem 13. Oktober 2026 Sicherheitsaktualisierungen für Office 2021 sowie mehrere LTSC-Varianten. Parallel endet die Update-Bereitstellung für Exchange Server 2016 und 2019 und für Skype for Business Server. Betroffene Organisationen müssen ohne weiteren Patch-Nachschub mit steigenden Risiko- und Betriebsaufwänden rechnen. Zusätzlich berichtet der Konzern von Instabilitäten in Exchange-Setups, für die es eine konkrete Zwischenlösung gibt.

Microsoft beendet Sicherheitsupdates für Office 2021 und Exchange 2016/2019
Microsoft beendet Sicherheitsupdates für Office 2021 und Exchange 2016/2019 (Foto: IT BOLTWISE)
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Mit dem turnusmäßigen Oktober-Patchday hat Microsoft die Unterstützung für mehrere etablierte Office- und Serverprodukte endgültig beendet. Seit dem 13. Oktober 2026 erhalten Office 2021, Office LTSC 2021, Visio LTSC 2021 sowie Project LTSC 2021 keine Sicherheitsaktualisierungen mehr. Für Unternehmen bedeutet das nicht nur einen administrativen Schlusspunkt, sondern eine klare Verschiebung des Bedrohungsmodells: Sobald neue Schwachstellen auftauchen, bleibt die betroffene Software damit dauerhaft ohne Hersteller-Patches. Dass Word, Excel, PowerPoint, Outlook und OneNote weiterhin starten und nutzbar bleiben, ändert daran im Kern nichts, denn der Risikopuffer gegen neu entdeckte Angriffswege schrumpft auf Null.

Ebenso betroffen ist die E-Mail- und Kollaborationsinfrastruktur: Microsoft beendet zeitgleich die Bereitstellung von Updates für Exchange Server 2016 und 2019 sowie für Skype for Business Server 2015 und 2019. Die letzte Stufe der Fehlerbehebungen für Exchange und Skype for Business wurde an zahlende Kunden der erweiterten Sicherheitsupdates (ESU) vergeben. Laut den Angaben zur zweiten ESU-Phase reichte diese von Mai 2026 bis Oktober 2026, allerdings ohne Garantie, dass Updates tatsächlich veröffentlicht werden, und sie wird nicht verlängert. Damit fällt für viele Umgebungen der “letzte Kilometer” weg, der in der Praxis häufig als Übergangszeit genutzt wurde, um Migrationen, Abschaltungen und Neurollen planbar zu machen.

Für IT-Teams ist die strategische Herausforderung dabei zweifach: Erstens müssen die Kommunikationskanäle und Clients so abgesichert werden, dass sie nicht durch den Patch-Stop zum Sicherheitsrisiko werden. Zweitens steigt der Druck auf Migrationspfade, die in der Regel mit Prozessänderungen und Abstimmungsaufwand verbunden sind. Als Nachfolgeoption empfiehlt Microsoft den Umstieg auf das cloudbasierte Abonnement Microsoft 365 oder neuere Kauflizenzen. Auf Preis- und Planebene nennt der Konzern für Microsoft 365 99 Euro pro Jahr beziehungsweise 10 Euro im Monat für die Personal-Variante; für das Familienpaket werden 129 Euro jährlich genannt, für die Premium-Version 219 Euro. Wer beim Einmalkauf bleiben will, kann laut Angabe auf Office Home 2024 mit einmalig 149 Euro ausweichen, dessen Pflege bis zum 9. Oktober 2029 vorgesehen ist; auch Office LTSC 2024 soll bis Oktober 2029 Sicherheitsupdates erhalten.

Während der Support-Stop für einzelne Zielsysteme fällt, bleibt der realistische Sicherheitsdruck parallel hoch: Der Oktober-Patchtag war mit 1.408 geschlossenen Schwachstellen der bisher umfangreichste in der Konzernhistorie. Der frühere Höchststand lag 2020 bei 1.261 Korrekturen. Microsoft führt den Anstieg unter anderem auf den Einsatz großer Sprachmodelle in der Erkennung zurück. In derselben Welle wurden 78 Schwachstellen als kritisch eingestuft; mindestens eine Sicherheitslücke in der Windows Shell, konkret CVE-2026-96951, mit einem CVSS-Wert von 8,8, wird bereits aktiv für Angriffe genutzt. Solche Signale sind für die Planung relevant, weil sie zeigen, dass die Angriffsfläche nicht “stabilisiert”, sondern im Takt der Veröffentlichung weiter wächst – gerade dann, wenn Legacy-Systeme ohne Patchnachschub unterwegs sind.

Auch die Priorisierung innerhalb von Security-Backlogs bleibt komplex: Neben der Windows-Shell-Lücke wird in den Berichten zudem eine SharePoint-Schwachstelle aktiv attackiert, die Microsoft zunächst als nicht ausgenutzt bewertet hatte. Im laufenden Jahr stehen damit laut den Angaben 26 Microsoft-Lücken im US-Katalog ausgenutzter Sicherheitslücken, die Sicherheitsfachleute als vorrangig zu beheben einstufen. Praktisch heißt das: Wer in Produktivumgebungen noch auf nicht mehr unterstützte Office- oder Servervarianten setzt, vergrößert nicht nur die Zeit bis zur vollständigen Migration, sondern verlagert auch das Risiko direkt in die Zeitspanne, in der Angreifer bereits verwertbare Lücken adressieren. Gerade bei den heute vielfältigen Speicherorten und Abhängigkeiten moderner Microsoft-nahe Workloads ist deshalb fundiertes Wissen über System- und Konfigurationspfade ein zentraler Baustein, um überhaupt realistisch zu bewerten, welche Teile eines Setups zuerst gehärtet oder ersetzt werden müssen.

Unabhängig vom Support-Ende berichtet der Konzern im Zuge der Update-Welle außerdem von Instabilitäten bei Exchange-Servern. Betroffen seien Installationen von Exchange Server 2016, 2019 sowie der Subscription Edition auf verschiedenen Windows-Server-Versionen. Zu den Symptomen zählen Verbindungsfehler beim Webzugriff, überlaufende Nachrichtenwarteschlangen und Quorum-Probleme. Als Verursacher identifizierte das Microsoft Exchange Team vier spezifische Windows-Server-Updates, genannt werden KB5126646, KB5126655, KB5126651 und KB5126868. Für die Zwischenlösung empfiehlt Microsoft, den Registry-Wert EpmapSavedContextCap auf 65536 zu setzen und das System neu zu starten. Für die operative Umsetzung rät der Konzern außerdem dazu, Patches vor dem Ausrollen in isolierten Umgebungen zu testen, internetexponierte Systeme priorisiert abzusichern und Systeme ohne Update-Möglichkeit im Netzwerk zu isolieren.

Für Entscheidungsträger ergibt sich daraus ein klarer Handlungsdruck, der über das reine “Upgrade” hinausgeht: Der Support-Stop für Office 2021 und die Servernachfolger macht die technische Schuldfrage irrelevant, weil aus Sicht der Risikoanalyse die Verantwortung bei den verbleibenden Angriffsflächen liegt. Gleichzeitig zeigt die Patch-Realität mit 1.408 geschlossenen Schwachstellen, dass Sicherheitsmanagement nicht als einmaliges Projekt verstanden werden kann. Stattdessen müssen Migrationen, Lizenzwechsel und Betriebsprozesse als zusammenhängende Programme geplant werden, inklusive Tests der Zielkonfiguration und einer sauberen Übergabe von Exchange-Workloads. Wer diese Kopplung ignoriert, riskiert nicht nur Security-Gaps durch fehlende Updates, sondern auch zusätzliche Ausfallzeiten durch die in der Update-Welle beschriebenen Exchange-Instabilitäten.


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