LONDON (IT BOLTWISE) – Die deutsche Möbelindustrie kämpft mit schwacher Nachfrage und steigenden Kosten: Laut Verband der Möbelindustrie (VDM) ging in vier Jahren ein Fünftel des Umsatzes verloren. Parallel kündigte IKEA an, in Deutschland für mehr als 1500 Produkte die Preise zu senken, um die Nachfrage anzukurbeln. Als Hebel nennt der Konzern Einsparungen bei Verpackungskosten und zusätzliche Effekte durch Automatisierung sowie mehr erneuerbare Energien. Für viele Hersteller bleibt der Ausblick dennoch gedämpft, weil ein Erlösrückgang auch für das Gesamtjahr erwartet wird.

Die Möbelbranche spürt gerade gleich mehrere Bremsspuren: geringere Kauflust, teurer gewordene Produktionsfaktoren und ein Markt, in dem sich Preisdruck zunehmend globalisiert. Der Verband der Möbelindustrie (VDM) beziffert den Rückgang in den vergangenen vier Jahren mit einem Minus von rund einem Fünftel bei den Umsätzen der Hersteller von Küchen, Schränken, Betten oder Bürostühlen. Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Preisentwicklung: In anderen Konsumbereichen konnten Kostensteigerungen in den vergangenen Jahren noch relativ gut über höhere Verkaufspreise abgefedert werden. In der Möbelindustrie gelingt das aktuell deutlich weniger, weil die Nachfrage empfindlicher reagiert.
Auch die Mechanik hinter dem Kostendruck ist nicht nur abstrakt. Viele Vorprodukte wurden nach Aussage des VDM-Präsidenten Jan Kurth durch höhere Energiekosten sowie die Folgen des russischen Angriffskriegs teurer. Kurth geht dabei davon aus, dass Hersteller in der Produktion „sicherlich zehn bis 15 Prozent Preissteigerungen“ einkalkulieren müssten. Entscheidend ist aber: Das kann nicht 1:1 in die Endkundenpreise übertragen werden, weil das Konsumklima schwach bleibt und Verbraucher Ausgaben eher zurückstellen. Genau an dieser Schnittstelle entsteht der Planungsstress für Mittelständler, die anders als große Ketten weniger Spielräume haben, Kosten durch Skalierung oder unternehmensweite Quersubventionen auszugleichen.
Während viele deutsche Hersteller ihre Budgets zusammenhalten, reagiert der Handel sichtbar. IKEA kündigte an, die Nachfrage in Deutschland mit Preissenkungen anzukurbeln: Für mehr als 1500 Produkte sollen die Preise gesenkt werden. Im Kern geht es laut Vorstandschef Juvencio Maeztu von der niederländischen Holding Ingka um das Zusammenspiel aus Einsparungen und Preiswirkung. Ingka will 1,2 Milliarden Euro an anderer Stelle sparen, um die Zielsetzung zu erreichen. Besonders anschaulich wird das an einem konkreten Optimierungsbeispiel: Bei Pax-Kleiderschränken soll die Verpackung die Kosten um 70 Prozent reduziert haben. Hinzu kommen Effekte durch stärkere Automatisierung und einen höheren Anteil erneuerbarer Energien, die nicht nur die Stückkosten, sondern auch die Volatilität bei Energieträgern senken können.
Für die Hersteller bedeutet das: Gegenüber großen Handelsketten ist die Fähigkeit, kurzfristig Preis-/Kostenhebel zu ziehen, ungleich schwieriger. Der VDM-Präsident beschreibt den Wandel im Verhalten der Konsumenten: Die Menschen in Deutschland hielten das Geld momentan eher zurück oder gäben es für andere Erlebnisse aus. Als Indikator nennt er, dass im vergangenen Jahr dreimal so viel für Reisen ausgegeben worden sei wie für Möbel. Dazu kommt ein saisonaler Faktor, der in diesem Jahr besonders ungünstig wirkte: Wegen der hohen Temperaturen waren die Frequenzen in den Möbelgeschäften traditionell ohnehin niedriger, berichtete Kurth, jedoch noch spürbarer. Die Industrie erwartet zwar mit dem Herbst eine Belebung, rechnet für das Gesamtjahr aber gleichwohl mit einem Erlösrückgang um drei Prozent, was etwa 15,3 Milliarden Euro Branchenumsatz entspräche.
Die Quartalszahlen unterstreichen das Bild. Im ersten Halbjahr setzten die deutschen Möbelhersteller rund 7,7 Milliarden Euro um, das entspricht einem Rückgang um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders schwach war die Entwicklung im Inland: Dort ging der Umsatz um 4,1 Prozent auf rund fünf Milliarden Euro zurück. Interessant ist daneben der Blick auf die Exportquote, die auf 35,2 Prozent gestiegen ist. Vor allem Küchenhersteller stechen hervor: Sie erreichen einen Exportanteil von 47 Prozent und transportieren damit Nachfrage dorthin, wo sie im Inland weniger stark ausfällt. „Fast jede zweite Küche wird ins Ausland geliefert“, sagt Kurth – und die Segmentdynamik erklärt auch, warum nicht alle Produktgruppen gleich leiden: Während andere Segmente weiter bergab gingen, konnten die Küchenmöbelhersteller ihre Erlöse im ersten Halbjahr leicht steigern.
Dass der Preisdruck nicht nur aus dem Inland kommt, liegt auch am Importanteil. Inzwischen stammen rund 60 Prozent der in Deutschland verkauften Möbel aus dem Ausland; 2019 lag der Anteil noch bei 44 Prozent. China und Polen stehen dabei für fast zwei Drittel der Importe, jeweils mit mehr als 1,5 Milliarden Euro Anteil in den ersten sechs Monaten des Jahres. Der strukturelle Wandel wird noch deutlicher, wenn man die Dynamik betrachtet: Zwischen 2017 und 2025 seien die Möbelimporte aus China und Vietnam um 81 Prozent gestiegen. Kurth ordnet das als ungleichen Wettbewerb ein und verweist auf Steuerung von Produktion und Exporten durch China, gerade nachdem Amerika als Absatzmarkt eingeschränkt wurde. Gleichzeitig bleibt der Fokus in der Debatte offen: Der VDM-Präsident sprach von der Zeit, über allgemeine Schutzzölle zu diskutieren, ohne eine Quote der Zollforderung bereits zu nennen.
Für die Betriebe kommt damit neben dem Absatz- auch ein Produktions- und Planungsrisiko hinzu. In den Verbänden sind derzeit 374 Unternehmen mit jeweils mehr als 50 Beschäftigten organisiert; seit 2019 ist die Zahl der Betriebe um ein Fünftel gesunken. Auch bei den Beschäftigten zeigt sich der Abwärtstrend: Im ersten Halbjahr sank die Zahl im Schnitt um 5,3 Prozent auf etwas mehr als 65.000 – deutlich weniger als noch vor sieben Jahren. Kurth verweist jedoch darauf, dass es sich nicht um eine Branche handelt, die „wegstirbt“: Die Insolvenzrate liege im Vergleich zum restlichen verarbeitenden Gewerbe im Durchschnitt. Konsolidierung sei dennoch spürbar, weil Unternehmen den Kosten- oder Margendruck nicht schaffen. Für die kommenden Monate wird deshalb entscheidend sein, ob sich die Kostenentlastungen aus dem Handel (etwa Verpackungsoptimierung, Automatisierung, Energiewende) in der Fläche übertragen lassen – oder ob die Unterschiede zwischen großen Ketten und mittelständischen Herstellern den Preiskampf weiter verstärken.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Möbelindustrie unter Druck: Umsatz fällt, und IKEA senkt Preise in Deutschland" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Möbelindustrie unter Druck: Umsatz fällt, und IKEA senkt Preise in Deutschland" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Möbelindustrie unter Druck: Umsatz fällt, und IKEA senkt Preise in Deutschland« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!