VANCOUVER, BRITISH COLUMBIA / LONDON (IT BOLTWISE) – Myriad Uranium veröffentlicht vorläufige Uran-Äquivalentwerte aus Bohrungen in Lucky Cliff. Die Werte basieren auf Gammasonden und gelten ausdrücklich nicht als chemische Analyseergebnisse, die noch durch Laboruntersuchungen bestätigt werden müssen. Das Phase-II-Programm soll zudem historische Zielgebiete verifizieren und moderne Daten für eine mögliche erste Mineralressourcenschätzung liefern. Im aktuellen Stand wurden vier Bohrlöcher mit zusammen 716,6 Metern fertiggestellt, darunter mehrere Abschnitte über 100 ppm eU3O8.

Myriad Uranium Corp. rückt mit dem Phase-II-Bohrprogramm im Projektgebiet Copper Mountain weiter in Richtung einer möglichen ersten Mineralressourcenschätzung: Aus Lucky Cliff meldet das Unternehmen nun vorläufige Uran-Äquivalent-Ergebnisse, abgeleitet aus Bohrlochgammamessungen. Entscheidend ist dabei die Methodik. Die berichteten eU3O8-Werte sind radiometrische Schätzwerte, die aus Gamma-Messungen mit der Sonde im Bohrloch entstehen. Sie stellen damit keine chemischen Untersuchungsergebnisse dar und können unter anderem durch radiometrisches Ungleichgewicht, Bohrlochdurchmesser, Verrohrung, Wasser sowie Kalibrier- und Sondenbedingungen beeinflusst werden. Genau deshalb kündigt Myriad die Bestätigung durch Laboranalysen an, bevor diese Intervalle in eine belastbare Ressourcenrechnung eingehen.
Technisch betrachtet zeigt der aktuelle Bohrfortschritt vor allem, wie dicht das Unternehmen Zielstrukturen anvisiert. In Lucky Cliff sind inzwischen vier Bohrlöcher über insgesamt 716,6 Meter (2.351 Fuß) fertiggestellt. Über alle vier Löcher hinweg durchteuften die Teams zahlreiche breite Abschnitte einer oberflächennahen Uranmineralisierung; insgesamt werden 50 mineralisierte Abschnitte mit mehr als 100 ppm eU3O8 genannt. Der längste mineralisierte Abschnitt erreicht dabei 19,96 Meter mit 269 ppm eU3O8 ab 18 Metern Tiefe. Der höchste gemessene Sondenwert liegt mit 1.336 ppm eU3O8 deutlich über den übrigen Intervallen und liefert damit ein klar identifizierbares Signal für die weitere geologische Detailauswertung.
Für die Bewertung des Explorationspotenzials ist Lucky Cliff zusätzlich interessant, weil der Bereich außerhalb historischer Ressourcenschätzungen liegt. Myriad argumentiert, dass eine künftige, dort definierte Mineralressource einen neuen und zusätzlichen Beitrag zum Uranprojekt Copper Mountain liefern würde – vorausgesetzt, dass die Mineralisierung durch weitere Explorations- und Schätzungsarbeiten gestützt wird. Inhaltlich knüpft die aktuelle Runde damit an zwei Linien an: Zum einen sollen historische Zielgebiete überprüft werden, die in den 1970er-Jahren identifiziert wurden. Zum anderen soll das Unternehmen neue Ziele aus eigener Exploration evaluieren, die laut Meldung ein Explorationsziel von 245 bis 655 Mio. Pfund eU3O8 liefern könnten. Genau diese Kombination aus „Verifikation“ und „Neudefinition“ von Zielgeometrien ist in Uranprojekten häufig der Unterschied zwischen einem rein bestätigenden Bohrprogramm und einer echten Ressourcenentwicklung.
Der Vergleich zwischen radiometrischen und chemischen Gehalten bleibt dabei die zentrale Unbekannte. Myriad verweist auf eigene Erfahrungen aus Canning während der Phase I: Dort lagen die chemischen Analysenwerte bei Gehalten über 500 ppm um durchschnittlich 50 % höher und bei Werten über 1.000 ppm um durchschnittlich 60 % höher als die mittels Gammasonde bohrlochabwärts ermittelten Gehalte. Für Lucky Cliff stellt Myriad jedoch ausdrücklich noch keinen pauschalen Anpassungsfaktor in Aussicht, weil der Zusammenhang zwischen radiometrischen Äquivalentgehalten und Laboranalysen dort noch nicht bestimmt wurde. Das ist methodisch sauber: Ohne Kalibrierung über ähnliche Proben- und Bohrbedingungen kann eine direkte „Korrektur“ der Sondenwerte leicht falsche Erwartungen erzeugen. Für Entscheider heißt das: Die aktuellen Intervalle sind für Priorisierung und Standortplanung wertvoll, aber für Investment- und Ressourcenmodelle erst nach Laborvalidierung wirklich nutzbar.
Geologisch ordnet das Unternehmen Lucky Cliff über seinen Standort ein: Das Zielgebiet liegt rund 2.000 Meter nördlich der Lagerstätte Canning entlang des Trends Myrtle’s Fault. Historisch wurde Lucky Cliff laut Meldung in den späten 1970er-Jahren von Union Pacific erkundet. Damals reichten die Daten offenbar nicht für eine Mineralressourcenschätzung aus; zudem ist Lucky Cliff nicht Bestandteil der historischen Schätzung von 26,63 Mio. Pfund eU3O8, die Union Pacific damals meldete. Besonders relevant ist zudem die Einordnung in Bezug auf das Bewertungsgebiet Bendix: Lucky Cliff liegt außerhalb der nördlichen Grenze des Bewertungsgebiets Bendix und vollständig außerhalb von Gebieten mit historischen Schätzungen zu Uranressourcen oder -vorkommen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass neue Schätzklassen entstehen – allerdings bleibt das Explorationsziel zunächst konzeptionell, weil bisher keine ausreichenden Arbeiten erfolgt sind, um das Ziel als Mineralressource auszuweisen.
Für die nächsten technischen Schritte bedeutet die aktuelle Meldung in erster Linie Tempo und Datenqualität. Myriad beschreibt, dass die Verifizierung der radiometrischen Intervalle standardmäßige QAQC-Protokolle einschließt, etwa Blindproben, Standards (zertifizierte Referenzmaterialien) und Duplikate sowie eine nachvollziehbare Probenkette (Chain of Custody). Dazu kommt, dass die gemeldeten Abschnitte als Bohrlochlängen ausgewiesen sind und noch keine tatsächlichen Mächtigkeiten abbilden, weil diese erst bestimmt werden müssen. Sobald die chemischen Analysen vorliegen, entscheidet sich, welche Abschnitte tatsächlich konsistente Gehalte liefern und wie stark die Beziehung zwischen Gammasondenwerten und Laborergebnissen in Lucky Cliff ausfällt. Genau dann wird aus „vielversprechender Radiometrie“ eine belastbarere Grundlage für das, was Phase II letztlich leisten soll: moderne Daten für eine erste Mineralressourcenschätzung im Projekt Copper Mountain.
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