LONDON (IT BOLTWISE) – NASA legt für Artemis die Rückkehr-Strategie zur Mondoberfläche deutlich detaillierter auf. Für Starship sieht der überarbeitete Ansatz ein Rendezvous zwischen Orion und der Mondlandefähre in hoher Erdumlaufbahn vor, bevor es Richtung Mond weitergeht. Blue Origin plant mit mehreren New- Glenn-Starts und lässt zugleich mehr Optionen für das Zusammentreffen von Orion und Blue Moon zu. Im Zentrum steht außerdem der Plan, Orion künftig in eine tiefere Mondumlaufbahn zu bringen, um damit die Leistungslasten der Landemodule zu reduzieren.

Die Artemis-Roadmap bekommt ein Update, das vor allem die Missionsarchitektur „unter der Haube“ betrifft: NASA hat bei einer langen Pressepräsentation am Freitag beschrieben, wie sie die Rückkehr von Astronauten auf die Mondoberfläche schon ab 2028 ermöglichen will. Zwar waren viele Details bereits aus früheren Veröffentlichungen und technischen Ausarbeitungen bekannt, doch entscheidend ist hier der Anspruch auf Vollständigkeit – NASA hat laut eigener Darstellung die Architektur erstmals zusammenhängend offengelegt und dabei spürbare Änderungen gegenüber früheren Entwürfen eingeräumt. Im Kern verschieben sich die Schnittstellen zwischen Kommando-Modul (Orion), Transportlogistik und den jeweiligen Mondlandern so, dass die Energie- und Treibstoffbudgets realistischer ausfallen sollen.
Bei SpaceX rückt dabei eine neue Kopplungsreihenfolge in den Fokus. Der überarbeitete Plan sieht vor, dass Orion nicht unmittelbar eine kritische Bahnphase um den Mond mit hoher Energieabforderung übernimmt, sondern zunächst mit dem Starship-Mondlander in einer hohen Erdumlaufbahn andockt. Erst danach wechselt das System Richtung Mond. Dass dieser Ablauf so gewählt werden muss, hängt eng mit der vorherigen Diskussion um die Kopplung in einer nahezu geradlinigen Halo-Umlaufbahn (Near-Rectilinear Halo Orbit) zusammen, die SpaceX laut NASA-Ankündigungen in frühen 2026er Gesprächen als besonders energieintensiv und technisch schwierig bezeichnet hatte. Mit der Entscheidung, den Lunar Gateway früher zu beenden, entfiel nach dieser Darstellung für SpaceX ein wesentlicher Engpass; nun soll Starship in niedriger Erdumlaufbahn betankt werden, bevor es mit Orion in der höheren Erdphase zusammenläuft. Anschließend fliegt die Crew zunächst in Orion zum Mond; zwei von vier Astronauten sollen dann in Starship wechseln, um die Landung auf der Mondoberfläche auszuführen.
Für die eigentliche Machbarkeit bleibt jedoch die Treibstofflogistik der schwierigste Teil der Gleichung. NASA hat im Umfeld der Präsentation zwar keine harte Zahl bestätigt, aber ein Safety Panel berichtete laut NASA-Bericht, dass die aktuelle Größenordnung bei „etwa 22“ Tankerstarts liegen soll. Elon Musk widersprach dieser Größenordnung öffentlich und nannte statt dessen eine Spanne von „sechs bis acht“ Betankungen. In der nachfolgenden Frage-und-Antwort-Runde blieb NASA zurückhaltend und weigerte sich, eine exakte Anzahl der benötigten Tankerstarts zu nennen. Technisch sichtbar wird die Unsicherheit vor allem durch drei Einflussfaktoren: Wie viel Nutzlast Starship im konkreten Missionsprofil tatsächlich tragen kann, wie stark kryogener Methan- und Flüssigsauerstoff in der Umlaufbahn „abkochen“ (Boil-off), und wie effizient sich Treibstoffe zwischen zwei Raumfahrzeugen während des In-orbit-Transfers wirklich umladen lassen. Jared Isaacman kommentierte dabei, dass die von Musk genannte Untergrenze möglich sei, aber eher den „ultimate potential end state“ von Starship abbilden dürfte – also ein Best-Case-Ziel, nicht die konservative Planungsbasis.
Blue Origin setzt derweil auf eine andere Architekturphilosophie: In den frühen Missionen soll laut NASA kein Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Refueling notwendig sein. Die neue Concept-of-Operations-Sicht beschreibt, dass eine New- Glenn-Rakete zunächst drei „Transfer Stages“ in die niedrige Erdumlaufbahn bringt. Diese Transferstufen orientieren sich an einem Design, das an Blue Moon Mark 1 angelehnt ist, werden jedoch für die Rolle der Stack-Weiterleitung zum Mond entsprechend modifiziert. Anschließend soll New Glenn die Blue Moon Mark 2 in eine Umlaufbahn bringen, in der sie sich mit den Transferstufen trifft und der Verbund dann Richtung Mond geschoben wird. Dass diese Grundlogik nicht völlig neu ist, wurde auch indirekt bestätigt, weil die Architektur zuvor bereits in Teilen beschrieben worden war. Neu ist laut NASA aber eine entscheidende Bahnoption: Orion soll mit Blue Moon in einer elliptischen Mondumlaufbahn gekoppelt werden können, deren Höhe im Material mit etwa 8.500 km über der Mondoberfläche beziffert wurde. Gleichzeitig arbeitet NASA an der Option, diese Kopplung auch in einer niedriger liegenden Mondumlaufbahn zu ermöglichen.
Der praktische Vorteil einer tieferen Mondumlaufbahn liegt dabei weniger in „schnellerem Andocken“ als in der Masse- und Energieökonomie des Landers. Jeremy Parsons, Manager des Artemis-Programms bei NASA, erklärte sinngemäß, dass eine Umlaufbahn in nur wenigen hundert Kilometern Höhe den Treibstoffbedarf deutlich reduzieren würde, den Blue Moon benötigt, um Astronauten sicher nach unten zur Mondoberfläche zu bringen und wieder aufzusteigen. Die eingesparte Masse könnte dann für andere Zwecke am Fahrzeug genutzt werden – etwa für Reserve, Instrumentierung oder zusätzliche Leistungsreserven. Daneben würde eine tiefere Bahn aus Sicht der Mission auch mehr und schnellere Gelegenheiten bieten, um Astronauten im Bedarfsfall rasch von der Oberfläche zu evakuieren. Gleichzeitig kündigte NASA Freitag an, dass man mit United Launch Alliance an der Entwicklung einer „extended“-Variante der Centaur-V-Oberstufe arbeitet. Zusammen mit dem Kernstamm des Space Launch System soll diese Oberstufe Orion bis in eine niedrige Mondumlaufbahn bringen können – und genau hier schließt sich ein historischer Problemlappen: Orion hatte mit seinem vergleichsweise leistungsschwachen Service Module lange nicht die erforderliche Delta-V-Fähigkeit, um von der Erde direkt in eine niedrige Mondumlaufbahn zu gelangen und anschließend wieder in Richtung Erde zurückzukehren.
Die politische und operative Konsequenz ist klar: Wenn NASA Orion näher an den Mond bringt, muss weniger „Performance“ von Anfang an in den Landern und deren Teams abgefangen werden. Isaacman brachte diesen Zusammenhang auf den Punkt, als er sagte: „This is an achievable path we are on right now, “ und ergänzte, „We have the mandate, we have the resources, and the support from our stakeholders to be able to execute, and that’s what we intend to do.“ Inhaltlich zielt seine Argumentation darauf, die Verantwortung für schwierige Bahn- und Antriebsgrenzen nicht länger über Umwege auf die Lunar-Lander-Komponenten abzuwälzen. Deshalb betont NASA auch den Modus „Hilfe durch Nähe“: „We’re listening to the data, and looking at what’s happening around us, “ sagte Isaacman und verwies darauf, dass man sehen will, wo die Landing-Partner Fortschritte machen oder wo sie ins Stocken geraten, um dann aktiv zu unterstützen. Für die Branche bedeutet das: Die Mission wird nicht nur über Starttermine bewertet, sondern darüber, ob Schnittstellen wie Kopplung, Betankungsfenster und Antriebsschnittstellen so gestaltet werden, dass Teams ihre jeweils kritischen Entwicklungsrisiken schneller reduzieren können. Parallel bleibt die Terminfrage trotzdem ein Risiko – NASA nennt für Artemis III eine Demonstration mit Docking-Elementen an Blue Moon und Starship nahe der Erde bis „summer“ 2027, während Artemis IV für 2028 den eigentlichen Landing-Schritt liefern soll; ob die Treibstoff- und Kopplungsannahmen bis dahin stabil genug sind, entscheidet sich am Ende weniger in Architekturfolien als in verifizierbaren Testketten.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "NASA aktualisiert Mondlandeverträge: Orion per Starship, Blue Moon mit niedrigerer Bahn" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "NASA aktualisiert Mondlandeverträge: Orion per Starship, Blue Moon mit niedrigerer Bahn" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »NASA aktualisiert Mondlandeverträge: Orion per Starship, Blue Moon mit niedrigerer Bahn« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!