ZÜRICH / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie der Universität Zürich stellt die bisherige Annahme in Frage, dass Neptun und Uranus Eisriesen sind. Die Forscher Luca Morf und Ravit Helled haben herausgefunden, dass diese Planeten möglicherweise eher felsig als eisig sind. Diese Erkenntnisse könnten das Verständnis unseres Sonnensystems grundlegend verändern.

Die beiden äußersten Planeten unseres Sonnensystems, Neptun und Uranus, wurden lange Zeit als Eisriesen betrachtet. Doch eine aktuelle Studie der Universität Zürich könnte diese Sichtweise verändern. Die Forscher Luca Morf und Ravit Helled haben neue Modelle entwickelt, die darauf hindeuten, dass diese Planeten im Inneren eher felsig als eisig sind. Diese Erkenntnisse basieren auf einer Kombination aus physikalischen und empirischen Modellen, die ein neues Licht auf die Zusammensetzung dieser Himmelskörper werfen.
Die bisherigen Modelle zur inneren Struktur von Neptun und Uranus waren möglicherweise zu einfach gehalten. Morf und Helled haben ein zufälliges Dichteprofil verwendet, um ein Gravitationsfeld zu berechnen, das mit den Beobachtungen übereinstimmt. Daraus leiteten sie eine mögliche Zusammensetzung ab, die nicht nur aus Eis besteht. Diese neuen Erkenntnisse könnten auch erklären, warum der nahegelegene Zwergplanet Pluto überwiegend aus Gestein besteht.
Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie ist die Analyse der Magnetfelder von Neptun und Uranus. Die Forscher fanden heraus, dass das Magnetfeld von Uranus möglicherweise tiefer liegt als das von Neptun. Beide Magnetfelder unterscheiden sich erheblich von dem der Erde, da sie chaotischer sind und mehr als zwei Pole aufweisen. Diese Unterschiede könnten auf die unterschiedliche Zusammensetzung der Planeten hinweisen.
Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, betonen die Forscher, dass noch Unsicherheiten bestehen. Das Verhalten von Materialien im Inneren von Planeten ist noch nicht vollständig verstanden, was die Ergebnisse beeinflussen könnte. Dennoch könnte diese Arbeit den Weg für ein neues Verständnis des Sonnensystems ebnen, in dem neben Gesteins- und Gasriesen auch Gesteinsriesen existieren. Die vollständige Studie ist in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.
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