ZÜRICH / LONDON (IT BOLTWISE) – Schweizer Forscher haben neue Berechnungen vorgestellt, die das bisherige Bild von Uranus und Neptun als reine Eisriesen in Frage stellen. Die beiden Planeten könnten mehr Gestein enthalten als bisher angenommen, was die wissenschaftliche Sichtweise auf diese Himmelskörper grundlegend verändern könnte.

Die Planeten Uranus und Neptun, die am Rande unseres Sonnensystems liegen, sind traditionell als Eisriesen bekannt. Diese Bezeichnung basiert auf der Annahme, dass sie hauptsächlich aus Eis bestehen. Doch neue Berechnungen von Forschern der Universität Zürich legen nahe, dass diese Planeten möglicherweise mehr Gestein enthalten, als bisher angenommen. Diese Erkenntnisse könnten das Verständnis der Planetenbildung und -entwicklung erheblich beeinflussen.
Uranus und Neptun sind etwa viermal so groß wie die Erde und wurden bisher als die beiden Eisriesen unseres Sonnensystems klassifiziert. Im Gegensatz zu den Gesteinsplaneten Merkur, Venus, Erde und Mars sowie den Gasriesen Jupiter und Saturn, galten sie als Planeten mit einer dicken Eisschicht. Die neuen Berechnungen, die von einem Team um Luca Morf durchgeführt wurden, kombinieren physikalische und empirische Modelle, um ein genaueres Bild der inneren Struktur dieser Planeten zu zeichnen.
Ravit Helled, Professorin am Institut für Astrophysik, betont, dass die Vermutung, dass Uranus und Neptun nicht nur aus Eis bestehen, bereits vor 15 Jahren aufkam. Doch erst jetzt gibt es rechnerische Belege, die diese Hypothese stützen. Die Planeten könnten demnach Gesteinswelten mit einer dicken Eishülle sein. Allerdings sind weitere Studien notwendig, um diese Annahmen zu bestätigen, da die physikalischen Bedingungen im Inneren der Planeten noch nicht vollständig verstanden sind.
Die Entdeckung wirft auch Fragen über die Notwendigkeit zukünftiger Missionen zu diesen Planeten auf. Solche Missionen könnten helfen, die Zusammensetzung und die physikalischen Bedingungen genauer zu untersuchen. Dies wäre ein bedeutender Schritt, um die Geheimnisse der äußeren Planeten unseres Sonnensystems zu lüften und unser Verständnis der Planetenbildung zu erweitern.
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