LONDON (IT BOLTWISE) – Eine umfassende Studie aus Greater Manchester zeigt, dass die Nutzung von sozialen Medien und Gaming kaum Einfluss auf die mentale Gesundheit von Teenagern hat. Über drei Schuljahre hinweg wurden mehr als 25.000 Jugendliche beobachtet, um die Auswirkungen digitaler Technologien auf ihr Wohlbefinden zu untersuchen.

Die Diskussion um die Auswirkungen digitaler Technologien auf die mentale Gesundheit von Jugendlichen ist seit Jahren von Besorgnis geprägt. Häufig wird angenommen, dass die Nutzung von sozialen Medien und Videospielen die steigenden Raten von Angstzuständen und Depressionen bei Jugendlichen befeuert. Eine neue Studie aus Greater Manchester stellt diese Annahme jedoch in Frage.
Die Forscher verfolgten über drei Schuljahre hinweg mehr als 25.000 Jugendliche und fanden wenig Beweise dafür, dass die selbstberichtete Zeit auf sozialen Medien oder häufiges Gaming mentale Gesundheitsprobleme in der frühen bis mittleren Adoleszenz verursacht. Stattdessen zeigt sich, dass die Beziehung zwischen digitaler Technologie und dem Wohlbefinden von Teenagern weitaus komplexer ist als eine einfache Ursache-Wirkungs-Beziehung.
Ein entscheidender Punkt der Studie war die Trennung von „zwischen-personalen“ und „innerhalb-personalen“ Effekten. Anstatt nur die mentale Gesundheit von Vielnutzern mit der von Wenignutzern zu vergleichen, untersuchten die Forscher, ob sich die mentale Gesundheit eines bestimmten Teenagers verschlechterte, nachdem er mehr Zeit als gewöhnlich mit sozialen Medien oder Gaming verbracht hatte.
Die Ergebnisse zeigten, dass ein Anstieg der Zeit auf sozialen Medien oder der Gaming-Häufigkeit bei beiden Geschlechtern nicht zu einem späteren Anstieg von Symptomen wie Sorgen oder schlechter Stimmung führte. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass die Art und Weise, wie Jugendliche soziale Medien nutzen, möglicherweise wichtiger ist als die Dauer der Nutzung.
Interessanterweise fanden die Forscher Unterschiede in der digitalen Lebensweise von Jungen und Mädchen. Mädchen, die mehr Zeit mit Gaming verbrachten, neigten dazu, im folgenden Jahr weniger Zeit auf sozialen Medien zu verbringen. Bei Jungen hingegen führte ein höheres Maß an internen Symptomen wie schlechter Stimmung dazu, dass sie im nächsten Jahr weniger häufig spielten. Dies deutet darauf hin, dass Jungen das Interesse an Hobbys verlieren könnten, wenn ihre mentale Gesundheit leidet.
Die Studie hebt hervor, dass einfache Korrelationen oft zu falschen Schlussfolgerungen führen können. Wenn man feststellt, dass ängstliche oder depressive Teenager mehr soziale Medien nutzen, ist es verlockend anzunehmen, dass die sozialen Medien ihre Schwierigkeiten verursacht haben. Ebenso wahrscheinlich ist jedoch, dass die mentalen Gesundheitsprobleme zuerst auftraten oder dass ein dritter Faktor, wie Schulstress oder familiäre Schwierigkeiten, beide beeinflusst.
Die Ergebnisse der Studie bedeuten nicht, dass die digitale Welt ohne Risiken ist. Themen wie Cybermobbing, Schlafstörungen oder der Zugang zu schädlichen Inhalten bleiben ernsthafte Bedenken. Dennoch legen die Ergebnisse nahe, dass Maßnahmen wie das Begrenzen der Stunden auf Konsolen und Apps oder das Verbot von sozialen Medien für unter 16-Jährige wahrscheinlich keinen langfristigen Effekt auf die mentale Gesundheit von Teenagern haben werden.
Stattdessen ist es wichtig, den breiteren Kontext im Leben eines jungen Menschen zu betrachten, einschließlich der Faktoren, die sowohl zu einer erhöhten Nutzung digitaler Technologien als auch zu internen Symptomen führen können. Wenn ein Teenager Probleme hat, ist die Technologie selten der alleinige Schuldige. Indem wir uns von der vorherrschenden „digitalen Schaden“-Erzählung entfernen, können wir uns auf die realen, komplexen Faktoren konzentrieren, die das Wohlbefinden von Jugendlichen beeinflussen.
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