ROM / LONDON (IT BOLTWISE) – „Nonna-Maxxing“ bringt auf Instagram und TikTok ein Oma-Leben als Gegenbild zu Daueroptimierung und ständiger Online-Sichtbarkeit. Rosella Mercuri zeigt jedoch, dass hinter dem entspannten Bild Arbeit und harte Wochenroutine stecken. Der Trend wird zugleich als digitale Entschleunigung verkauft – und als Inszenierung neu verpackt. Damit stellt sich die Frage, wie Inspiration gelingt, ohne unbezahlte Fürsorge zu romantisieren.

„Nonna-Maxxing“: Italiens Oma-Ideal entzaubert Leistungskultur im Netz
„Nonna-Maxxing“: Italiens Oma-Ideal entzaubert Leistungskultur im Netz (Foto: IT BOLTWISE)
🧠 KI & Robotik auf Google News abonnieren

„Nonna-Maxxing“ wirkt auf den ersten Blick wie eine kleine Alltagsrevolte: Auf Instagram und TikTok stellen vor allem junge Frauen ihren Tagesablauf so dar, als wäre er direkt aus der Küche einer italienischen Großmutter entnommen. Es geht um selbst angebautes Gemüse, ums Kochen „von Grund auf“, um Handarbeiten, Lesen und vor allem um mehr Zeit für Entspannung und echte Begegnungen. Doch genau diese Dramaturgie – das Bild vom gemütlichen Leben im Kontrast zur digitalen Dauerpräsenz – trägt die Spannung schon in sich: Sie verspricht Entschleunigung, filmt aber genau den Alltag, der normalerweise für Reflexion und Ruhe gedacht ist.

Rosella Mercuri, eine 78-jährige Römerin, liefert dafür den Gegenentwurf in Reinform. In ihrem Kochkurs „Nudeln machen mit Oma“ rollt sie nicht nur Nudelteig aus, sie erzählt auch von dem Prinzip, das hinter dem Symbol steckt: „Ich mache alles selbst.“ Für den Lernenden vor Ort bedeutet das konkrete Handgriffe – für den Social-Media-Feed eher eine Haltung. Mercuri ordnet diese Haltung in einen Lebenslauf ein, der mit Freizeitromantik wenig zu tun hatte: Schon als Jugendliche arbeitete sie als Erntehelferin und pflückte Trauben, Pfirsiche und Oliven. Später arbeitete sie in einem Obstladen und in einer Pilzhandlung, mit Arbeitszeiten, die häufig zwölf Stunden am Tag überstiegen. Die Erfahrung, dass Identität in der Praxis entsteht, nicht in der Pose, macht den Reiz des Trends doppelt sichtbar – und zugleich problematisch.

Der eigentliche Impuls von „Nonna Maxxing“ wird in der Analyse von Friederike Herrmann, Professorin für Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, klar eingeordnet: Der Begriff funktioniert als Gegenentwurf zur Selbstoptimierung und zur ständigen Sichtbarkeit in sozialen Netzwerken. Er knüpft außerdem an eine ältere Sehnsucht an, die mit der Logik moderner Leistungsgesellschaften kollidiert – nach einem einfachen, weniger entfremdeten Leben. Genau deshalb greifen die Inhalte so schnell: Sie sind leicht nachzuahmen, erfüllen ein Bedürfnis nach Sinn und lassen sich gleichzeitig gut darstellen. Gleichzeitig entsteht daraus aber ein Zielkonflikt, der für digitale Kultur typisch ist: Der Rückzug aus Leistungs- und Sichtbarkeitszwängen wird über die Mechanismen der Plattformen vermarktet, die diese Zwänge überhaupt erst mit erzeugt haben.

Technisch betrachtet ist der Trend damit weniger eine neue Lebensidee als eine neue Medienform für alte Kompetenzen. Aus Alltagstätigkeiten werden ästhetische Inhalte, die gefilmt, geteilt und reproduziert werden können. „Mehr Begegnungen“ klingt dabei wie ein echter Schritt weg von der Bildschirmzeit; Mercuri legt ihn auch praktisch aus: Sie rät jungen Menschen, das Handy öfter wegzulegen, und sagt sinngemäß, sie wolle die Menschen sehen und ihre Stimmen hören. Wer das in der eigenen Wohnung umsetzt, erlebt schnell den Vorteil eines verlässlichen, handwerklich geprägten Tagesrhythmus. Wer es nur performativ übernimmt, übernimmt allerdings auch die Logik, aus dem Privaten eine ständig aktualisierte Projektionsfläche zu machen – mit dem Risiko, dass aus Entschleunigung ein weiterer Wettbewerb wird.

Mercuri verbindet den „Nonna“-Gedanken zudem mit einer ökonomischen Begründung, die im idealisierten Feed oft fehlt. Sie wirft nichts weg, verwandelt überschüssiges Obst in Marmelade, brät ältere Auberginen und kocht aus Karottenresten Brühe. Für sie ist das keine Lifestyle-Geste, sondern eine Art Selbstschutz: Wer viele Dinge selbst kann, kommt auch mit einem kleinen und schlecht bezahlten Job aus. In dieser Perspektive wird „Nicht wegwerfen, selbst machen“ zu einer Form von Resilienz – und nicht nur zu einem Bild von Gemütlichkeit. Damit schiebt sie die Diskussion weg von „Wer postet am besten“ hin zu „Welche Fähigkeiten halten in schwierigen Zeiten“. Für Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die digitale Kultur beobachten, ist das relevant, weil hier Medienkommunikation auf Kompetenzen trifft, die nicht nur konsumierbar, sondern nutzbar sind.

Gleichzeitig warnt Herrmann ausdrücklich davor, unbezahlte Arbeit von Frauen zu verklären. Hausarbeit, Kochen und Fürsorge seien für viele Frauen keine entspannenden Hobbys gewesen, sondern harte Arbeit. Auch wirtschaftliche Abhängigkeit und fehlende Rechte würden im idealisierten Bild der „Nonna“ häufig ausgeblendet. Genau hier liegt der sensible Kern der Debatte: Der Trend kann junge Menschen motivieren, weniger zu verschwenden, mehr Selbstständigkeit zu wagen und bewusster Kontakte zu pflegen. Aber er kann auch jene Unsichtbarkeit verlängern, die er scheinbar auflösen will. Mercuri versucht dieses Framing zu drehen, indem sie ihre Lebensführung mit Unabhängigkeit verknüpft und sagt: Sie würde nichts ändern. Für die Wirkung im digitalen Raum reicht diese persönliche Perspektive jedoch nicht aus, wenn die strukturellen Bedingungen nicht mitgedacht werden.

Am Ende zeigt „Nonna-Maxxing“, wie eng Inspiration und Inszenierung im Social-Web inzwischen verflochten sind. Der Begriff zeigt, dass selbst der Rückzug aus der digitalen Leistungskultur digital vermarktet wird; und dass sich ein langsamerer Alltag besonders gut verbreitet, wenn er in kurze, visuell verständliche Momente zerlegt wird. Merkurs Lebensgeschichte macht dabei deutlich, wie stark das romantische Bild häufig von der Realität vieler älterer Frauen abweicht: Kochen, Vorratshaltung, Fürsorge und Handarbeit waren oft keine Freizeitbeschäftigungen, sondern Teil eines arbeitsreichen und wirtschaftlich unsicheren Lebens. Für jüngere Menschen kann daraus trotzdem eine praktische Orientierung entstehen – wenn der Trend nicht nur als Vorlage für Reels verstanden wird, sondern als Einladung, Fähigkeiten zu schätzen und Verantwortung in der eigenen Umgebung sichtbar zu machen.


💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!


Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
152 Bewertungen
Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
  • ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
334 Bewertungen
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
  • IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
1.501 Bewertungen
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
  • 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
53 Bewertungen
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
  • 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
946 Bewertungen
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
  • V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.


Hat Ihnen der Artikel bzw. die News - „Nonna-Maxxing“: Italiens Oma-Ideal entzaubert Leistungskultur im Netz - gefallen? Dann abonnieren Sie uns doch auf Insta: AI News, Tech Trends & Robotics - Instagram - Boltwise

Unseren KI-Morning-Newsletter «Der KI News Espresso» mit den besten KI-News des letzten Tages gratis per eMail - ohne Werbung: Hier kostenlos eintragen!





Folgen Sie aktuellen Beiträge über KI & Robotik auf Twitter, Telegram, Facebook oder LinkedIn!
Hinweis: Teile dieses Textes könnten mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert worden sein. Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Finanzberatung dar und sind nicht als solche gedacht. Die Informationen sind allgemeiner Natur und dienen nur zu Informationszwecken. Wenn Sie Finanzberatung für Ihre individuelle Situation benötigen, sollten Sie den Rat von einem qualifizierten Finanzberater einholen. IT BOLTWISE® schließt jegliche Regressansprüche aus.









Ergänzungen und Infos bitte an die Redaktion per eMail an de-info[at]it-boltwise.de. Da wir bei KI-erzeugten News und Inhalten selten auftretende KI-Halluzinationen nicht ausschließen können, bitten wir Sie bei Falschangaben und Fehlinformationen uns via eMail zu kontaktieren und zu informieren. Bitte vergessen Sie nicht in der eMail die Artikel-Headline zu nennen: "„Nonna-Maxxing“: Italiens Oma-Ideal entzaubert Leistungskultur im Netz".
Stichwörter AI Alltag Artificial Intelligence Digital Countertrend Fürsorge Hausarbeit Instagram Italien KI Künstliche Intelligenz Selbstständigkeit Social Media Tiktok
Alle Märkte in Echtzeit verfolgen - 30 Tage kostenlos testen!
Kein nächster Artikel
Vorheriger Artikel

Universal Health Services startet Three Trails Behavioral Hospital in Missouri


Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "„Nonna-Maxxing“: Italiens Oma-Ideal entzaubert Leistungskultur im Netz" für unsere Leser?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Die aktuellen intelligenten Ringe, intelligenten Brillen, intelligenten Uhren oder KI-Smartphones auf Amazon entdecken! (Sponsored)


  • Es werden alle Kommentare moderiert!

    Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.

    Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.

    Du willst nichts verpassen?

    Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "„Nonna-Maxxing“: Italiens Oma-Ideal entzaubert Leistungskultur im Netz" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
    Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »„Nonna-Maxxing“: Italiens Oma-Ideal entzaubert Leistungskultur im Netz« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!


    755 Leser gerade online auf IT BOLTWISE
    KI-Jobs