LONDON / LONDON (IT BOLTWISE) – NVIDIA hebt die Preise für GDDR6- und GDDR7-Speicherkits der RTX-Serie um 20 bis 30 Prozent an, gestützt auf deutlich steigende Speicherkosten und globale Engpässe. Für Endkunden zeigt sich der Effekt bereits: Eine ASUS RTX 5080 liegt laut Angaben bei rund 1.595 Euro statt etwa 1.199 Euro. Auch bei KI-Systemen für Rechenzentren kommt es zu spürbaren Veränderungen, darunter eine Halbierung der SOCAMM-Kapazität in der Vera-Rubin-Serie. Offen bleibt, wie lange der Speichermarkt bis in die Jahre 2027 und 2028 hinein angespannt bleibt.

Steigende Speicherkosten treffen die GPU-Preise bei NVIDIA derzeit deutlich härter als viele Käufer erwartet hätten. Der Kern der Meldung ist nicht nur „mehr Nachfrage“, sondern die konkrete Kostenstruktur: Speicherkomponenten sollen inzwischen fast 30 Prozent der Gesamtkosten hochwertiger KI-Hardware ausmachen. Für die RTX-Serie bedeutet das Ende Juli 2026 einen weiteren Preisschritt, der sich schon allein deshalb bemerkbar macht, weil Grafikkarten im Alltag häufig als reines GPU-„Produkt“ wahrgenommen werden, tatsächlich aber stark von der Verfügbarkeit und dem Preis des zugehörigen VRAM abhängen.
Der wichtigste Hebel liegt laut Quelle bei GDDR6- und GDDR7-Speicherkits, die NVIDIA für die RTX-Serie ab Ende Juli 2026 um 20 bis 30 Prozent teurer stellt. Diese Anpassung ist bereits der dritte Preisschub seit Jahresbeginn, was die Dynamik auf einen länger anhaltenden Engpass statt auf einen kurzfristigen Ausreißer hindeutet. Besonders relevant für Partner-Ökosysteme wie ASUS, MSI und Gigabyte: Berichten zufolge wurden sie informiert, dass NVIDIA die Speichermodule nicht mehr als Bundle liefert. Damit kaufen Partner den Speicher zu Marktpreisen ein – und geben Preisschwankungen zwangsläufig schneller an Endkunden weiter, weil die Einkaufs- und Build-Zyklen bei Board-Produkten enger getaktet sind.
Die Auswirkungen werden in der Quelle mit konkreten Preispunkten unterfüttert. So soll eine ASUS RTX 5080 aktuell rund 1.595 Euro kosten, nach etwa 1.199 Euro zuvor. Noch deutlicher fällt der Sprung bei der RTX 5070 Ti mit 16 GB VRAM aus: rund 1.581 Euro bedeuten laut Angaben einen Anstieg um 49 Prozent gegenüber dem Stand von November 2025. Technisch plausibel wird das über eine Kostenannahme, die die Quelle nennt: steigende Kosten für Videospeicher verteuerten die Herstellung einer Grafikkarte um etwa zehn Euro pro Gigabyte. Für CIOs und Procurement-Teams im Enterprise-Umfeld ist damit weniger die einzelne Grafikkarte entscheidend als vielmehr das Modell, dass sich bei knappen Speichergrößen die Stückkosten überproportional auf den Gesamtpreis abbilden.
Auch im Rechenzentrumssegment zeigt der Text, dass der Engpass nicht nur „am Rand“ wirkt, sondern in Architektur- und Kapazitätsentscheidungen hineinreicht. Laut Analyse habe NVIDIA die SOCAMM-Kapazität seiner Vera-Rubin-Serie halbiert: Statt 192 GB stünden nun nur noch 96 GB Speicher pro CPU zur Verfügung. Für ein komplettes NVL72-Rack reduziert sich das von 55 Terabyte auf rund 28 Terabyte Gesamtspeicher. Entscheidend ist hier die Konsequenz für Trainings- und Inferenzpipelines: Weniger verfügbare Speicherbandbreite und Kapazität können die zulässigen Modellgrößen, Batch-Strategien oder das Timing von Datentransfers zwischen VRAM, Systemspeicher und Storage beeinflussen – selbst wenn die Rechenleistung der GPUs unverändert bleibt.
Während Hardware-Kosten steigen, profitieren Speicherhersteller offenbar stark von der Knappheit. SK Hynix meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von umgerechnet rund 54,5 Milliarden Euro (+257 Prozent im Jahresvergleich) und einen operativen Gewinn von etwa 41,6 Milliarden Euro (+557 Prozent). Zur Stabilisierung sollen zudem rund zehn langfristige Lieferverträge mit großen KI-Kunden abgeschlossen worden sein, teils mit bis zu fünf Jahren Laufzeit. Für die Marktdynamik ist das doppelt relevant: Erstens verringert es die kurzfristige Volatilität, zweitens konserviert es Kapazitäten in Richtung der margenstarken und planbaren Bedarfe – genau dort, wo Rechenzentren wie im Text beschrieben priorisieren.
Gleichzeitig steigt das Risiko für rechtliche Auseinandersetzungen rund um Preisbildung und Lieferverhalten. Eine Sammelklage wurde laut Quelle gegen Samsung, SK Hynix und Micron eingereicht; darin wird den Unternehmen vorgeworfen, das Angebot künstlich verknappt zu haben, um die Preise in die Höhe zu treiben. In einigen Segmenten sollen die Speicherpreise demnach um bis zu 700 Prozent gestiegen sein. Bis zu einer gerichtlichen Klärung bleibt das ein Vorwurfsszenario – für Unternehmen heißt das in der Praxis: Beschaffungs- und Vertragsentscheidungen sollten nicht allein auf kurzfristigen Marktbewegungen basieren, sondern auch dokumentierbar sein, falls Nachweise zu Lieferketten, Spezifikationen und Preislogik künftig stärker unter die Lupe genommen werden.
Wie lange die Engpässe dauern, deutet die Quelle mit mehreren Prognosen an. Ein JP-Morgan-Bericht vom Juli 2026 nennt zwar einen leichten Rückgang der H100-GPU-Mietpreise um 1,1 Prozent als ersten Rückgang seit sieben Monaten, doch der Speichermarkt insgesamt bleibe angespannt. Der CEO von Apacer prognostiziert, dass Lieferungen von DRAM-Chips an Drittanbieter-Modulhersteller 2027 im Vergleich zu 2026 um über 70 Prozent einbrechen könnten; Grund sei die Bevorzugung margenstarker HBM- und Server-RAM-Produkte für Rechenzentren. Auch für DRAM seien weitere Preissteigerungen im dritten Quartal 2026 genannt, und Analysten sehen eine Preiswende bei DRAM frühestens Mitte 2028, während die Verknappung bei Hochgeschwindigkeitsspeicher bis 2028 anhalten könne.
Für Betreiber von KI-Infrastruktur lässt sich daraus vor allem eine Priorität ableiten: Speicherplanung wird zur direkten Kosten- und Performanceplanung. Wenn die Quelle davon ausgeht, dass Speicher inzwischen 29 Prozent der Materialkosten (BOM) eines Systems ausmacht, während NVIDIA typischerweise eher bei etwa 20 Prozent lag, dann verschiebt sich die wirtschaftliche Balance der gesamten Plattform-Planung. Unternehmen, die Trainingsjobs mit festen VRAM-Budgets laufen lassen, sollten zusätzlich ihre Einkaufsfenster und Spezifikationspfade prüfen, insbesondere bei Modellen mit wechselnden VRAM-Konfigurationen. Der nächste offizielle Finanzbericht von NVIDIA erscheint am 26. August – bis dahin bleibt entscheidend, ob sich der Preisdruck über den Speicherzyklus beruhigt oder ob sich die Engpasslogik weiter in neue Hardware-Generationen und Rack-Designs fortsetzt.
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