STUTTGART / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Innovationsplattform NXTGN Startup Factory erweitert ihr Konsortium um die Universitäten Tübingen, Freiburg und Hohenheim. Damit sollen Gründungs- und Transferservices enger mit dem landesweiten Ökosystem verzahnt werden. Vor allem die KI- und Cyber-Cluster in Tübingen sowie die Life-Science- und Nachhaltigkeitsprofile in Freiburg sollen neue Impulse für den „Next Generation Mittelstand“ liefern. Wie schnell sich daraus marktfähige Gründungen ableiten lassen, wird nun auch in weiteren Regionen im Land relevant.

Die NXTGN Startup Factory macht die nächste Wachstumsstufe vor allem an den Landesuniversitäten fest: Tübingen, Freiburg und Hohenheim sind ab sofort neue Konsortialpartnerinnen der Innovationsplattform in Baden-Württemberg. Für Unternehmen und potenzielle Gründer verändert sich damit nicht nur die Zahl der beteiligten Hochschulen, sondern vor allem die geografische Reichweite im Land sowie der Zugang zu unterschiedlichen wissenschaftlichen Kompetenzen. Während NXTGN bislang stark auf ein Netzwerk aus Technologie- und Wirtschaftsnahen Institutionen sowie Hochschulen setzte, erweitert das Konsortium nun die akademische Basis um drei weitere Standorte, die jeweils eigene Schwerpunkte mitbringen.
Technisch gedacht ist der Kern dieses Schritts weniger „neue Projekte“ als vielmehr die bessere Kopplung zwischen Forschung und Umsetzung: Die Gründungs- und Transferservices der drei Universitäten sollen sich enger mit dem landesweiten NXTGN-Ökosystem verbinden. In der Praxis bedeutet das typischerweise, dass Frühphasen-Teams schneller von Laborwissen zu Prototypen, von Prototypen zu Pilotkunden und von dort in skalierbare Geschäftsmodelle gelangen sollen. Für die Universitäten selbst ergeben sich dafür Zugänge zu führenden Industrie- und Mittelstandsnetzwerken, zu überregionaler Sichtbarkeit sowie zu gemeinsamen Programmen, die nicht an einzelnen Fakultätsgrenzen stoppen. Gleichzeitig gewinnt das Konsortium laut eigener Darstellung zusätzliche wissenschaftliche Exzellenz, neue Technologiefelder und mehr lokale Andockpunkte.
Besonders deutlich wird die inhaltliche Ergänzung in den Profilen der drei neuen Partnerinnen: Tübingen tritt mit mehreren Exzellenzclustern an, nennt das KI-Kompetenzzentrum „Tübingen AI Center“ und ist außerdem Standort des „Cyber Valley“, das als großes Forschungskonsortium im KI-Umfeld beschrieben wird. Damit bündelt NXTGN in diesem Teil des Verbunds nicht nur akademische KI-Kompetenz, sondern auch ein Umfeld, das sich über Forschungskooperationen hinweg auf Transfer und industrielle Anschlussfähigkeit ausrichtet. Freiburg liefert dagegen ein stärker interdisziplinär ausgerichtetes Portfolio mit Fokus auf Life Sciences und Nachhaltigkeit, ergänzt durch zwei Exzellenzcluster sowie die Beteiligung an einem Innovationscampus zum Thema Nachhaltigkeit. Hohenheim schließlich bringt ein „einzigartiges Profil“ in Bioökonomie und Agri-Food ein und ergänzt damit das Gesamtbild um natur- und lebenswissenschaftliche Anwendungsfelder, die für viele Mittelstandsindustrien direkt anschlussfähig sind.
Die Erweiterung kommt außerdem zur richtigen Zeit für den Mittelstand, weil Programme zur „Next Generation Mittelstand“-Qualifizierung in der Regel nach genau solchen Schnittstellen suchen: erstens nach Themen, bei denen wissenschaftliche Ergebnisse schnell in Produkt- oder Prozessinnovation übersetzt werden können, und zweitens nach Strukturen, die Gründerinnen und Gründer nicht nur beraten, sondern auch in Netzwerke, Pilotumgebungen und Finanzierungsszenarien einbetten. Im Konsortium selbst bleibt die operative Rolle von NXTGN Management GmbH zentral: Sie wird als operative Einheit beschrieben, die als Brücke zur Privatwirtschaft fungiert, privatwirtschaftliche Partner sowie den „Anchor VC“ Mäß VC mit einbringt und Aufgaben in Umsetzung, Steuerung und Skalierung übernimmt. Gerade diese „Übersetzungsfunktion“ ist für die Skalierung entscheidend, weil aus Forschung ohne Transfer meist Einzelinnovationen werden – und aus Transfer ohne technisches Fundament langfristig selten belastbare Startups.
Auch die Unternehmensseite dürfte von der neuen Hochschulbreite profitieren. Für Mittelstandsunternehmen, die gezielt nach Kooperationspartnern suchen, entstehen zusätzliche Einstiege: über wissenschaftliche Teams, über Transfer- und Gründungsservices oder über thematische Programme, die sich an den Profilen der Hochschulen ausrichten. Für Startups wiederum kann die Konsortialerweiterung die nächste typische Engstelle adressieren: den Weg von einem frühen Proof-of-Concept zu einem belastbaren Entwicklungs- und Marktpfad. Wenn Tübingen etwa KI- und Cyber-Kompetenz in die Plattform trägt, Freiburg seine Life-Science- und Nachhaltigkeitsansätze einbringt und Hohenheim Bioökonomie und Agri-Food stärker verankert, wird das Portfolio für unterschiedliche Branchen breiter. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Teams in einer zu engen Themennische stecken bleiben.
Die strategische Richtung der Plattform lässt sich damit als Versuch lesen, die Innovationspipeline in Baden-Württemberg weiter zu verdichten: nicht nur mehr Kontakte, sondern ein abgestimmtes Zusammenspiel aus wissenschaftlicher Exzellenz und unternehmerischem Umsetzungskontext. Dr. Michael Zyder, Managing Director NXTGN Management GmbH, bringt das in einer wörtlichen Passage auf den Punkt: „Mit Tübingen, Freiburg und Hohenheim gewinnen wir drei forschungsstarke Universitäten, die unser Ökosystem inhaltlich und regional deutlich erweitern. Gemeinsam bringen wir wissenschaftliche Exzellenz noch schneller in marktfähige Gründungen und stärken Baden-Württemberg als einen der führenden Innovationsstandorte Europas“, sagt Dr. Michael Zyder, Managing Director NXTGN Management GmbH. Entscheidend wird nun, wie schnell die Konsortialstrukturen in konkrete Programme und Unterstützungsleistungen übergehen und ob sich daraus messbar mehr marktfähige Gründungen ableiten lassen.
Im Hintergrund bleibt dabei die Basislogik von NXTGN erhalten: Die Plattform verbindet Wissenschaft, Wirtschaft und das Startup-Ökosystem und soll damit den Grundstein für den „Next Generation Mittelstand“ legen. Getragen wird sie von einem Konsortium, das u.a. das KIT, die Universität Stuttgart, die Universität Heidelberg, die Universität Ulm, die bereits etablierten Hochschulpartner sowie weitere Akteure aus Heilbronn umfasst. Ergänzt wird das Gesamtgefüge durch die operative Arbeit der NXTGN Management GmbH, die Partner aus der Privatwirtschaft bündelt und die Plattformaktivitäten skaliert. Mit den drei neuen Landesuniversitäten verschiebt sich der Schwerpunkt nun spürbar: weg von einer reinen Konsortialintegration hin zu einem breiteren, thematisch wie regional differenzierten Zugang zur Innovationskraft im Land.
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