SAN FRANCISCO / LONDON (IT BOLTWISE) – Oracle steht vor einer rechtlichen Herausforderung, da eine Sammelklage wegen angeblicher Fehlinformationen zu KI-Verträgen eingereicht wurde. Trotz eines negativen Cashflows halten Analysten an ihren Kaufempfehlungen fest. Die Aktie erlebte kürzlich eine Kurserholung, ausgelöst durch Stellenabbau im Zuge der KI-Neuausrichtung.

Oracle sieht sich derzeit mit einer bedeutenden rechtlichen Herausforderung konfrontiert. Eine Sammelklage, die am 3. Februar 2026 beim US-Bezirksgericht in Delaware eingereicht wurde, wirft dem Unternehmen vor, Investoren über die Geschwindigkeit der Umsatzumwandlung von KI-Infrastrukturverträgen in die Irre geführt zu haben. Diese Klage betrifft Investoren, die Oracle-Wertpapiere zwischen dem 12. Juni und dem 16. Dezember 2025 erworben haben. Bis zum 6. April können sich Kläger als Lead Plaintiff beim Gericht melden.
Die Vorwürfe gegen Oracle sind nicht trivial. Im September 2025 warnte S&P Global, dass OpenAI bis 2028 mehr als ein Drittel von Oracles Gesamtumsatz ausmachen könnte, was mit Risiken rund um OpenAIs Vertragstreue verbunden ist. Zudem berichtete die Financial Times im Dezember 2025, dass Blue Owl Capital, der Hauptfinancier für Oracles größte US-Rechenzentren, aus der Finanzierung eines 10-Milliarden-Dollar-Projekts für OpenAI ausgestiegen sei.
Parallel zu diesen rechtlichen Herausforderungen erlebt Oracle eine kurzfristige Kurserholung. Am Mittwoch legte die Aktie rund 5 % zu, was auf Stellenabbau im Zuge der KI-Neuausrichtung zurückzuführen ist. Analysten bleiben trotz des negativen Cashflows optimistisch. Bernstein-Analyst Mark Moerdler bekräftigte sein Kaufvotum mit einem Kursziel von 319 Dollar, während die Bank of America die Abdeckung mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 200 Dollar wieder aufnahm.
Die operative Entwicklung von Oracle zeigt ein zweigeteiltes Bild. Der Cloud-Umsatz stieg um 44 % auf 8,9 Milliarden Dollar, während der Auftragsbestand um 325 % auf einen Rekordwert von 553 Milliarden Dollar kletterte, getrieben durch KI-Großverträge. Gleichzeitig ist der Free Cashflow auf rund minus 24,7 Milliarden Dollar auf Zwölfmonatsbasis abgerutscht, was den Investitionsdruck deutlich widerspiegelt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 23 % verloren und notiert weit unterhalb des 52-Wochen-Hochs vom September 2025.
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