WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Die NASA steht vor einer potenziellen Neuausrichtung ihrer Weltraumforschung, indem sie mehr auf Outsourcing setzt. Die kürzlich gestartete ESCAPADE-Mission zum Mars könnte als Testfall für diese Strategie dienen und zeigen, ob kostengünstige, ausgelagerte Wissenschaftsmissionen die Zukunft der interplanetaren Forschung prägen können.

Die NASA könnte sich in naher Zukunft stärker auf Outsourcing bei der Weltraumforschung konzentrieren. Die kürzlich gestartete ESCAPADE-Mission zum Mars, die von Blue Origins New Glenn-Rakete ins All gebracht wurde, könnte als Prüfstein für diese Strategie dienen. Die Mission, die von der Space Sciences Laboratory der University of California, Berkeley geleitet wird, soll die Interaktionen des Mars mit dem Sonnenwind untersuchen. Doch der wissenschaftliche Aspekt ist fast zweitrangig, denn die Mission soll vor allem zeigen, ob akademische und kommerzielle Teams gemeinsam eine kostengünstige Mars-Mission realisieren können.
Die ESCAPADE-Mission ist Teil des Small Innovative Missions for Planetary Exploration (SIMPLEx)-Programms der NASA, das bisher wenig Erfolg hatte. Frühere Missionen scheiterten entweder kurz nach dem Start oder wurden gar nicht erst durchgeführt. Trotz dieser Rückschläge plant Jared Isaacman, der von Präsident Donald Trump als neuer NASA-Leiter nominiert wurde, das Outsourcing weiter auszubauen. Er argumentiert, dass mehrere kleinere, kostengünstige Missionen besser seien als eine einzige teure Mission.
Die Idee, Outsourcing in der Weltraumforschung zu intensivieren, stößt jedoch auf gemischte Reaktionen. Während einige Experten wie Jack Kiraly von der Planetary Society skeptisch sind, ob Outsourcing die gleiche wissenschaftliche Tiefe erreichen kann wie traditionelle NASA-Missionen, sehen andere darin eine Chance, mehr wissenschaftliche Projekte zu realisieren. Rocket Lab, das die ESCAPADE-Satelliten gebaut hat, könnte von dieser Entwicklung profitieren, da das Unternehmen in der Lage ist, Missionen von der Konstruktion bis zur Durchführung in Eigenregie zu managen.
Die nächsten Schritte für ESCAPADE beinhalten das Einschalten und Testen der beiden Raumsonden, die sich auf dem Weg zu einem Lagrange-Punkt befinden, bevor sie ihre Reise zum Mars fortsetzen. Sollte die Mission erfolgreich sein, könnte dies den Weg für weitere kommerzielle und universitäre Projekte ebnen. Die NASA plant bereits vier weitere CLPS-Missionen für das kommende Jahr, die den Erfolg dieser Strategie weiter untermauern könnten.
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