AMSTERDAM / LONDON (IT BOLTWISE) – Percona bringt die Open-Source-Datenbank-Community vom 9. bis 11. September 2026 nach Amsterdam. Im Mittelpunkt stehen Keynotes und rund 50 Präsentationen zu Technologien wie MySQL, PostgreSQL, MongoDB, MariaDB und Valkey. Dabei geht es nicht nur um Performance und Sicherheit, sondern auch um Datenhoheit, Resilienz und rechtliche Rahmenbedingungen wie Legal Holds. Für Teams aus der Praxis dürfte vor allem die Verbindung aus Architektur-Tiefe und Open-Source-Werkzeugen mit Blick auf produktive Deployments entscheidend sein.

Percona Live Amsterdam ist vor allem deshalb spannend, weil die Veranstaltung die typischen Betriebsthemen moderner Datenplattformen offen in den Mittelpunkt rückt: Datenbanken werden in immer komplexeren Umgebungen betrieben, und gleichzeitig steigen die Erwartungen an Verfügbarkeit, Sicherheit und nachvollziehbare Governance. Vom 9. bis 11. September 2026 trifft sich dafür eine internationale Open-Source-Community in Amsterdam, um die Lücke zwischen Labor-Features und produktionsnaher Umsetzung enger zu schließen. Percona positioniert das Event ausdrücklich als Ort für den Austausch zwischen Innovatoren, Architekten und Entwicklern, also genau jene Rollen, die sonst selten gemeinsam über den nächsten Schritt von der Roadmap bis zum Betriebskonzept diskutieren.
Technisch wird der Schwerpunkt breit gesetzt, aber nicht beliebig: Auf der Agenda stehen Keynotes und Sessions zu mehreren etablierten Datenbankfamilien. Genannt werden unter anderem MySQL, PostgreSQL, Valkey, MongoDB und MariaDB. Wer solche Systeme im Alltag betreibt, kennt die wiederkehrenden Fragen: Wie verteilt man Last, wie vermeidet man Hotspots, wie überwacht man Query-Verhalten so, dass aus einem technischen Signal eine belastbare Entscheidung im Betrieb wird? Genau an dieser Stelle verknüpft Percona laut Programm die Plattformperspektive mit konkreten Verbesserungsansätzen aus Unternehmensteams, wodurch sich die Vortragsinhalte eher wie Erfahrungsberichte aus dem Betrieb lesen dürften als wie reine Feature-Demos.
Ein roter Faden zieht sich dabei über die Betriebsebenen hinweg: Datenhoheit, Resilienz und regulatorische Vorgaben sollen nicht als Randnotiz behandelt werden. Im Programm wird das unter anderem mit Themen wie Audit- und Prüfpfaden, Datenaufbewahrung sowie Legal Holds für Datenbanken adressiert. Auch der Hinweis, dass Teams sowohl Leistungsfähigkeit als auch Sicherheit sicherstellen müssen, passt in die Realität vieler Organisationen: Geschäftskritische Daten lassen sich heute kaum noch nur über „Backup und hoffen“ absichern. Stattdessen geht es um kontrollierte Zustände, reproduzierbare Changes, Segmentierung von Zugriffen und um die Frage, wie sich Compliance-Anforderungen in Datenbank-Workflows abbilden lassen, ohne die Entwicklerproduktivität auszubremsen.
Der Marktbezug entsteht in Amsterdam nicht nur durch die Themen, sondern auch durch die Bandbreite der beteiligten Anwender. Laut Programm sind Beiträge von Booking.com vorgesehen, unter anderem zu Datenbank-Pipelines, Plugins und Auditing. BigBasket liefert Inhalte zu Verbesserungen im MySQL-Management, während BBVA Query-Tuning und Datenbankoptimierung in MongoDB adressiert. Careem wiederum beschäftigt sich mit der Bereitstellung vertrauenswürdiger, KI-generierter Datenmodelle, was in der Praxis besonders relevant ist, weil KI-Workflows oft auf Datenqualität und Konsistenz angewiesen sind. Ergänzend werden auch Migrationsthemen genannt: Nomura spricht über die Migration von Hadoop NoSQL hin zu Percona Server for MongoDB, und Yandex Cloud bringt Sessions zur Optimierung von Valkey und vernetzten Systemen ein. Für Entscheider ist das interessant, weil es zeigt, wie heterogene Architekturen zusammengeführt werden, ohne dass Teams bei jedem Integrationsschritt bei Null beginnen müssen.
Auch aus Sicht der Architektur ist die Mischung aus Open-Source-Datenbanken und Betriebskomponenten ein Hinweis auf den Reifegrad der Community. Valkey ist dabei ein Beispiel dafür, dass moderne In-Memory- und Cache-nahe Datenebenen zunehmend als eigener Betriebsbereich behandelt werden. Die erwähnte Isolation von Datenbanken in Valkey deutet darauf hin, dass es weniger um „ein Tool austauschen“ geht, sondern um Betriebsgrenzen: Welche Komponenten dürfen miteinander sprechen, welche Daten müssen streng getrennt bleiben, und wie lässt sich das so konfigurieren, dass Monitoring und Fehleranalyse nicht zum Ratespiel werden? Gleichzeitig zeigen Sessions zur Bereitstellung resilienter MongoDB-Deployments über mehrere Regionen hinweg, dass Hochverfügbarkeit nicht automatisch entsteht, nur weil Rechenzentren vorhanden sind. Entscheidend sind vielmehr Metriken, Failover-Strategien und ein konsistentes Deployment- und Rollback-Konzept.
Für Entwickler und Betriebsteams dürfte zudem die Open-Source-Werkzeugseite ein praktischer Teil des Events werden. Percona Live weist ausdrücklich auf Community-Projekte hin, darunter OurSQL Foundation für mehrere MySQL-Community-Projekte. PostgreSQL-Experten sollen über die Vorbereitungen auf den für Ende September erwarteten Start von Version 19 berichten, was zeigt, wie sehr das Event auch als „Signalgeber“ für technische Releases fungiert. Außerdem werden Werkzeuge wie MyVector für Vektorspeicherung und -suche in MySQL sowie MyDumper für Backups von MySQL genannt. Dazu kommen OpenEverest als Open-Source-Lösung für automatisierte Bereitstellung und Verwaltung von Datenbanken und weitere Community-Formate wie BuildDevCon. In der Summe beschreibt das Programm einen stack-nahen Ansatz: Von Backup und Deployment bis hin zu Query-Optimierung und Audit-Mechanismen werden Bausteine sichtbar gemacht, die in vielen Organisationen sonst über verschiedene Teams und Lieferketten verteilt sind.
Neben den inhaltlichen Schwerpunkten positioniert Percona die Veranstaltung auch als Plattform für die langfristige Funktionsfähigkeit von Open Source. In einer Keynote soll es unter anderem um die Abhängigkeit von Lizenzmodellen und weiteren Rahmenbedingungen gehen, damit Open-Source-Software nachhaltig und effektiv betrieben werden kann. Genau diese Frage ist inzwischen für viele CIOs und Plattformverantwortliche Teil des Architektur- und Beschaffungsprozesses: Open Source ist nicht nur Code, sondern auch ein Ökosystem aus Wartung, Sicherheitsupdates, Supportpfaden und Beitragslogik. Wenn Percona dazu auf dem Event explizit die Gemeinschaft in den Vordergrund stellt, passt das in die Erwartung vieler Unternehmen, dass Governance und Betriebssicherheit nicht „aus dem Community-Charme heraus“ entstehen, sondern geplant werden müssen.
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