MONTREAL / LONDON (IT BOLTWISE) – Planpoint startet als neue Immobilienmarketing-Plattform für interaktive Grundrisse, 3D-Touren und Vertriebsanalysen. Das Unternehmen wird in Kanada und den USA bereits von Immobilien-Teams genutzt und meldet dabei 24,7 Millionen Ansichten sowie 15,3 Millionen Downloads von Grundrissen. Die Software ordnet Standbilder im Plan so zu, dass Nutzer Küchen, Konferenzräume oder andere Räume per Klick direkt im Grundriss erkennen. Planpoint positioniert sich damit als Aktualisierungs- und Präsentationsschicht für Portfolios und Projektwebsites.

Die Vorstellung klingt erst nach einer Detailverbesserung im Immobilienmarketing: Wer eine Wohnung oder ein Gewerbeobjekt sucht, bekommt nicht nur einen statischen Grundriss, sondern kann Grundrisse in Echtzeit erkunden und dabei zusätzliche Inhalte wie Raumansichten oder sogar 3D-Touren abrufen. Genau an dieser Schnittstelle setzt Planpoint an, eine Immobilienmarketingplattform, die Grundrisse und Lagepläne in interaktive Tools für Verkauf und Vermietung umwandelt. Nach Angaben des Unternehmens ist die in Montreal ansässige Neugründung bereits bei Entwickler- und Immobilienteams im Einsatz, darunter Brigil, Cogir und Mach, und adressiert damit vor allem die Praxisfrage, wie Informationen im Vertrieb schnell aktualisiert und dennoch einheitlich dargestellt werden.
Technisch beschreibt Planpoint sein Verfahren als Zuordnung von Raumaufnahmen zu einem Planbild: Nutzer wählen ein Stockwerk, sehen den dazugehörigen Grundriss und erhalten dann die Bildansicht des gewählten Raums. Der CEO und Mitbegründer Laurent Cardinal beschreibt es dabei bildhaft als eine Art Präsentationssystem, bei dem jedes Standbild dem Grundriss zugeordnet ist, sodass der Aufnahmeort erkennbar bleibt. Tippt ein Anwender im Plan etwa auf die Küche, erscheint das zugehörige Bild; bei einem Bürogebäude wird entsprechend der Konferenzraum gezeigt. Diese Logik ist weniger „3D für alles“ als vielmehr eine gezielte Verknüpfung von Immobilien-Bildmaterial mit der geografischen Struktur des Grundrisses – ein Ansatz, der sich für unterschiedliche Gebäudetypen und Portfolio-Strukturen anpassen soll.
In der Vermarktung heißt das konkret: Planpoint wird als Software-as-a-Service bereitgestellt und ermöglicht interaktive Grundrisse, 3D-Touren sowie Analysen für den Immobilienvertrieb und die Vermietung. Das System lässt sich nach Unternehmensangaben für neue Eigentumswohnungen, Mietwohnungen, Einfamilienhausprojekte, Grundstücksentwicklungen, Seniorenwohnungen und Gewerbeimmobilien konfigurieren. Für Teams ergibt sich daraus ein wiederverwendbarer Baukasten, mit dem sie ein Portfolio abbilden und Präsentationen je Immobilie zuschneiden können, ohne jedes Mal von vorn anzufangen. Zudem hebt Planpoint den Einbettungs- und Branding-Aspekt hervor: Die Plattform kann in Projektwebsites integriert und an das Layout der jeweiligen Immobilie angepasst werden, während gleichzeitig die Informationen aktuell gehalten werden sollen.
Dass es Planpoint dabei nicht nur um „interaktiver als PDF“ geht, zeigt der Blick auf die gemessene Nutzung. Das Unternehmen nennt bereits mehr als 24,7 Millionen Ansichten von Wohneinheiten, 15,3 Millionen Downloads von Grundrissen und eine Million Favoriten. Diese Kennzahlen sind für Produkt- und Marketingteams relevant, weil sie zwischen reiner Neugier und späterer Kauf- oder Mietabsicht unterscheiden helfen können: Downloads und Favoriten wirken typischerweise wie ein Schritt näher an der Entscheidungsphase, während Ansichten eher die Anfangsinteraktion abbilden. Gleichzeitig werden so auch interne Prozesse adressiert, etwa wenn Vertriebsteams die Verfügbarkeit im Kontext darstellen, also nicht nur „ein Grundriss“ liefern, sondern Einheiten im Gebäudegefüge verständlich machen.
Wichtig ist dabei auch der Zielkonflikt, der in der Immobilienbranche regelmäßig auftaucht: Makler und Vermarktungsteams brauchen Werkzeuge, die ihre Exposés und Online-Präsenzen schnell aktualisieren, während Endnutzer vor allem Orientierung, Vergleichbarkeit und geringe Einstiegshürden erwarten. Planpoint positioniert sich laut Cardinal daher mit einem doppelten Fokus: Die Software richtet sich an Immobilienmakler, die sie in ihren Exposés verwenden, aber der Endnutzer bleibt letztlich Mieter oder Käufer, die einen Ort zum Anmieten bzw. Erwerb suchen. Das erklärt auch die Schwerpunktlogik der Plattform, Standbilder direkt im Plan zu verorten und Besuchern den Vergleich über mehrere Einheiten hinweg zu ermöglichen – inklusive der Möglichkeit, Grundrisse herunterzuladen und Favoriten zu speichern.
Der Start aus dem Stealth-Modus und die eigenfinanzierte Finanzierung sind zudem ein Hinweis darauf, wie Planpoint sich aktuell im Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Conversion-Raten positioniert. Der Markt hat zwar viele Anbieter, die „digitale Grundrisse“ oder „virtuelle Rundgänge“ versprechen; häufig bleiben diese aber entweder zu statisch oder zu schwergewichtig in der Erstellung. Planpoint versucht dagegen, eine schlanke Interaktionsschicht um existierende Grundriss- und Bilddaten herum zu bauen und ergänzt diese um Analytik, Einbettung in Projektwebsites und eine anpassbare Konfiguration. Dass das Unternehmen zusätzlich Geschäftsbeziehungen in London und Südafrika unterhält, deutet darauf hin, dass die Plattform nicht ausschließlich für ein lokales Angebot gedacht ist, sondern perspektivisch in weitere Regionen ausgerollt werden kann.
Für Unternehmen, die mit vielen Grundrissen, Grundrissvarianten und wechselnden Vermarktungsständen arbeiten, kann der praktische Nutzen vor allem in der Aktualität liegen: Wenn Informationen in Plänen, Lageplänen und zugehörigen Raumansichten konsistent bleiben sollen, reduziert eine zentrale Software-Schicht den Aufwand zwischen Website, Exposé und Präsentation. Gleichzeitig sollten Entscheider genau prüfen, wie sich die interaktive Ebene in vorhandene Content-Workflows integrieren lässt und welche Messgrößen die Teams wirklich für ihre Entscheidungen nutzen. Planpoint bringt hier eine klare Richtung ins Spiel, indem es interaktive Erkundung, wiederverwendbare Portfolios und nachverfolgbare Nutzerinteraktionen als Paket betrachtet – ein Ansatz, der besonders dort wirken dürfte, wo Vertriebsteams häufig Inhalte aktualisieren und trotzdem eine konsistente Nutzerführung brauchen.
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