LONDON (IT BOLTWISE) – Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat die Ölpreise in die Höhe getrieben und die G7-Staaten dazu veranlasst, über die Freigabe strategischer Ölreserven zu beraten. Diese Maßnahme soll den rasanten Preisanstieg abfedern und die globale Energieversorgung stabilisieren. Die Finanzminister der G7, darunter auch Deutschland, diskutieren über eine koordinierte Freigabe von bis zu 400 Millionen Barrel Öl.

Die jüngsten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben die Ölpreise auf ein neues Hoch getrieben. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordsee-Sorte Brent erreichte kurzfristig fast 120 Dollar, bevor er sich bei etwa 108 Dollar stabilisierte. Diese Entwicklung hat die G7-Staaten alarmiert, die nun über die Freigabe strategischer Ölreserven nachdenken, um den Markt zu beruhigen.
Die Internationale Energieagentur (IEA) koordiniert die strategischen Reserven der Mitgliedsstaaten, die in Krisensituationen freigegeben werden können. Eine solche Freigabe ist ein seltenes Mittel, das zuletzt 2022 nach der russischen Invasion in der Ukraine eingesetzt wurde. Die USA erwägen, gemeinsam mit anderen G7-Staaten, bis zu 400 Millionen Barrel freizugeben, was etwa 25 bis 30 Prozent der gesamten Reserve ausmacht.
Deutschland hält strategische Ölreserven für mindestens 90 Tage vor, um Versorgungsstörungen auszugleichen. Diese Reserven sind über das gesamte Land verteilt und werden vom Erdölbevorratungsverband (EBV) verwaltet. Sie dienen dazu, in Krisenzeiten die Versorgung mit Rohöl und Mineralölerzeugnissen wie Benzin und Diesel sicherzustellen.
Die Freigabe von Ölreserven ist eine Maßnahme, die nur in außergewöhnlichen Situationen ergriffen wird. Historisch gesehen wurden solche Maßnahmen während des Golfkriegs 1990/91, nach dem Hurrikan Katrina 2005 und beim Ausfall libyscher Ölexporte 2011 koordiniert. Die aktuelle Situation im Nahen Osten könnte erneut eine solche Intervention erfordern, um die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die globalen Märkte zu mildern.
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