VENLO / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Diagnostikanbieter Qiagen sieht sich für weiteres organisches Wachstum gut aufgestellt, trotz anhaltender Übernahmespekulationen. Finanzchef Roland Sackers betont die starke Positionierung des Unternehmens und die Pläne, die Profitabilität weiter zu steigern. Die Aktie reagiert jedoch mit einem leichten Rückgang auf die Spekulationen.

Der Diagnostikanbieter Qiagen, der im Fokus von Übernahmespekulationen steht, hat im Jahr 2025 von einer steigenden Nachfrage nach seinen Kernprodukten profitiert. Für das Jahr 2026 plant das Unternehmen, ähnlich stark zu wachsen wie im Vorjahr, wobei auch der Gewinn weiter steigen soll. Finanzchef Roland Sackers sieht Qiagen gut positioniert, um sich aus eigener Kraft weiterzuentwickeln. In einer Videokonferenz mit Journalisten vermied Sackers es, die Übernahmespekulationen direkt zu kommentieren, dementierte sie jedoch auch nicht ausdrücklich.
Die Aktie von Qiagen fiel am späten Vormittag um knapp ein halbes Prozent, was die Talfahrt nach einem vorherigen Kurssprung fortsetzt. Mitte Januar hatte das Papier aufgrund von Verkaufsfantasien innerhalb weniger Handelstage um rund ein Fünftel zugelegt, seitdem jedoch etwa neun Prozent verloren. Laut Berichten von Brancheninsidern prüft Qiagen strategische Optionen, darunter auch einen möglichen Verkauf.
Qiagen konzentriert sich weiterhin darauf, seine bis 2028 geltende Strategie umzusetzen und die mittelfristige Prognose zu erreichen oder zu übertreffen. Sackers stellte angesichts der deutlichen Margenverbesserung im vergangenen Jahr eine Erhöhung des Profitabilitätsziels für 2028 in Aussicht. Der amtierende Qiagen-Chef Thierry Bernard hatte im November angekündigt, sein Amt aufzugeben, sobald die Nachfolge geklärt ist.
Das Unternehmen bietet unter anderem Probentechnologien und Diagnostiklösungen wie den Tuberkulosetest Quantiferon an. Nach einem starken Lauf während der Pandemie und einer anschließenden Nachfragedelle geht es seit 2024 wieder aufwärts. 2025 stieg der Erlös um sechs Prozent auf knapp 2,09 Milliarden Dollar. Trotz eines Bremseffekts durch US-Zölle stiegen auch das operative Ergebnis und die Marge deutlich.
Für 2026 plant das Management ein Umsatzplus von mindestens fünf Prozent, wobei die wichtigsten Wachstumstreiber um neun Prozent zulegen sollen. Ein erster Umsatzbeitrag von 40 Millionen Dollar wird durch die Übernahme des US-Biotechunternehmens Parse Biosciences erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf mindestens 2,50 Dollar steigen, trotz eines leichten Rückgangs im ersten Quartal aufgrund der Parse-Übernahme und der Zölle.
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