LONDON (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Analyse zeigt, dass etwa 6,9 Millionen Bitcoin in Adressen liegen, in denen öffentliche Schlüssel bereits vollständig auf der Blockchain sichtbar sind. Forscher beschreiben das Risiko als sogenannten „at-rest attack“: Ein künftiger Quantencomputer könnte die privaten Schlüssel offline ableiten und Wallets ohne Vorwarnung leeren. Entscheidend ist dabei nicht nur die Adresstyp-Logik, sondern auch, ob ein bestimmter Empfänger bereits einmal ausgegeben wurde. Damit wird aus einem theoretischen Szenario eine konkrete Checkliste für Halter: Sie müssen ihre Adresshistorie und den Adresstyp kennen.

Wer Bitcoin hält, denkt bei „Quantenrisiko“ oft zuerst an die Zukunft. Die eigentliche Brisanz entsteht jedoch dort, wo sich heute schon Daten befinden, die später „zu viel“ verraten. In einer im März veröffentlichten Arbeit von Google Quantum AI wird beschrieben, wie ein künftiger Quantencomputer nicht nur kurzzeitige Schlüsselereignisse entschlüsseln könnte, sondern gezielt Schlüssel extrahieren kann, die bereits dauerhaft auf der Blockchain hinterlegt sind. Im Fokus steht eine sogenannte at-rest attack: Statt während einer laufenden Transaktion Informationen abzuschöpfen, nimmt ein Angreifer einen bereits bekannten öffentlichen Schlüssel und leitet daraus offline den privaten Schlüssel ab. Für Anleger bedeutet das: Das Risiko hängt davon ab, was eine Adresse bisher auf der Kette „preisgegeben“ hat.
Die Größenordnung, die die Arbeit nennt, ist dabei konkret genug, um Prioritäten zu erzwingen. Demnach sind etwa 6,9 Millionen Bitcoin in Adressen zu finden, bei denen der volle öffentliche Schlüssel auf dem Ledger bereits sichtbar ist. Bei Ethereum wird parallel von ungefähr 20,5 Millionen Ether in vergleichbaren, „exponierten“ Konten berichtet. Für beide Netzwerke gilt: Die Exponiertheit folgt nicht zwingend einem Fehlverhalten der Nutzer. Sie ist vielmehr eine Folge davon, wie frühere Adresstypen konstruiert wurden und wann bzw. ob eine Adresse bereits ausgegeben wurde. Dadurch kann es vorkommen, dass auch „aktive“ Bestände nicht durch einen schlechten Umgang, sondern durch die einmalige Transaktionshistorie verwertbar werden.
Technisch betrachtet entscheidet die Adressarchitektur, ob ein öffentlicher Schlüssel sofort „verhandelbar“ ist oder erst nach einem ersten Spend sichtbar wird. Bitcoin nutzt verschiedene Output-Typen: Bei P2PK (pay-to-public-key) liegt der vollständige öffentliche Schlüssel direkt im Output-Skript vor. Wer Coins in eine solche Adresse einzahlt, hat damit ab dem Zeitpunkt der Einzahlung bereits eine Information hinterlegt, die später als Ausgangspunkt für die Ableitung dienen kann. Bei P2PKH (pay-to-public-key-hash) wird dagegen nur ein Hash des öffentlichen Schlüssels gespeichert. Ein Quantencomputer kann nach dieser Logik aus einem Hash keinen privaten Schlüssel „direkt“ ableiten; die gefährliche Sichtbarkeit entsteht erst dann, wenn die Adresse zum ersten Mal gespendet wird und bei der Signatur der vollständige öffentliche Schlüssel on-chain offengelegt wird. Besonders viele der rund 6,9 Millionen Bitcoin sollen laut Analyse daher aus wiederverwendeten P2PKH-Adressen stammen, weil jede spätere Einzahlung in dieselbe Adresse die bereits „aufgeschlossene“ Signaturhistorie erbt.
Auch modernere Konstruktionen folgen dieser Grundlinie, werden aber je nach Design schneller oder später zum Problem. Die Arbeit ordnet P2WPKH, P2SH und P2WSH ähnlich ein, weil sie ebenfalls eher mit Hash-Formaten arbeiten und der vollständige öffentliche Schlüssel erst durch einen ausgeführten Spend sichtbar wird. Taproot hingegen ist seit November 2021 ein neues Standardformat und wird in der Studie so eingeordnet, dass es den öffentlichen Schlüssel on-chain „durch Design“ ablegt. Das heißt nicht, dass Taproot „schlecht“ wäre, aber es verschiebt das Timing: Die Exponiertheit liegt eher schon ab der Erstellung vor. Zusätzlich wird eine zweite, oft übersehene Kategorie genannt: nicht alle Risiken führen zu tatsächlich verschiebbaren Beständen. Denn ein Teil der gefährdeten Einträge betrifft Keys, die im Alltag faktisch nicht mehr nutzbar sind.
In diesem Kontext werden 1,7 Millionen Bitcoin als Bestände beschrieben, die in frühen P2PK-Keys liegen und schätzungsweise niemand mehr bewegen kann. Die Independent Advisory Board on Quantum genannte Schätzung ordnet die Keys als Satoshi-era bzw. anderweitig verlorene Schlüssel ein. Der ökonomische Effekt wird in der Quelle mit einem konkreten Bitcoin-Preis von $77.400 beziffert, woraus ein Gegenwert von rund $131 Milliarden resultiert. Entscheidend ist dabei die Logik: Wenn der private Schlüssel fehlt, kann auch ein „quantenfähiger“ Angreifer keine Auszahlung durchführen, und Nutzer können solche Coins nicht einfach auf eine quantenresistente Adresse migrieren. In der Studie wird zudem ein Gedankenmodell für einen Stichtag erwähnt, der Coins ohne Migration einfriert; gleichzeitig wird das Risiko hervorgehoben, das bei einem zu späten oder fehlenden Mechanismus entsteht – nämlich dass sobald ein Angreifer echte Quantenfähigkeit besitzt, die Ausnutzung sofort erfolgen könnte.
Für die praktische Einordnung gibt es am Ende eine einfache Prüffrage, die die Quelle ebenfalls herausarbeitet: Ein Bitcoin-Bestand gilt als exponiert, wenn die zugehörige Adresse bereits einmal ausgegeben wurde. Bei P2PKH-ähnlichen Hash-Formaten gilt: Solange die Adresse nie signiert wurde, bleibt nur der Hash sichtbar und der Schlüssel verborgen. Sobald die Adresse jedoch eine Transaktion signiert hat, taucht der vollständige öffentliche Schlüssel auf der Kette auf, und damit wird die Ableitung für später relevant. Umgekehrt bleiben P2PK– und Taproot-Adressen von Anfang an im betroffenen Zustand. Dass Ethereum und Ripple jeweils eigene Zeitpläne beziehungsweise Protokollanpassungen zur „Quantenresistenz“ anvisieren, wird in der Quelle als Kontrast genannt; für Bitcoin wird dagegen betont, dass eine vergleichbare, ratifizierte Standard-Schutzmaßnahme bisher nicht im gleichen Sinne etabliert wurde. Für Unternehmen und Wallet-Betreiber heißt das: Der beste Zeitpunkt für Risiko-Migration ist nicht „wenn Quantencomputer da sind“, sondern jetzt, wenn man noch kontrollieren kann, welche Adressen wie oft genutzt und damit potenziell exponiert wurden.
Strategisch folgt daraus weniger eine Panik-Entscheidung als eine saubere Bestandsaufnahme. Wer getrennte Adressen nutzt, reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass ein bereits offen gelegter öffentlicher Schlüssel über viele Ein- und Ausgänge „wiederverwendet“ wird. Wer dagegen lange Zeit denselben Adresstyp mit wechselnden Einzahlungen betrieben hat, sollte prüfen, ob es sich um einen Hash-basierten Output handelt und ob die Adresse bereits ausgegeben wurde. Wichtig ist außerdem: Eine zukünftige, von der Community verabschiedete Migration kann in der Regel nicht rückwirkend „wegkodieren“, was einmal on-chain sichtbar war; die Quelle stellt das ausdrücklich als harte Einschränkung dar. Für die Praxis heißt das, dass Wallet-Policies, Cold-Storage-Prozesse und interne Audit-Routinen stärker am Adresstyp und an der historischen Signaturlogik ausgerichtet werden sollten. Genau diese technische Detailebene entscheidet, ob aus dem Quantenrisiko in der eigenen Bilanz ein echtes operatives Problem wird.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Quantencomputer: Welche Bitcoin-Wallets wirklich gefährdet sind" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Quantencomputer: Welche Bitcoin-Wallets wirklich gefährdet sind" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Quantencomputer: Welche Bitcoin-Wallets wirklich gefährdet sind« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!