SOUTH TEXAS / LONDON (IT BOLTWISE) – SpaceX plant den nächsten Starship-Testflug nach mehreren Wetter- und Technik-Stopps am Freitag, 24. Juli, mit einem Startfenster von 90 Minuten. Der Liftoff ist für 18:45 Uhr EDT vorgesehen, begleitet von klar definierten Testzielen für Super Heavy und die Starship-Oberstufe. Besonders im Fokus steht die nächste Starlink-V3-Generation: 20 Satelliten sollen aus demselben Flugprofil wie die Rakete ausgesetzt werden. Gleichzeitig will das Unternehmen neue Messdaten zu Hitzeschutz-Kacheln sammeln, bevor es einen erneuten „Chopsticks“-Catch anpeilt.

SpaceX verschiebt Starship Flight 13 auf 24. Juli – Startfenster um 18:45 EDT
SpaceX verschiebt Starship Flight 13 auf 24. Juli – Startfenster um 18:45 EDT (Foto: IT BOLTWISE)
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Nach dem zuletzt abgebrochenen Versuch meldet SpaceX für den 24. Juli den nächsten Anlauf für Starship Flight 13 an. Das Unternehmen setzt dabei auf ein 90-minütiges Zeitfenster, das um 18:45 Uhr EDT (2245 GMT) startet und die Teams in South Texas auf eine sehr konkrete Startuhr festnagelt. Wie bei den bisherigen Tests zeigt sich auch hier: Das Startfenster ist nicht nur Kalenderlogik, sondern die praktische Schnittstelle zwischen Wetterbedingungen, Bahnberechnungen und dem aktuellen technischen Status der Startanlagen sowie der beiden Fahrzeugteile Super Heavy und Ship.

Technisch betrachtet besteht Starship weiterhin aus zwei wiederverwendbaren Stufen: dem Booster Super Heavy als erste Stufe und der Oberstufe Ship, die unter anderem als „Ship“ geführt wird. Beide werden aus Edelstahl gefertigt und sollen so schnell wie möglich wieder einsetzbar sein. Mit einer Gesamthöhe von mehr als 400 Fuß (122 Meter) ist Starship zwar nicht das erste Schwerlastsystem, aber ein auffällig ambitioniertes Design, weil es den Gesamtflugprozess über mehrere harte Phasen hinweg wiederholbar machen soll. Für Flight 13 bedeutet das konkret: Super Heavy soll nach dem Start, der Höhenflug- und Trennphase sowie den notwendigen Bremsmanövern mit Boostback- und Landing Burn-Abschnitten auf einem Off-„Splashdown“-Punkt im Golf von „America“ landen.

Der Abbruch beim ersten Versuch für Flight 13 war letztlich ein Motor-Thema: Mehrere Triebwerke zündeten beim geplanten Start nicht wie vorgesehen, wodurch der Flug direkt am Ende der Vorbereitung abgebrochen wurde. Ein weiterer Wetter-Stop kam beim darauffolgenden Anlauf hinzu, sodass nun ein erneuter Versuch mit dem aktuellen Stand der Modifikationen an Hardware und Software ansteht. SpaceX verfolgt damit nicht nur das Ziel „startet und landet“, sondern arbeitet iterativ am gesamten Ablaufketten-Engineering: von Zündung und Schubaufbau über die saubere Stufenentkopplung bis hin zu den Rückkehrmanövern, bei denen die kontrollierte Landung im Vergleich zu einem rein ballistischen Verlauf deutlich höhere Anforderungen an Regelung und Timing stellt.

Besonders interessant wird Flight 13 aber wegen Ship: Auch die Oberstufe soll wieder eine geplante Rückkehr mit Splashdown im Indischen Ozean vor der Küste Westaustraliens durchführen – ungefähr 65 Minuten nach dem Start. Damit verlagert SpaceX einen Teil der Lernkurve in den Bereich der Datenerhebung aus dem Hitzeschutzsystem, denn das Unternehmen plant bei diesem Flug mehr als nur „passives Beobachten“. Ein Teil der Fahrplanlogik hängt an den Hitzeschutzkacheln (Heat-Shield-Tiles): Diese sollen diesmal mit Lastsensorik ausgelegt sein, damit das Team während des Aufstiegs zusätzliche Messdaten gewinnt. Der Hintergrund ist sauber technisch: In höheren dynamischen Drucksituationen wirken größere Kräfte auf die Befestigungen der Kacheln, was die Datenqualität für die nächste Entwicklungsstufe erhöht – gerade dann, wenn man später wieder einen „Chopsticks“-Catch anstrebt.

Damit treffen zwei Entwicklungslinien aufeinander. Zum einen steht die bisherige Historie der „Chopsticks“-Fangmanöver: Super Heavy wurde bereits mehrfach gefangen, zuletzt war das auf Flight 8 im März 2025 der Fall; Ship hingegen hat dieses Profil in der Vergangenheit noch nicht mit einem „chopsticks“-basierten Catch abgeschlossen. Zum anderen verschiebt Flight 13 den Schwerpunkt auf Nutzdaten für die nächste Betriebsvariante Starship V3. Ship V3 hatte seinen Start- beziehungsweise Debütmodus im Rahmen von Flight 12, bei dem unter anderem mehrere Nutzlasten über den PEZ-Dispenser ausgesetzt wurden und die Oberstufe anschließend erfolgreich geborgen werden konnte. Flight 13 soll nun aufbauend auf diese Ergebnisse zusätzliche Messpunkte liefern und parallel neue Kommunikations- und Nutzlastziele bedienen.

Diese Nutzlastziele sind auch markt- und industriegetrieben, weil Starlink V3 ein deutlich anderes Skalierungs- und Launch-Profil erfordert als die bisherige Konstellation. In Flight 13 sollen 20 V3-Starlink-Satelliten ausgesetzt werden – als nächster Schritt, um den Ausbau der Netzkapazität und der Nutzer-Performance zu verifizieren. SpaceX beschreibt dafür unter anderem erweiterte Solaranlagen und Antennen sowie den Einsatz von Laserkommunikation, um sich mit der größeren Starlink-Flotte zu verbinden. Gleichzeitig wird damit das Friktionsthema „Skalierung“ sichtbar: SpaceX visiert langfristig bis zu 100.000 V3-Satelliten an, während die aktuell größte real konfigurierte Megakonstellation bereits in die Größenordnung von etwa 10.800 Raumfahrzeugen fällt. Das bedeutet praktisch tausende zusätzliche Starts – und damit eine Belastung, die selbst für Falcon 9 jenseits der dort typischen Wiederholraten liegt. Die Gewichte der V3-Satelliten treiben die Komplexität zusätzlich: Pro Satellit werden rund 4.400 Pfund bzw. 2.000 Kilogramm genannt, also eine deutlich andere Logik für Flugparameter und Nutzlastmanagement.

Für Unternehmen und Entwickler liegt der spannendste Punkt in der Kombination aus Mechanik, Software und Datenpipeline. Wenn Ship nach dem Flug den Zustand des Hitzeschutzsystems mit Lastmesskacheln liefert und zudem einen Teil der Satelliten mit Kameras ausrüstet, entsteht ein Feedbackzyklus, der direkt in die nächste Flugentscheidung einfließt: Welche Temperatur- und Belastungsprofile stimmen, wie stabil sind die Befestigungen, und wie gut lassen sich die CFD- und Thermodynamikmodelle auf reale Messdaten „kalibrieren“? Genau an solchen Stellen trennt sich ein einmaliger Test von einer Plattformstrategie. Ob das Wetter am 24. Juli den Zeitplan öffnet, bleibt der externe Faktor; der interne Fokus ist dagegen klar: kontrollierte Rückkehr-Abschnitte für Super Heavy, ein stabiler Splashdown für Ship, und die Vorbereitung auf die nächste Phase, in der der „Chopsticks“-Catch mit Ship endlich in die Praxis überführt werden soll.

Wer live verfolgen will, bekommt ebenfalls einen konkreten Rahmen: SpaceX beginnt die Live-Berichterstattung typischerweise etwa 30 Minuten vor dem Liftoff-Countdown. Zusätzlich ist dokumentiert, dass die Zieltermine mehrfach aktualisiert wurden – zuerst von einem früheren Datum auf den 23. Juli, dann aufgrund der Wetterbedingungen um weitere 24 Stunden auf den 24. Juli. Für Flight 13 heißt das am Ende vor allem eins: Der Test ist so geplant, dass jedes Abweichen messbar wird – im Startfenster, im Rückkehrverhalten und bei der Nutzlastbereitstellung. Für die Nutzer- und Satellitenstrategie bedeutet das zwar keinen „Garant“, aber es liefert die Datengrundlage, auf die eine künftige, deutlich größere Starlink-V3-Operation angewiesen ist.


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