LOS ANGELES / LONDON (IT BOLTWISE) – The Broad startet am 21. November 2026 die Ausstellung „Has the myth been shattered“. Die Schau aus der eigenen Sammlung läuft bis 4. April 2027 und spannt Werke über sechs Jahrzehnte. Im Fokus stehen neue Zugänge zur Mediengeschichte – von LED-Inszenierungen bis zu Archivmaterial. Ein Teil der Kuratierung setzt außerdem auf frei zugängliche Schwerpunkte, während der Museumszugang in der Bauphase veränderte Wege erfordert.

Am 21. November 2026 öffnet das Museum The Broad in Los Angeles für die nächste kuratorische Schwerpunktsetzung: Unter dem Titel „Has the myth been shattered“ zeigt das Haus Arbeiten aus der eigenen Sammlung, die bis zum 4. April 2027 zu sehen sind. Die Ausstellung ist dabei nicht als klassische Chronologie angelegt, sondern als Versuch, Mediengeschichte über die Verbindung von Bildern, Erinnerung und gemeinschaftlichen Erfahrungen lesbar zu machen. Genau diese Stoßrichtung spiegelt sich in der Mischung aus etablierten Namen und jüngeren Ergänzungen wider: Insgesamt sind Werke von 14 Künstlerinnen und Künstlern vorgesehen, darunter Barbara Kruger, Glenn Ligon und Andy Warhol sowie Guadalupe Rosales und Hank Willis Thomas.
Technisch-kurativer Kern der Präsentation ist, dass ältere Arbeiten nicht isoliert stehen, sondern mit neueren Ankaufsvorhaben und unterschiedlichen Mediengattungen zusammengerückt werden. Mehr als ein Dutzend Werke werden erstmals in den Museumsräumen gezeigt, womit die Sammlung nicht nur „neu dekoriert“, sondern faktisch umgebaut wird: Laut Programmdaten wurden fast zwei Drittel der Sammlungsgalerien neu eingerichtet und mehr als 30 Arbeiten aus dem Depot geholt. Diese Neuordnung bildet die Grundlage dafür, wie der Kurationsfokus funktioniert – die Ausstellung setzt Medien nicht nur als Thema, sondern als Form der Produktion und Zirkulation ein.
Gleich zu Beginn greift Guadalupe Rosales mit „Has the myth been shattered“ (2024) eine konkrete Publikationsspur auf: Das Werk integriert eine Titelseite der Los Angeles Times aus der Zeit nach dem Aufstand von 1992 in einen Rahmen mit Spiegel und LED-Lichtern. Der Clou liegt in der Mechanik der Wahrnehmung: Die wechselnden Farben machen die Schlagzeilen zum Bestandteil des Betrachtungsakts und damit zu etwas, das nicht einfach „nur gelesen“, sondern visuell umformuliert wird. Dadurch verschiebt sich der Status des Zeitungsbildes – es wird vom Dokument zum interfaceartigen Objekt, das zugleich Kontext und Irritation liefert.
Auch bei Hank Willis Thomas setzt die Schau auf eine mediale Übersetzung politischer Ereignisse. „Black Survival Guide, or How to Live Through a Police Riot“ (2018) greift ein 13-seitiges Flugblatt aus dem Jahr 1968 auf. Die Texte zu Erster Hilfe und Begegnungen mit der Polizei liegen dabei über Bildern einer Besetzung von Wilmington durch die Nationalgarde. Damit demonstriert die Präsentation, wie Medien in Krisensituationen nicht nur berichten, sondern Handlungsmuster speichern und weitergeben: Flugblatt und Bildkomposition werden zu einer Art Wissensarchiv, das aus der Bildpolitik des 20. Jahrhunderts eine direkte Lesespur in die Gegenwart zieht.
Daneben arbeitet die Ausstellung mit weiteren formalen Strategien, um Macht, Gedächtnis und Darstellung gegeneinander zu kippen. Mickalene Thomas verbindet in „The Charnel House (Resist #5)“ (2021) Archivbilder und Beschriftungen aus der Bürgerrechtsbewegung sowie aus dem Umfeld von Black Lives Matter. Leon Golub wiederum zeigt in seinen sieben Porträts von Nelson Rockefeller (1976) den Blick auf politische Macht. Mark Tanseyys „Matrix“ (1993) schließlich rückt die Materialbedingungen in den Vordergrund: Die Arbeit zeigt eine industrielle Anlage zur Herstellung gedruckter Materialien und erweitert damit die Frage nach Medien um die Bedingungen, unter denen Bilder und Erzählungen überhaupt entstehen.
Für Besucherinnen und Besucher ist neben dem inhaltlichen Konzept auch die praktische Planung relevant. Der Eintritt in die allgemeine Sammlung ist frei, für die Ausstellung stehen unter anderem Werke von Guadalupe Rosales, Hank Willis Thomas, Barbara Kruger, Glenn Ligon und Andy Warhol im Mittelpunkt. Die Metro- Linien A und E fahren zur Station „Grand Avenue Arts/Bunker Hill“; der Zugang zum Museum erfolgt über die Grand Avenue. Der Fußgängersteig über die Hope Street ist derzeit geschlossen, außerdem ist die Hope Street zwischen General Thaddeus Kosciuszko Way und der 2nd Street wegen Ausbauarbeiten gesperrt; die Zufahrt zur Parkgarage läuft über die Grand Avenue.
Wer aus Deutschland anreist, sollte zudem die Einreisebestimmungen nach Staatsangehörigkeit prüfen; deutsche Staatsbürger kontrollieren laut Hinweis die Länderinformationen des Auswärtigen Amts auf auswaertiges-amt.de. Für die digitale Vorbereitung nutzt das Museum darüber hinaus Social-Media-Plattformen, auf denen jeweils per Stichwortsuche „The Broad“ Inhalte auffindbar sind. Insgesamt zeigt „Has the myth been shattered“ damit nicht nur Kunst, sondern verknüpft sichtbar Museumsarbeit, Medienobjekte und den Weg vom historischen Dokument bis zur heutigen Wahrnehmung – ein Ansatz, der gerade im Kontext neuer Sammlungszuschnitte besonders konsistent wirkt.
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