IFA 2026 / LONDON (IT BOLTWISE) – Ugreen stellt Homeagent- und Masteragent-Speicher vor, die KI im Heimnetz ohne Cloudanbindung als Smart-Home-Hub bündeln. Der Homeagent HA100 liefert 26 TOPS auf Basis eines RK3588, das HA100 Pro kommt auf 205 TOPS. Das Topmodell MA100 setzt auf NVIDIAs Jetson Thor T5000 mit bis zu 2.070 TFLOPS. Für den Start sollen die Geräte zunächst über Kickstarter verfügbar sein.

Mit den neuen Homeagent- und Masteragent-Speichern positioniert sich Ugreen klar gegen die bisherige Dominanz cloudbasierter Smart-Home-Setups. Der Kern der Idee: Statt dass Automationen, Bildauswertung oder Gerätekoordination über externe Dienste laufen, übernehmen die Geräte die Datenverarbeitung direkt im lokalen Netz. Ugreen nennt ausdrücklich keine Cloudanbindung als Voraussetzung, wodurch sich auch typische Abhängigkeiten reduzieren lassen, etwa bei Latenzen zwischen Sensorereignis und Reaktion oder bei der Frage, wo Nutzerdaten dauerhaft gespeichert werden.
Technisch bestehen die Modelle nicht nur aus „Storage“, sondern aus einer kombinierten NAS- und KI-Umgebung. Die Homeagent-Geräte arbeiten mit drei SATA-3.0-Einschüben: zwei Laufwerksplätze für NAS-Funktionen und ein weiterer Einschub für einen NVR-Überwachungsspeicher. Beim Masteragent MA100 sind es vier Einschübe – drei für NAS und einer für NVR. Dazu kommen Arbeitsspeicher: Der Homeagent HA100 nutzt 16 GByte LPDDR5, das HA100 Pro 32 GByte. Beim MA100 nennt Ugreen 128 GByte RAM, die sich der Hersteller laut Beschreibung mit der NPU teilt; damit zielt das Topmodell auf größere KI-Workloads und parallele Aufgaben im Heimnetz.
Die KI-Fähigkeiten verteilen sich je nach Produktstufe deutlich. Das HA100-Modell erreicht 26 TOPS, während das HA100 Pro auf 205 TOPS kommt. Im Leistungsbild des MA100 ist dann der große Sprung: Der Masteragent setzt auf NVIDIAs Jetson Thor T5000, bei der Ugreen eine maximale Rechenleistung von bis zu 2.070 TFLOPS nennt. Als CPU nennt Ugreen für die Homeagent-Reihe konkret einen RK3588 (bei HA100) beziehungsweise ein Modell mit der CPU CIX-P1-CP8180 (beim HA100 Pro). Auf Betriebssystemebene läuft auf allen Geräten ein Linux-basiertes, von Ugreen entwickeltes System, das als Grundlage für die KI- und NAS-Dienste dienen soll.
Damit wird aus dem Speicher ein Management-Layer für Smart-Home-Netzwerke. Ugreen beschreibt, dass sich vollständige Setups ohne Cloudzugang steuern lassen und dass mehrere Smart-Home-Geräte synchronisiert werden können, um Abläufe gemeinsam auszulösen. Entscheidend ist dabei die Matter-Kompatibilität: Laut Hersteller können sich die Speichereinheiten auch mit Geräten verbinden, die nicht aus dem eigenen Ugreen-Portfolio stammen. Für die Bedienung nennt Ugreen zwei Wege: die Steuerung über die Ugreen-App und die Nutzung von Sprachbefehlen, die ebenfalls auf Routinen und Geräte durchgreifen sollen. In der Praxis bedeutet das vor allem eine stärkere lokale Orchestrierung, etwa wenn mehrere Sensoren und Aktoren gleichzeitig reagieren müssen oder wenn Bilddaten aus Kameras direkt in geschlossene Workflows eingespeist werden sollen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Überwachungskamera- und Familieninhalten. Ugreen argumentiert, dass Kameras nicht nur Aufzeichnung als Sicherheitsfunktion leisten sollen, sondern auch „wertvolle Momente“ aus dem Alltag festhalten. Die gespeicherten Bilder sollen in einer Galerie auf den Speichern landen, während KI die Suche per Sprachbefehl ermöglichen und sogar Präsentationen starten soll. Damit verschiebt sich der Nutzen von klassischen NVR-Mechaniken hin zu einer semantischen Medienbibliothek: Nutzer fragen nicht nur nach Zeitpunkten oder Ereignis-Clips, sondern nach inhaltlichen Momenten – sofern die KI-Modelle entsprechend trainiert und im lokalen Betrieb performant genug sind.
Für die Erweiterbarkeit setzt Ugreen auf einen M.2-Steckplatz, über den neue KI-Modelle nachgerüstet werden können. Zudem sollen Daten externer Quellen wie Smartphones oder Computer automatisch als Back-up gesichert werden; das adressiert häufige Schwachstellen in Heim-Setups, in denen NAS und Backup-Lösungen oft getrennt gedacht werden. Vermarktet werden die KI-Speicher zunächst über Kickstarter. Dabei nennt Ugreen konkrete Einstiegspreise: Der HA100 soll regulär 1.800 Euro kosten, zum Start in limitierter Anzahl für 900 Euro. Das HA100 Pro wird normalerweise mit 6.000 Euro beziffert, startet aber mit 3.000 Euro. Für den MA100 peilt Ugreen regulär 20.000 Euro an, zum Start werden 10.000 Euro genannt – ein Hinweis darauf, dass Jetson-basierte KI-Hardware im Heimsegment weiterhin deutlich kostenintensiv bleibt.
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