LONDON (IT BOLTWISE) – Eine Untersuchung des IMDEA Networks Institute zeigt, dass in mehreren KI-Chatdiensten nicht nur die Eingaben beim Anbieter verbleiben. In Web-Interfaces und teils auch in Android-Apps werden Gesprächsinformationen offenbar an externe Unternehmen übermittelt. Betroffen sind unter anderem Gesprächstitel, Eingaben und Screenshots, teilweise ergänzt um Nutzerkennungen. Entscheidend ist: Das bloße Ablehnen von Cookies verhindert die Weitergabe nicht in jedem Fall vollständig.

Wer KI-Chatbots nutzt, geht oft davon aus, dass die Unterhaltung mit Texten und Eingaben endet, sobald sie den Server des jeweiligen Anbieters erreicht hat. Die Studie des IMDEA Networks Institute zeichnet jedoch ein deutlich differenzierteres Bild: In der Praxis können bei bestimmten Angeboten zusätzliche Auswerter in den Prozess hineinspielen, weil externe Werbe- oder Trackingdienste schon während der Nutzung eingebunden sind. Für Nutzer entsteht dabei ein blinder Fleck, denn die Kommunikation wirkt nach außen hin wie ein „normaler“ Web- oder App-Dialog, während im Hintergrund unterschiedliche Datenströme entstehen.
Die Forscher haben neun KI-Dienste analysiert und dabei ChatGPT, Claude, Gemini, Grok, DeepSeek, Perplexity, Le Chat, Meta AI sowie Microsoft Copilot berücksichtigt. Bewertet wurden laut Arbeit die Web-Versionen und die jeweils verfügbaren Android-Apps von acht der Anbieter; bei jedem Dienst fanden die Untersuchenden mindestens einen externen Werbe- oder Trackingdienst, insgesamt 44 Drittanbieter. Das ist zwar zunächst nur ein Infrastrukturhinweis, aber er schafft die Voraussetzung dafür, dass Kontextinformationen aus dem Chat überhaupt erst „abgezweigt“ werden können. In weiteren Tests zeigten die Autoren, dass zwischen „Drittanbieter ist eingebunden“ und „Drittanbieter sieht vollständige Inhalte“ klar zu unterscheiden ist.
Konkret berichten die Ergebnisse, dass sechs von neun Web-Diensten und drei von acht Apps Gesprächsinformationen an externe Unternehmen übermittelten. Dazu gehörten unter anderem Gesprächs-URLs, Titel, Nutzer-Eingaben oder Screenshots. In einigen Fällen kamen dauerhafte Nutzerkennungen hinzu, was die Kopplung an bestehende Nutzerprofile erleichtern kann. Dazu passt auch die Beobachtung, dass manche Systeme zusätzlich automatisch erstellte Zusammenfassungen von Gesprächen an Drittanbieter senden. Damit können externe Akteure zumindest indirekt erfahren, worüber eine Person mit dem Chatbot gesprochen hat, ohne den gesamten Chatinhalt vollständig zu erhalten.
Besonders relevant ist aus Datenschutzsicht, dass einige Dienste nach Angaben der Forscher Links zu Unterhaltungen nicht ausreichend schützen. Die Arbeit nennt als Beispiele Grok und Perplexity, bei denen unter anderem Gesprächstitel bzw. Gesprächst-URLs mit schwacher Zugangskontrolle an Tracker weitergegeben worden sein sollen. Im Umfeld solcher Weitergaben werden häufig auch Techniken wie Meta Pixel sichtbar, außerdem fanden die Forscher bei Grok wörtliche Nachrichteninhalte in sogenannten Open-Graph-Metadaten. Solche Metadaten steuern typischerweise, welche Vorschau in sozialen Medien oder bei Link-Teilen angezeigt wird; wenn dabei inhaltliche Fragmente in der Vorschau landen, können Drittanbieter sehr schnell Rückschlüsse auf den Gesprächsgegenstand ziehen.
Auch eine „Cookie aus“-Strategie funktioniert nicht zwangsläufig als Allheilmittel. Die Studie beschreibt, dass das Ablehnen nicht notwendiger Cookies die Übertragung bestimmter Informationen je nach Einwilligungseinstellungen nicht vollständig stoppt. Zwar verändern sich Zahl und Art der eingebundenen Dienste, aber bestimmte Daten konnten offenbar dennoch weiterlaufen, etwa Cookies, gehashte E-Mail-Adressen sowie weitere Kennungen. In Summe können solche Informationen aus Sicht von Tracking-Setups ausreichen, um Nutzer wiederzuerkennen oder Aktivitäten über Dienste hinweg zu verknüpfen, selbst wenn der volle Chattext nicht übertragen wird. Entscheidend ist daher weniger „ein Schalter“, sondern die konkrete Datenweitergabe im Zusammenspiel aus Web-Frontend, App-Integration, Tracking-Skripten und Einwilligungslogik.
Für die technische Einordnung hilft ein nüchternes Bild: Ein externer Tracker kann nicht automatisch den gesamten Chat „lesen“, denn dafür müssten die Systeme die Inhalte explizit an ihn übergeben und der Tracker müsste zudem technisch Zugriff auf den relevanten Datenbestand haben. Genau deshalb betonen die Autoren, dass die Ergebnisse kein pauschales Urteil für jeden Anbieter und jede Situation darstellen. Dennoch zeigt die Untersuchung, warum bei KI-Chats eine vorsichtige Nutzungsstrategie sinnvoll bleibt: besonders sensible persönliche, gesundheitliche oder berufliche Informationen sollten nicht blind in den Chat gegeben werden. Für Unternehmen mit eigenen KI-Workflows kommt hinzu, dass solche Datenflüsse auch Governance-Themen berühren: Wenn Teams KI-Tools für Support, Analyse oder Wissensarbeit einsetzen, müssen sie nicht nur Prompting-Richtlinien definieren, sondern auch prüfen, wie die jeweiligen Frontends technisch eingebettet sind und welche Drittanbieter-Mechanismen dabei mitlaufen.
Aus Marktsicht zeigt die Studie außerdem, dass „Privacy by Design“ bei KI-Anwendungen nicht automatisch mit der Modellqualität mitwächst. Selbst wenn das eigentliche Sprachmodell nur intern verarbeitet wird, können Web- und App-Schichten durch Tracking-Integrationen zusätzlichen Kontext ausleiten. Das betrifft vor allem die frühen Schritte der Nutzerinteraktion: URL-Generierung, Titelbildung, Vorschau-Metadaten und Teilen-Mechanismen. Wer KI-Chatdienste langfristig nutzt, sollte daher auf technische Transparenz achten und Anbieterfragen konsequent an den Datenkategorien ausrichten, die übertragen werden können: URL, Eingabe, Screenshot, Metadaten und Kennungen. Denn genau diese Bausteine entscheiden darüber, wie gut Drittanbieter das Gespräch rekonstruieren können, selbst wenn sie nicht den kompletten Chat bekommen.
Da die Arbeit auf einem technischen Untersuchungsansatz basiert und Unterschiede zwischen Diensten sichtbar macht, bleibt die nächste praktische Frage: Wie stark ist die beobachtete Übertragung unter unterschiedlichen Konto- und Einwilligungsszenarien, und wie schnell werden Frontend-Änderungen nachgebessert? Für Nutzer ist bereits jetzt die Richtung klar: Chats sollten so behandelt werden wie andere datenschutzrelevante Eingabeschnittstellen, inklusive dem Wissen, dass Einwilligungsbanner zwar helfen, aber nicht immer jede Weitergabe verhindern. Gleichzeitig lohnt sich für Verantwortliche im Unternehmen ein Review der KI-Tools, bevor sensible Informationen in produktive Workflows gelangen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Unbemerkte Tracker in KI-Chats: Warum Web-URLs und Eingaben bei Drittanbietern landen können" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Unbemerkte Tracker in KI-Chats: Warum Web-URLs und Eingaben bei Drittanbietern landen können" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Unbemerkte Tracker in KI-Chats: Warum Web-URLs und Eingaben bei Drittanbietern landen können« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!