BUDAPEST / LONDON (IT BOLTWISE) – Im Konflikt um die beschädigte Druschba-Pipeline plant Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban eine eigene Erkundungsmission in die Ukraine. Diese Entscheidung könnte die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter verschärfen, da die Ukraine die Pipeline aufgrund von Kriegsschäden als nicht funktionsfähig erklärt hat. Orban hingegen vermutet politische Motive hinter dem Lieferstopp und fordert eine schnelle Wiederherstellung der Ölversorgung.

Im anhaltenden Konflikt um die Druschba-Pipeline, die Ungarn und die Slowakei mit russischem Öl versorgt, plant der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban eine eigene Erkundungsmission in die Ukraine zu entsenden. Diese Mission soll von einem stellvertretenden Minister des ungarischen Energieministeriums geleitet werden und auch einen Vertreter des ungarischen Mineralölkonzerns MOL umfassen. Die Entscheidung, eine solche Mission zu initiieren, ist ein symbolischer Akt, der den Druck auf die Ukraine erhöhen soll, die Pipeline schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen.
Die Druschba-Pipeline, die bis Ende Januar Öl aus Russland nach Ungarn und in die Slowakei transportierte, wurde laut ukrainischen Angaben durch russische Angriffe beschädigt. Die Ukraine berichtet, dass ein russischer Drohnenangriff im Westen des Landes bei Brody im Gebiet Lwiw ein Tanklager getroffen habe, was zu Schäden an den technischen Systemen der Pipeline-Steuerung führte. Diese Schäden seien von außen nicht sichtbar, erforderten jedoch umfangreiche Reparaturarbeiten, so der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal.
Orban hingegen vermutet, dass der Lieferstopp nicht auf technische Probleme, sondern auf eine politische Entscheidung in Kiew zurückzuführen ist. Diese Vermutung wird von der ukrainischen Regierung entschieden zurückgewiesen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass er mit Orban nicht spreche, da dieser kein Interesse an einem Dialog zeige. Stattdessen stehe er in Kontakt mit dem slowakischen Regierungschef Robert Fico, dem er mitgeteilt habe, dass eine Waffenruhe notwendig sei, um die Pipeline zu reparieren.
Seit dem Stopp der Lieferungen blockiert Orban in der Europäischen Union ein geplantes milliardenschweres EU-Darlehen für die Ukraine sowie weitere Sanktionen gegen Russland. Diese Haltung hat ihm den Ruf eingebracht, der Regierungschef mit den besten Beziehungen zum Kreml zu sein. Während des seit vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat Orban die Abhängigkeit Ungarns von russischem Öl und Erdgas weiter erhöht, was zur Finanzierung der Kriegsmaschinerie Moskaus beiträgt.
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