LONDON (IT BOLTWISE) – Eine Studie eines US-amerikanischen Air-Force-Nachwuchsinstituts zeichnet ein weit verzweigtes Netzwerk von 731 Kontakten zwischen US- und westlichen Akteuren und chinesischen Militär- bzw. Verteidigungsinstituten von 2015 bis 2025 nach. Im Fokus stehen dual-use Technologien wie Hyperschall-Antriebsbausteine, Präzisionslenkung, fortgeschrittene Radar-Ansätze und Halbleiterfertigung. Laut Auswertung lassen sich Kooperationen auch über Konferenzen und längerfristige Forschungs- und Trainingsformate erkennen. Unklar bleibt dabei, ob einzelne Kooperationen bereits beendet wurden oder fortdauern.

Die politische Debatte um Technologietransfer zwischen West und China bekommt durch eine neue Auswertung frische Substanz: Laut einem 236-seitigen Bericht eines US-amerikanischen Air-Force-Denkformats, dem China Aerospace Studies Institute, gab es von 2015 bis 2025 insgesamt 731 Austausch- oder Kontaktfälle zwischen chinesischen Verteidigungs- und Militärlaboren sowie US-amerikanischen und verbündeten Unternehmen und Hochschulen. Die Zahl ist nicht nur wegen ihrer Größenordnung auffällig, sondern auch wegen der Bandbreite. Der Bericht ordnet die Kooperationen Technologien zu, die für die Weiterentwicklung der Volksbefreiungsarmee (PLA) relevant sein sollen, und er bezieht dabei neben Datensätzen aus öffentlichen Quellen auch die Inhalte von Konferenzen und die Ergebnisse gemeinsamer Projekte ein.
Im technischen Kern geht es um mehr als einzelne Zulieferkomponenten. Die Studie nennt Kooperationen, die mit Know-how in Bereichen wie Hyperschall-Propulsion, Explosivstoff-Technologie, U-Boot-Akustik sowie Hydrodynamik, Flugzeugsteuerungen und der Entwicklung von Strahltriebwerken verbunden wurden. Ergänzend werden Themen wie Ballistic-Missile-Penetration, Anti-Elektronik-Jamming sowie Verbundwerkstoffe für Raumfahrt genannt. Besonders deutlich wird der dual-use Charakter auch bei der Beschreibung fortgeschrittener Halbleiterfertigung, Präzisionslenkung und Zieltechnik sowie bei Radar-Entwicklung und Mechanismen, die auf eine Verringerung der Radar-Erkennbarkeit für Schiffe abzielen.
Damit rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die in vielen Tech-Compliance-Diskussionen oft zu kurz kommt: Wie gelangen einzelne Baugruppen und Verfahren überhaupt in die Entwicklungszyklen? Der Bericht verweist hier explizit auf Konferenzen als „weiche Eintrittspunkte“, also Formate, die häufig von Veranstaltern verschleiert würden, um Beteiligungen militärnaher Einheiten zu kaschieren. Gerade wenn Austauschformate nicht als klassische „Produktlieferung“ auftreten, lassen sich Wissen und Prototypenkenntnisse dennoch über Vorträge, gemeinsame Arbeitsgruppen oder begleitende Forschungsphasen übertragen. Für Unternehmen und Universitäten bedeutet das, dass die Risikoanalyse weniger am formalen Vertragswortlaut hängt, sondern an der konkreten Ausgestaltung von Projektpartnern, Programmen und Beteiligten.
Die Studie geht über die akademische Ebene hinaus und nennt zahlreiche US-amerikanische Großakteure. Genannt werden etwa Honeywell, Bell Labs, Cisco, IBM, Intel und Pratt & Whitney. Bei den Hochschulen führt der Bericht unter anderem Harvard, das Massachusetts Institute of Technology, Stanford, das California Institute of Technology, die University of California, Berkeley, sowie Princeton auf. Gleichzeitig betont der Bericht, dass die Auswertung nicht automatisch beweist, dass die gelisteten Einrichtungen in jedem Einzelfall zielgerichtet falsch oder absichtlich rechtswidrig gehandelt hätten; vielmehr könne die Studie den Berichtsdaten zufolge nicht ermitteln, ob einzelne Kooperationen bereits beendet wurden oder fortbestehen. Diese Einordnung ist wichtig, weil sie den Charakter der Veröffentlichung als Kontakt- und Kollaborationsinventar gegenüber einer Schuldzuweisung abgrenzt.
Ein weiterer Strang verbindet die Ergebnisse mit der strategischen Lage. Die Auswertung folgt auf die Veröffentlichung einer National Security Science and Technology Strategy, in der der US-Administration zufolge vor allem das Risiko beschrieben wird, dass China in großem Umfang US-Technologie abschöpfen soll. Laut Strategie soll die sogenannte Military-Civil Fusion-Logik dabei darauf abzielen, private kommerzielle Aktivität und sogar Investitionen US-amerikanischer Personen in Richtung technologischer Vormachtstellung zu lenken; als Instrument werden dabei neben industriepolitischen Mechanismen auch staatssicherheitsbezogene Werkzeuge genannt. Ergänzend verweist die Nationale Sicherheitsstrategie, die im Dezember veröffentlicht wurde, darauf, dass die USA „grand-scale“ geistiges Eigentum sowie Industriespionage verhindern wolle, wobei China in diesem Kontext als wesentlicher Verursacher genannt wird. Für die Tech-Branche verschiebt sich dadurch die Diskussion von einzelnen Projekten hin zu wiederholbaren Transferwegen in Forschung, Engineering und Beschaffungsnetzwerken.
Ein Blick auf die Beispiele, die der Bericht anführt, macht die Spannweite der betrachteten Domänen greifbar. Für das Hyperschallumfeld wird etwa beschrieben, dass 2021 eine Defense S& T Key Lab of Hypersonic Ramjet Technology Konferenzkontakte mit Expertinnen und Experten aus dem Umfeld von Oklahoma State University und Rutgers University sowie aus Ländern wie Kanada, Portugal, Russland, Singapur, Schweden und Großbritannien geführt habe. Honeywell taucht in der Darstellung sowohl für fly-by-wire-fähige Flugzeugsteuerung und Integrationswissen auf, das potenziell militärische Anwendungen besitzen könne, als auch für fortgeschrittene Avionik-Beiträge im Jahr 2024. Auch universitäre Forschungszusammenarbeiten werden genannt, etwa die Teilnahme der University of Tennessee Knoxville an einer Kooperation zu Ballistic-Missile-Penetration-Technologien, wobei das Labor im Bericht der PLA Rocket Force Research Academy zugeordnet wird. Daneben beschreibt die Studie, dass Cisco 2019 an einer PLA-hosted Zusammenarbeit beteiligt gewesen sei, die auf das Härtung elektronischer Kommunikationswege gegen Jamming abzielte.
Schließlich zeigt der Bericht, wie stark die Vernetzung auch über institutionelle Rollen und Ländergrenzen hinausging. Insgesamt seien 426 Institutionen, darunter 123 US-amerikanische, namentlich gelistet, die bis mindestens 2025 mit chinesischen militärnahen oder verteidigungsbezogenen Einrichtungen in Kontakt standen. Als Teil des Kontextes nennt die Auswertung auch, dass viele der militärischen Einheiten, die hinter den Austauschfällen stehen, auf einer Entity List des US-Handelsministeriums als verbotene chinesische Militärentitäten geführt werden. Neben den USA erscheinen in den Kontaktzahlen unter anderem Länder wie Australien, Großbritannien, Kanada, die Niederlande, Schweden, Deutschland, Frankreich, Japan, Italien, Südkorea und Singapur. Auffällig ist zudem die Rolle mehrerer PLA-Strukturen: Erwähnt werden unter anderem die PLA Strategic Support Force, die 2024 reorganisiert worden sei, sowie das China Aerodynamics Research and Development Center und das Beijing Aerospace Flight Control Center. Insgesamt entsteht so das Bild eines Ökosystems, in dem Konferenzen, Forschungspartnerschaften und industrielle Lieferketten ineinandergreifen können – und das für die KI-Entwicklung im weiteren Sinne relevant bleibt, weil moderne militärische Systeme zunehmend auf Sensorik, Signalverarbeitung und anspruchsvolle Datenpipelines angewiesen sind.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "US-Studie: Hunderte Kontakte zwischen US-Instituten und chinesischen Militärlabors" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "US-Studie: Hunderte Kontakte zwischen US-Instituten und chinesischen Militärlabors" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »US-Studie: Hunderte Kontakte zwischen US-Instituten und chinesischen Militärlabors« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!