LONDON (IT BOLTWISE) – Der Viking Link Interconnector koppelt seit Ende 2023 Großbritannien und Dänemark direkt über einen 1,4-Gigawatt-HGÜ-Strang. Die 525-Kilovolt-Verbindung erlaubt Handel in beide Richtungen und macht Offshore-Windspitzen für beide Märkte nutzbar. Betreiber berichten, dass Verfügbarkeit, Netzsicherheit und kontinuierliches Monitoring dabei zentral bleiben. Für Versorger und Stromhändler wird das Projekt damit zu einem infrastrukturellen Hebel im europäischen Stromhandel.

Im Blich wirkt der Viking Link wie ein unscheinbarer Teil der Netzinfrastruktur: In einem Umspannwerk, zwischen massiven Transformatoren und Kabelrollen, bereiten Techniker die Anlage für den Regelbetrieb vor, bevor die Hochspannungsbereiche betreten werden. Genau dort entscheidet sich im Alltag, ob ein Interkonnektor nur ein Bauprojekt ist oder ob er wirklich als durchgängige Transportstrecke zwischen zwei Strommärkten funktioniert. Der Viking Link ist dafür als klassisches B2B-Infrastrukturprodukt ausgelegt und adressiert Netzbetreiber sowie Stromhändler, die über gesicherte Kapazitäten physische Stromflüsse organisieren.
Technisch setzt der Interkonnektor auf HGÜ mit 525 Kilovolt, also auf Gleichstromübertragung über große Distanzen, um Energie verlustarm zu transportieren. Zwei Konverterstationen wandeln dabei Wechselstrom aus den nationalen Netzen in Gleichstrom um und zurück; die Leistungselektronik sitzt in einer eigenen Halle, deren Größenordnung eher an ein kleines Logistikzentrum erinnert. Im Betrieb sorgt die Umwandlung dafür, dass kurzfristige Last- und Preisunterschiede zwischen den Zielmärkten überhaupt wirtschaftlich ausgeglichen werden können. Weil der Strang lange Seekabel nutzt und nur kurze Landkabelabschnitte ergänzt, spielt dabei auch das präzise Monitoring eine Rolle: Spannungsschwankungen werden kontinuierlich erfasst, damit die Netzsicherheit auch bei dynamischen Marktphasen erhalten bleibt.
Mit einer Länge von rund 765 Kilometern verbindet Viking Link die britische Anbindung nahe Bicker Fen in Lincolnshire mit der dänischen Schaltstelle am Umspannwerk Revsing in Südjütland. Diese Kopplung zweier vormals getrennter Strommärkte ist der Kern des Nutzens: Sobald Kapazitäten gebucht werden, kann Strom je nach Preis- und Lastsituation in beide Richtungen fließen. Der Interkonnektor wird gemeinsam von National Grid und Energinet betrieben; Planung, Bau und Betrieb sind damit organisatorisch verknüpft, und langfristige Kapazitätsauktionen strukturieren den Marktzugang. Für die Praxis bedeutet das: Betreiber und Händler können nicht nur auf theoretische Preisunterschiede reagieren, sondern ihre Handelsentscheidungen mit einer real verfügbaren Transportkapazität unterlegen.
Die elektrischen Eckdaten sind entsprechend groß dimensioniert. National Grid nennt eine Übertragungsleistung von bis zu 1,4 Gigawatt, rechnerisch ausreichend, um bei typischem Verbrauch mehrere Hunderttausend bis in den Millionenbereich an Haushalten mit Strom zu versorgen. Für die Einordnung ist wichtig: Der Interkonnektor ist kein „Stromlieferant“, der im Einzelhandel sichtbar wäre, sondern ein Handels- und Transportmechanismus, der Arbitrage zwischen Märkten ermöglicht. Wenn in Dänemark viel Windstrom anfällt, kann er nach Großbritannien fließen; umgekehrt lassen sich britische Offshore-Windspitzen dann exportieren, wenn die Nachfrage im dänischen Markt hoch ist. Genau diese Kopplung verbessert die Ausnutzung erneuerbarer Erzeugung, weil weniger Leistung „abgeregelt“ werden muss, wenn das lokale Netz die Lastspitzen nicht allein aufnehmen kann.
Für die technische und wirtschaftliche Umsetzung ist außerdem die Projektstruktur entscheidend. National Grid beziffert die Gesamtkosten auf rund 2 Milliarden Euro, aufgeteilt auf National Grid und Energinet. Der Bau über mehrere Jahre beinhaltete den Einsatz von Kabelschiffen, die Abschnitte über die Nordsee verlegten, während Ingenieurteams die Trassen so planten, dass sensible maritime Bereiche wie Fischereizonen und Schutzareale möglichst wenig betroffen sind. Auf der Landseite wurden vorbereitete Trassen genutzt; bei Nachtarbeiten kam dabei auch der typische Geruch von feuchtem Boden hinzu, ein Detail, das zeigt, wie „handfest“ die Infrastrukturarbeit bleibt, selbst wenn am Ende Hochspannungs-Gleichstrom und Marktmechanismen die Schlagzeilen prägen.
Im Marktgeschehen wird Viking Link wie eine Plattform behandelt, die Kapazitätsrechte in Auktionen und in Day-Ahead-Mechanismen vergibt. Unternehmen erwerben damit Rechte, Strom zu bestimmten Zeiten über die Leitung zu leiten, und der Handel orientiert sich an Preisunterschieden zwischen dem britischen Markt und dem dänischen beziehungsweise integrierten nordischen Markt. Der häufigste Effekt ist dabei eine Flussrichtung in Richtung des höheren Preises, wodurch die Nutzung der Leitung mittelbar von der Differenz zwischen den Märkten profitiert. Zusätzlich unterstreicht die Regulierung die Einordnung als regulierten Netzbetreiber: Die Erlöse stammen überwiegend aus Netzentgelten und Kapazitätsauktionen, während die zuständigen Aufsichtsbehörden darauf achten, dass Einnahmen und zulässige Renditen im Einklang mit den öffentlichen Interessen stehen.
Unter dem Strich lässt sich Viking Link als Teil einer breiteren Welle europäischer Interkonnektoren lesen, die Netze stärker verzahnen und damit Systemstabilität sowie Dekarbonisierung unterstützen sollen. Netzwissenschaftlich erhöht die zusätzliche Kopplung die Knotenvielfalt im europäischen Netz, was die Resilienz gegen Störungen verbessern kann und Systemdienstleistungen wie Frequenzhaltung unterstützt. Für Unternehmen ist das relevant, weil es die Planbarkeit von transportbezogenen Entscheidungen stärkt: Institutionelle Investoren bewerten solche Infrastrukturprojekte typischerweise anders als kurzfristige Energiehandelspositionen. Auch für National Grid selbst fügt sich der Interkonnektor in die Strategie ein, über die klassische nationale Netzrolle hinaus international vernetzte Infrastruktur aufzubauen. Wer die National Grid PLC Aktie (ISIN GB00B03MM408) betrachtet, sieht in solchen Projekten damit nicht nur operative Komplexität, sondern auch einen langfristig angelegten Cashflow-Mechanismus, der weniger direkt von tagesaktuellen Strompreisschwankungen abhängt als der reine Handel.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Viking Link: 1,4‑GW-HGÜ-Interkonnektor verbindet Großbritannien mit Dänemark" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Viking Link: 1,4‑GW-HGÜ-Interkonnektor verbindet Großbritannien mit Dänemark" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Viking Link: 1,4‑GW-HGÜ-Interkonnektor verbindet Großbritannien mit Dänemark« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!