LONDON (IT BOLTWISE) – Viele neue Autos wirken wie Smartphones auf Rädern: große Touchscreens, Updates over-the-air und immer mehr Software-Funktionen. Genau diese Entwicklung stößt jedoch auf eine harte Lieferkettenrealität, weil KI-Unternehmen weltweit RAM für Rechenzentren priorisieren. Der RAM-Mangel trifft damit nicht nur Laptops und Spielekonsolen, sondern zunehmend auch Fahrzeuge, die ohnehin auf zentrale Computer mit höherem Speicherbedarf setzen. Für Käufer dürfte das in den nächsten Monaten und darüber hinaus spürbar werden, weil sich Materialkosten in höheren Preisen niederschlagen.

Neue Fahrzeuge haben sich von reinen Maschinen zu hochvernetzten Software-Plattformen entwickelt. Wer heute einen Parkplatz sucht, muss dafür oft nicht mehr die alte Schule beherrschen: Assistenzsysteme nehmen dem Fahrer das Einparken mit wenigen Eingaben ab. Die sichtbare Spitze dieser Entwicklung ist der große Bildschirm im Cockpit – von der simplen Rückfahrkamera bis zu einer Art Tablet-Ersatz, der das Spiegeln des Smartphones über Apple CarPlay, Sprachfunktionen und sogar Videowiedergabe ermöglicht. Damit wird jedoch eine deutlich größere technische Abhängigkeit eingekauft: Moderne Autos sind nicht nur „Bildschirme mit Software“, sondern vollwertige Computer, die für Berechnungen sowohl Prozessorkapazität als auch Arbeitsspeicher (RAM) benötigen.
Der eigentliche Treiber liegt dabei nicht ausschließlich in der Displaygröße, sondern in der Speicher- und Rechenlast, die sich aus dem Gesamtpaket ergibt. Wie Karl Brauer, Executive Analyst bei iSeeCars, einordnet, gibt es in jedem Fahrzeug eine Basisschicht aus Elektronik – und damit auch Basiskosten, die sich bereits heute in der Preiskurve neuer Autos bemerkbar machen. Entscheidend wird RAM, weil KI-Anbieter in Rechenzentren möglichst viel davon nachfragen. Wenn diese Nachfrage das Angebot übersteigt, wirkt der Engpass über viele Produktkategorien hinweg: Er treibt Preise für Konsumelektronik nach oben und setzt sich zunehmend auch in der Automobilproduktion fort. Der Punkt ist besonders unbequem, weil Fahrzeuge ihre elektronischen Anforderungen nicht beliebig reduzieren können, ohne Funktionen und Sicherheitsniveaus zu beeinträchtigen.
Historisch betrachtet ist die Entwicklung hin zu „software-lastigen“ Fahrzeugen kein Unfall, sondern Folge regulatorischer und technologischer Schritte. Bereits in den 1970er-Jahren machten strengere Emissionsvorgaben elektronische Systeme nötig, um Zündung und Kraftstoffeinspritzung präzise zu steuern. Seitdem ist aus einer anfänglich begrenzten Elektronikschicht eine dauerhafte Software-Evolution geworden: vom Komfort-Feature wie elektrischen Fensterhebern bis hin zu sicherheitskritischen Funktionen wie Antiblockiersystemen oder Assistenz für Spurwechsel und Abstand. Hinzu kommt, dass Aufsicht heute nicht nur Crash-Ergebnisse bewertet, sondern auch, wie gut elektronische Sicherheitssysteme Unfälle vermeiden. Ivan Drury, Direktor für Insights bei Edmunds, beschreibt diese Verschiebung so, dass im Fahrzeug zunehmend Komponenten auf Halbleiterbasis zurückgehen.
Damit wird auch verständlich, warum der Engpass besonders dort weh tut, wo Automobilhersteller Architekturentscheidungen zugunsten großer Zentralrechner treffen. In vielen Serienfahrzeugen steuern heute zahlreiche einzelne elektronische Einheiten verschiedene Aufgaben. Funktionen, die vergleichsweise wenig Rechenleistung brauchen, könnten mit kleineren Chips auskommen und verursachen dadurch geringere Speicherbedarfe. Sam Abuelsamid, Analyst bei Telemetry und ein ehemaliger Automotive Engineer, verweist jedoch darauf, dass sich der Trend – unter anderem als Antwort auf EV-Startups – in Richtung ein oder zwei große Computer verschiebt, die möglichst viel Software bündeln. Solche Zentralcomputer ermöglichen eine schlankere Lieferkette, reibungslosere Software-Updates und oft auch schnellere Konnektivität. Gleichzeitig steigt der Bedarf an fortgeschritteneren Automotive-Mikroprozessoren und damit an deutlich mehr RAM. Für Automobilhersteller entsteht dadurch eine doppelte Belastung: Sie müssen teure Chip-Kapazitäten einkaufen, während parallel die Speicherverfügbarkeit im Markt durch KI-getriebene Nachfrage überstrapaziert wird.
Das führt unmittelbar zu Kostendruck entlang der Produktion – und damit zu Preissignalen im Handel. Abuelsamid rechnet damit, dass die sogenannte RAM-Knappheit, die teils auch als „RAMageddon“ bezeichnet wird, über das nächste Jahr die Fahrzeugpreise im Durchschnitt um einige Prozentpunkte nach oben drücken könnte. Prozentual wirkt das im ersten Moment moderat, pro Fahrzeug kann es aber schnell in Größenordnungen gehen, die viele Käufer spüren: Eine Erhöhung um etwa 4 % entspricht im Schnitt mehreren tausend US-Dollar. Besonders betroffen wären Modelle mit zentralen Computerarchitekturen, allerdings bleibt der Effekt nicht auf diese Fahrzeuge begrenzt, weil selbst „kleinere“ Chips in einem angespannten Markt teuer werden, wenn Hersteller nicht schnell genug Kapazitäten substituieren können. Ford bezifferte gegenüber Investoren höhere Materialkosten im Zusammenhang mit dem Engpass und der Inflation auf 1 Milliarde US-Dollar; auch andere große Hersteller haben auf steigende Chipkosten hingewiesen. Für Käufer heißt das: Selbst wer nicht die High-End-Variante mit maximaler Rechenleistung kauft, zahlt möglicherweise indirekt mit.
Langfristig könnte die Episode die Preisbildung auch im Gebrauchtwagenmarkt umformen. Das Muster aus der Pandemie ist in vielen Märkten bekannt: Als Halbleiter knapp waren, mussten Hersteller ihre Produktion reduzieren und fokussierten stärker auf höherpreisige, margenstärkere Modelle. Mathematisch übersetzt sich das in eine „verengte Auswahl“ in allen Preissegmenten, nicht nur bei Neuwagen. Laut den genannten Ausführungen stiegen die durchschnittlichen Preise für Gebrauchtwagen (etwa drei Jahre alt) seit dem Vor-Pandemie-Niveau um rund 40 %, und damit werden für denselben Budgetrahmen ältere Fahrzeuge mit mehr Kilometerleistung nötig. Wenn Automobilhersteller den Ausbau von Software-Funktionen, mehr Bildschirmen und Fahrassistenz-Systemen weiter vorantreiben, könnte sich diese Verschiebung fortsetzen – weil der Speicher- und Chipbedarf strukturell wächst, nicht nur zyklisch mit einer einzelnen Lieferkettenstörung.
Für die Industrie ergibt sich daraus ein klarer Zielkonflikt: Während KI-Unternehmen RAM für datenintensive Workloads priorisieren, müssen Automobilhersteller zugleich modernere Architekturen finanzieren, die künftig sogar „AI-Workloads“ im Fahrzeug vorbereiten sollen. Gleichzeitig investieren sie in neue Interaktionsflächen wie große Displays und in Funktionen, die über Softwareverteilung und Over-the-Air-Updates Wert schaffen. Genau hier liegt die entscheidende strategische Frage: Wie viel Rechen- und Speicherkapazität braucht ein Fahrzeug wirklich, um sicher, langlebig und wirtschaftlich zu bleiben – und wie lässt sich das gegen knappe Halbleiterressourcen optimieren? In der Praxis bedeutet das, dass Einkaufsabteilungen, Hardware-Architekten und Softwareteams enger zusammenspielen müssen als früher, weil Speicher-Engpässe nicht mehr nur ein IT-Thema sind, sondern die Stückkosten und damit den Marktzugang ganzer Kundengruppen beeinflussen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Warum der KI-RAM-Mangel die Autopreise spürbar anhebt" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Warum der KI-RAM-Mangel die Autopreise spürbar anhebt" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Warum der KI-RAM-Mangel die Autopreise spürbar anhebt« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!