LONDON (IT BOLTWISE) – Bitwise-CIO Matt Hougan erklärt, warum XRP für institutionelle Anleger vor allem wegen seiner nachweisbaren Nutzung und bekannten Anwendungsfälle attraktiv wirkt. Im Fokus steht dabei die Frage, ob ein Krypto-Asset langfristig „da sein“ wird – nicht nur, ob der Kurs steigt. Zusätzlich liefert der Bericht Zahlen zu XRP-ETFs, darunter 80 % Wachstum im dritten Quartal bis zu 1,77 Mrd. US-Dollar. Untermauert wird das Argument durch Aktivitäten auf dem XRP Ledger (XRPL) sowie die bedingte Genehmigung für eine Bank-Struktur bei Ripple.

Warum institutionelle Anleger auf XRP setzen: Bitwise-CIO im Interview
Warum institutionelle Anleger auf XRP setzen: Bitwise-CIO im Interview (Foto: IT BOLTWISE)
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Institutionelle Anleger prüfen Krypto-Assets oft mit einem anderen Maßstab als Privatanleger. Während viele Marktteilnehmer primär den kurzfristigen Kursverlauf betrachten, fragen Finanzberater in Gesprächen regelmäßig, ob ein Token auch in mehreren Marktzyklen tatsächlich Bestand hat und sich in realen Geschäftsprozessen verankern lässt. Genau diese Perspektive greift Matt Hougan auf, Chief Investment Officer beim Krypto-Asset-Manager Bitwise. In einem Video, das über einen Social-Media-Account veröffentlicht wurde, ordnet er XRP als Asset ein, das vor allem wegen seiner historischen „Staying Power“ und weil es für Berater verständliche Einsatzszenarien anbietet, Vertrauen erzeugt.

Hougan macht dabei zwei Argumentationslinien auf. Erstens geht es um Haltbarkeit im Sinne von Existenzsicherheit: Berater möchten wissen, ob ein digitales Gut weiterhin nutzbar, handelbar und damit auch künftig relevant bleibt. Er stellt explizit die Differenz zwischen einer Kurs-Erwartung und einer Persistenz-Erwartung heraus und knüpft das an die grundlegende Eigenschaft von Kryptowährungen an, die sich speichern, übertragen und für Zahlungen verwenden lassen. In seinen Worten: „$XRP appeals for very simple reasons.“ Er erweitert das zudem mit der Einordnung, XRP gehöre zu den „Mount Rushmore“-Assets im Krypto-Bereich – also zu den etablierten großen Kryptowährungen, die in der Beratung als Referenzpunkt dienen. Diese „Hintergrundstärke“ ist für Hougan weniger ein Marketing-Statement, sondern eine Art psychologischer Taktgeber: Sie soll die anfängliche Skepsis abbauen, die viele Berater bei Kryptowerten noch mitbringen.

Zweitens verbindet der Bitwise-CIO die historische Einbettung von XRP mit dem, was seine Zielgruppe aus dem Finanzbereich bereits kennt. Hougan betont, dass XRP sich in „real-world applications“ einfüge, die Berater prüfen können. Dazu passt, dass im Bericht sowohl Stablecoins als auch Tokenisierung als relevante Entwicklungslinien auf dem XRP Ledger genannt werden. Stablecoins sind Token, die an einen Referenzwert gekoppelt sein sollen; für Berater sind sie vergleichbar mit dem Gedanken stabiler Zahlungsmittel oder Überbrückungsinstrumente innerhalb eines Handels- und Liquiditätskonzepts. Tokenisierung wiederum bedeutet, Vermögenswerte in tokenbasierte Repräsentationen auf einer Blockchain zu überführen. Wichtig ist dabei der im Text angelegte Hinweis, dass sich Netzwerkaktivität und Tokenpreise nicht zwangsläufig identisch entwickeln: Eine wachsende Token- und Stablecoin-Landschaft kann also entstehen, auch wenn der Marktpreis kurzfristig schwächer tendiert.

Technisch und marktseitig zeigt sich diese Gemengelage auch an den beschriebenen Entwicklungen auf dem XRP Ledger (XRPL). Laut Bericht nahm die Stablecoin- und Tokenisierungsaktivität auf XRPL im Jahr 2026 zu, selbst als der Preis von XRP zeitweise nachgab. Genau hier setzt die institutionelle Relevanz an: Für professionelle Portfolios ist nicht nur die Reifung einer Technologie wichtig, sondern auch die Frage, ob das Ökosystem Werkzeuge bereitstellt, die in Portfolios „anschlussfähig“ sind. Auch Ripple wird in diesem Kontext erwähnt – nicht als bloße Hintergrundfolie, sondern über die regulatorisch relevante Frage, inwieweit Bankstrukturen entstehen können, die Beratern die Brücke zur klassischen Finanzwelt erleichtern sollen. Der Text nennt dazu die bedingte Genehmigung der U.S. Office of the Comptroller of the Currency (OCC) für Ripple National Trust Bank am 12. Dezember 2025: Die Entscheidung war vorläufig und verlangte vor Betriebsaufnahme zusätzliche Voraussetzungen sowie eine finale Autorisierung.

Neben dem Fundament über Ledger-Aktivitäten und Bankpläne spielt der Bericht eine weitere Schicht aus der institutionellen Praxis ein: die Börseninvestierbarkeit über Exchange-traded funds (ETFs). Er ordnet ein, dass XRP-ETFs im dritten Quartal netto um 80 % gewachsen seien und am Ende eines genannten Zeitfensters einen Rekord von 1,77 Mrd. US-Dollar erreicht hätten. ETFs bieten dabei eine vertraute Mechanik über an der Börse gehandelte Anteile, sodass Berater statt direkter Token-Verwahrung den Weg über Brokerkonten nutzen können. Der Text nennt außerdem kumulative Nettozuflüsse bei den US-Spot-Produkten von 1,791 Mrd. US-Dollar bis zum 2. Oktober und verweist zugleich auf die Dynamik, dass Kapitalflüsse und Bewertungsniveaus auseinanderlaufen können. So seien die ETF-Assets nach Erreichen von 1,77 Mrd. US-Dollar zwar durch fortgesetzte Zuflüsse gestützt worden, gleichwohl insgesamt zurückgegangen: bis auf rund 1,69 Mrd. US-Dollar nach dem 28. September und auf 1,658 Mrd. US-Dollar bis zum 2. Oktober.

Für die konkrete Marktpraxis nennt der Bericht auch harte Produktparameter, die in institutionellen Bewertungsprozessen häufig direkt in Entscheidungsvorlagen wandern. Dazu zählt die Bitwise-XRP-ETF-Struktur, die an NYSE Arca im US-Börsenumfeld gehandelt wird, mit einer jährlichen Kostenquote von 0,34 %, was im Text als 34 US-Dollar pro 10.000 US-Dollar Investment ausgedrückt wird. Zusätzlich werden Angaben zur Emissions- und Treuhandstruktur genannt: Am 1. Oktober seien rund 412,93 Millionen XRP in den Trust eingebracht und 606,47 Millionen US-Dollar als Net Assets ausgewiesen worden. Für Berater ist das vor allem deshalb relevant, weil Transparenz über Kosten, Treuhandbestand und Handelsplatz die operative Integration in bestehende Prozesse erleichtert. Gleichzeitig erinnert der Text daran, dass selbst bei nachvollziehbaren Nettozuflüssen kurzfristige Auszahlungen und Bewertungsbewegungen die Gesamtzahl der verwalteten ETF-Assets verändern können.

Am Ende läuft die Argumentation von Hougan auf ein klassisches Beratungsproblem hinaus: Vertrauen entsteht, wenn ein Asset nicht nur theoretisch existiert, sondern in wiedererkennbare Muster von Nutzung und Finanzierungsmechanik eingebettet wirkt. „A lot of financial advisors look at crypto and wonder, are these things for real? Will they persist? Will they be here into the future? And $XRP has this enormous track record and this enormous background that gives people confidence it will be there in the future.“ Genau diese Logik verbindet der Bericht mit messbaren Ökosystemzeichen auf XRPL und mit einer institutionell handhabbaren Zugangsschicht über ETFs. Für Unternehmen und Plattformbetreiber bedeutet das vor allem: Wer KI- und Datenprodukte im Finanzumfeld entwickelt, sollte die Anschlussfähigkeit an etablierte Investitionskanäle ernst nehmen – denn in der Beratung entscheidet am Ende häufig nicht die „Story“, sondern die Kombi aus technischer Nutzbarkeit, Nachweis von Aktivität und einem klar integrierbaren Exposure-Weg.


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