CUPERTINO / LONDON (IT BOLTWISE) – Sicherheitsforscher beschreiben einen WebKit-Fehler, der die echte IP-Adresse eines Nutzers trotz iCloud Private Relay sichtbar machen kann. Die Ursache liegt in drei WebKit-Funktionen, die den konfigurierten Proxy gezielt umgehen und Traffic direkt vom Gerät aus senden. Dazu zählen DNS Prefetching, WebAuthn Related Origin Requests und WebTransport mit einer direkten HTTP/3-Verbindung. Betroffene Websites könnten die Leaks nutzen, um Sessions mit der realen Netzwerkadresse zu verknüpfen, ohne dass Nutzerinteraktion nötig ist.

Apples iCloud Private Relay wurde entwickelt, um genau eine Information zu schützen: die Kombination aus Standortnähe des Nutzers und besuchten Zielen. In der Praxis bedeutet das eine Architektur mit zwei Stationen, bei der Web-Safari-Traffic über zwei Relays läuft, sodass weder ein einzelner Dritter noch Apple selbst zuverlässig bestimmen kann, woher die Anfrage kommt und welche Websites angefragt werden. Genau diese Schutzlogik gerät nun jedoch ins Wanken, weil Sicherheitsforscher eine Schwachstelle in WebKit identifiziert haben, die die IP-Anonymisierung an einer zentralen Stelle unterläuft.
Im Kern berichten die Entwickler Talal Haj Bakry und Tommy Mysk, dass die Leaks nicht auf eine einzelne API zurückgehen, sondern auf das Zusammenspiel von WebKit-Proxyeinstellungen und spezifischen Netzwerkfunktionen. WebKit ist dabei nicht nur die Basis von Safari auf iOS und iPadOS, sondern auch der Web-Engine-Standard für viele Drittanbieterbrowser. Damit kann eine Abweichung in der Proxy-Umsetzung potenziell über den gesamten mobilen Browser-Ökosystem-Stack wirken, der die WebKit-Proxy-Konfiguration nutzt.
Die Forscher machen drei konkrete WebKit-Features verantwortlich: DNS prefetching, WebAuthn Related Origin Requests und WebTransport. DNS prefetching löst Hostnamen über den normalen DNS-Weg des Geräts auf, statt die im Browser festgelegte Proxy-Pfadroute zu verwenden. Bei WebAuthn Related Origin Requests kommt eine Komponente des Betriebssystems ins Spiel, die ein Validierungsartefakt vom Gerät direkt abruft. Und WebTransport schließlich öffnet eine direkte HTTP/3-Verbindung, die ebenfalls nicht über den Proxy geleitet wird. Das Ergebnis ist in allen Fällen derselbe: Die echte Geräte-IP kann aus dem vorgesehenen Schutzpfad herauslaufen.
Für den Bedrohungsnutzen ist besonders entscheidend, dass WebAuthn ohnehin eine webbasierte Standard-Schnittstelle ist, die viele Login- und Passkey-Setups unterstützen. Wenn eine Website WebAuthn so konfiguriert, dass WebKit die oben genannten Pfade nutzt, kann die Seite eine reale IP beobachten, selbst wenn iCloud Private Relay aktiv ist. Die Forschenden betonen zudem, dass dafür keine Passkeys oder keine besondere Nutzeraktion erforderlich sind; die Website muss den Bug gezielt ausnutzen, um die aktuelle Browsing-Session mit der geleakten IP-Adresse zu verbinden. Ein öffentlich verfügbares Proof-of-Concept namens „leaks.psylo[.]app“ soll es Nutzern ermöglichen, selbst zu prüfen, ob ihre reale IP unter aktivem Private Relay sichtbar wird.
Die Reichweite der Problematik geht über iOS und iPadOS hinaus. Laut den Forschenden betrifft es auch macOS und jeden weiteren Browser, der sich auf WebKit-Proxyeinstellungen stützt. Gleichzeitig schreiben die Autoren nicht pauschal „alle Browser sind betroffen“: In der Analyse wird ausdrücklich von einer uneinheitlichen Betroffenheit ausgegangen, etwa weil Desktop-Chrome nach den Angaben der Forscher nicht in diese Kategorie fällt. Außerdem nennt Mysk eine Gegenmaßnahme, die die Wirkung reduziert: Wenn der Nutzer mit einem VPN verbunden ist, werden die beschriebenen Leaks teilweise mitigiert, weil die externe IP, die ein Dienst sieht, durch das VPN-Setup ohnehin verändert wird.
Historisch ist das Thema für Apple kein Einzelfall. Kurz nach der Einführung von iCloud Private Relay im Jahr 2021 hatte FingerprintJS auf eine WebRTC-basierte Mechanik hingewiesen, die ebenfalls zu einer Offenlegung der echten IP führen konnte. Wenige Wochen später kam zudem erneut Druck auf die Privatsphäre-Funktionen auf: Auch bei „Hide My Email“ wurden Schwachstellen adressiert, die unter bestimmten Bedingungen dazu führen konnten, dass reale E-Mail-Adressen erkennbar wurden. In Summe deutet das Muster darauf hin, dass sich bei Privacy-Tools die Sicherheitsgrenze häufig nicht in der zentralen Idee, sondern in den Randpfaden bewegt, über die Daten zwischen Browser, Betriebssystem und Netzwerkbibliotheken fließen.
Für die Praxis bedeutet das aus Sicht von Unternehmen vor allem: Private Relay ist nicht automatisch eine „Abschaltlogik“ für jede Art von Netzwerkidentifikation. Security-Teams, die Nutzertracking durch IP-Korrelation reduzieren wollen, sollten daher ihre Threat Models auf moderne Web-Standards wie WebAuthn und Proxying-Implementierungen in Web-Engines ausdehnen. Gleichzeitig ist die Offenlegung ein Signal an Browser-Integratoren: Proxy-Konfigurationen müssen nicht nur im Hauptpfad greifen, sondern auch bei Vorabauflösungen (DNS prefetching), Authentifizierungs-Validierungsaufrufen und bei Transportpfaden wie HTTP/3. Bis zu einer technischen Korrektur auf WebKit-Seite bleibt die Kombination aus Browserwahl und Netzwerkumgebung – etwa durch VPN – ein pragmatischer Hebel, der die Wirkung der beschriebenen IP-Leaks für die konkrete Nutzung mindern kann.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "WebKit-Proxy-Bypass enthüllt echte IP trotz iCloud Private Relay" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "WebKit-Proxy-Bypass enthüllt echte IP trotz iCloud Private Relay" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »WebKit-Proxy-Bypass enthüllt echte IP trotz iCloud Private Relay« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!