LONDON (IT BOLTWISE) – XRP startet den November 2026 bei 1,25 US-Dollar und muss mehrere gleitende Durchschnitte zurückerobern, bevor 1,50 wieder realistisch wird. Für ein bullisches Szenario zählt vor allem ein Close über dem 50-Tage-Durchschnitt bei 1,39. Entscheidend kann auch der nächste Binance-„Proof of Reserves“-Check am 3. November sein, weil er kurzfristig Kauf- oder Verkaufsdruck auslösen dürfte. Gleichzeitig beeinflussen geplante XRP-Releases aus dem Escrow-System und ETF-Zuflüsse die kurzfristige Angebots- und Nachfragebalance.

XRP beginnt den November 2026 bei 1,25 US-Dollar, nachdem die Aktie/der Token im Oktober um 16% nachgegeben hat. Nach dem Zwischenhoch bei 1,56 US-Dollar am 2. Oktober fiel der Kurs bis Ende Oktober zeitweise auf 1,20 US-Dollar zurück, womit XRP den Bereich um die frühere psychologische Hürde 1,50 erneut verfehlt hat. Für viele Marktteilnehmer ist das weniger eine einzelne Zahl als eine ganze Kaskade: Im Verlauf des Oktobers riss XRP mehrere „Zwischenetappen“ hintereinander ab, wodurch Käufer bei Retracements zunächst zögern und Verkäufer auf Bestandsrückläufe setzen. Das erklärt, warum die Frage „Schafft XRP 1,50?“ im November weniger mit einem einzelnen Trigger beantwortet werden kann, sondern mit der Fähigkeit, mehrere technische und marktbezogene Schwellen gleichzeitig wieder zu halten.
Technisch betrachtet dreht sich die kurzfristige Orientierung vor allem um gleitende Durchschnitte als Proxy für Trendstärke und durchschnittliche Kostenbasis. Laut der Datengrundlage aus dem Oktober handelt XRP aktuell unter dem 50-Tage-Moving Average, der bei 1,39 US-Dollar liegt; am 8. Oktober schloss XRP nur knapp darunter bei 1,38. Zusätzlich hatte XRP den 20-Tage-Durchschnitt bei 1,31 US-Dollar unterschritten und kam am 29. Oktober auf 1,23 zurück. Diese Hierarchie ist für Trader relevant: Erst wenn der Kurs über 1,25 US-Dollar zurückkommt, danach wieder über 1,31 stabilisiert und schließlich den 50-Tage-Durchschnitt bei 1,39 zurückerobert, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Rücksetzer nicht mehr automatisch verkauft werden. Die Schwelle 1,25 fungiert dabei aktuell wie ein „Flip-Level“: Solange XRP dort hängen bleibt, bleibt der Markt in einem Bereich, in dem schnelle Bewegungen in beide Richtungen möglich sind, aber Trendwechsel schwer durchzusetzen sind.
Beim Blick auf die Szenarien wird die Volatilität in November-Historien besonders deutlich. Seit 2017 schwanken die Renditen in diesem Monat dem zugrunde liegenden Überblick zufolge zwischen einem kräftigen Plus von 279,2% und einem Minus von 23,4%. Insgesamt gab es in dieser Betrachtung vier profitable Novembers und fünf Verluste, dazu in nahezu jedem Jahr spürbare Preissprünge. Deshalb wird ein „Bear“-Verlauf konkret an dem Tief des Oktobers festgemacht: Wenn XRP unter 1,20 US-Dollar fällt, könnte es auf 1,09 getestet werden, bevor im weiteren Verlauf ein Bereich nahe der 1-Dollar-Marke in den Fokus rückt. Das „Base“-Szenario dagegen sieht bei neutralem Sentiment eine Seitwärtszone zwischen 1,20 und 1,39 US-Dollar vor; als Stimmungsindikator wird dabei ein Fear-and-Greed-Wert von 46 genannt, der eher einen ausgeglichenen Modus signalisiert. Im „Bull“-Szenario wiederum braucht XRP nicht nur einen Impuls, sondern einen echten Bestätigungsschritt: ein Close über 1,39 und als zusätzliche Hürde vor größeren Gewinnen das Durchbrechen des 200-Tage-Durchschnitts bei 1,28 US-Dollar.
Im November gelten zudem zwei marktnahe Mechanismen als potenzielle Beschleuniger: der Zustrom über Börsen- und Liquiditätskanäle sowie das Zusammenspiel aus Escrow-Angebot und börsengehandelten Produkten. Für den kurzfristigen Verkaufsdruck spielt der nächste Binance-„Proof of Reserves“-Check am 3. November eine zentrale Rolle, weil eine positive Prüfung das Vertrauen stützen und damit Abgaben dämpfen könnte; bei enttäuschenden Ergebnissen wird ein weiterer Rücklauf bis in Richtung 1,20 US-Dollar als möglich beschrieben. Parallel beeinflusst Ripple über seinen Escrow-Mechanismus das verfügbare Angebot: Die Releases erfolgen nach einem vorgegebenen Zeitplan, wodurch im November zusätzliche Coins auf den Markt gelangen können. Gerade wenn XRP es schwer hat, oberhalb von 1,25 zu bleiben, kann dieses planmäßige zusätzliche Angebot als Dilution-Risiko wahrgenommen werden. Hinzu kommt der Blick auf XRP-ETFs: In der Woche vom 26. bis 30. Oktober werden Zuflüsse von 4,3 Millionen US-Dollar genannt, insgesamt mit 1,42 Milliarden US-Dollar Assets. Solche Zuflüsse stützen zwar die Nachfrage, reichen aber im dargestellten Kräfteverhältnis nicht zwangsläufig allein aus, um den Sprung über 1,39 im Alleingang zu erzwingen.
Für Anleger wird damit die eigentliche operative Frage greifbar: Welche Kombination aus Trendbestätigung und Liquiditätsereignissen muss eintreten, damit 1,50 in Reichweite kommt? Die Prognose verkoppelt den Weg dorthin an mehreren Stufen: Zuerst muss XRP über 1,25 zurückkehren, dann die Region um den 20-Tage-Durchschnitt bei 1,31 überwinden, und anschließend braucht es einen Close über 1,39, der den 50-Tage-Durchschnitt klar bestätigt. Kommt der Reserve-Check nicht wie erhofft und schließt XRP unter 1,20, wird ein Abwärtsziel um 1,09 als plausibel skizziert; damit würde sich der „1,50“-Zielpfad eher in den Dezember verschieben. Umgekehrt gilt: Bleiben ETF-Zuflüsse in den kommenden Wochen stabil und läuft der Proof-of-Reserves-Mechanismus positiv durch, könnten Käufer wieder konsequenter nachziehen. Entscheidend ist dabei nicht nur der Intraday-Ausschlag, sondern der Schlusskurs, weil er das Signal liefert, ob der Markt bereit ist, das neue Niveau als Orientierung zu akzeptieren.
Unter dem Strich ist die Meldung ein Beispiel dafür, wie sich in Krypto-Märkten technische Marken, Marktstruktur und Ereignisrisiken gegenseitig verstärken. Der November wird damit zu einem Monat, in dem sich nicht nur „Wetter“ an der Kursoberfläche zeigt, sondern auch, wie schnell Vertrauen in die Handelsplätze und in die Angebotsmechanik wieder aufgebaut werden kann. Für professionelle Marktteilnehmer heißt das: Risiko-Management entlang der beschriebenen Schwellwerte, besonders rund um 1,20, 1,25, 1,31 und 1,39, und eine engere Beobachtung der genannten Katalysatoren am 3. November. Gleichzeitig zeigt die Historie, dass selbst ein neutraler Sentimentwert wie 46 keine Garantie für ruhige Wochen ist. Wer XRP im November handelt, wird daher vermutlich stärker als sonst auf das Zusammenspiel aus Schlusskurs-Validierung und Liquiditätsimpulsen achten müssen, statt sich auf einzelne Headlines zu verlassen.
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