NAIROBI / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein massiver Cyberangriff hat mehrere Regierungswebsites in Kenia lahmgelegt, darunter die offizielle Präsidentschaftsseite. Die Angreifer hinterließen rassistische Botschaften und drohten mit weiteren Angriffen. Die kenianische Regierung arbeitet daran, die Sicherheitslücken zu schließen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Ein massiver Cyberangriff hat am Montag mehrere Regierungswebsites in Kenia lahmgelegt, darunter die offizielle Präsidentschaftsseite president.go.ke. Die Angreifer machten die Seiten unzugänglich und ersetzten die legitimen Informationen durch rassistische Botschaften. Betroffen waren unter anderem die Ministerien für Inneres, Energie, Arbeit, Gesundheit und Bildung sowie mehrere staatliche Abteilungen wie die Einwanderungsbehörde und die Direktion für öffentliche-private Partnerschaften.
Die Angreifer hinterließen Nachrichten wie „Access denied by PCP“, „We will rise again“ und „14:88 Heil Hitler“. Diese Botschaften deuten auf eine rassistisch motivierte Gruppe hin, die sich PCP@Kenya nennt. Die kenianische Regierung hat die Situation mittlerweile unter Kontrolle gebracht und überwacht die Lage weiterhin. Die Öffentlichkeit wird aufgefordert, wachsam zu bleiben und verdächtige Aktivitäten zu melden.
In den letzten Jahren hat Kenia stark in die Digitalisierung von Dienstleistungen investiert, was die Online-Plattformen zu einem attraktiven Ziel für Hacker macht. Der Angriff verstößt gegen mehrere Gesetze, darunter das Gesetz zur Computerkriminalität und das Datenschutzgesetz. Die Regierung hat angekündigt, die Verantwortlichen strafrechtlich zu verfolgen, sobald sie identifiziert sind.
Bereits im Juli 2023 wurde die eCitizen-Plattform Opfer eines Cyberangriffs, bei dem über 5.000 Regierungsdienste lahmgelegt wurden. Damals bekannte sich eine sudanesische Hackergruppe zu dem Angriff, um gegen die angebliche Einmischung Kenias in sudanesische Angelegenheiten zu protestieren. Laut der Kommunikationsbehörde Kenias gab es zwischen Juli und September 842 Cyberbedrohungen, die meist auf Systemschwachstellen abzielten.
Die zunehmende Digitalisierung und die damit verbundenen Sicherheitsrisiken erfordern verstärkte Maßnahmen zur Abwehr von Cyberangriffen. Experten betonen die Notwendigkeit, Systeme regelmäßig zu aktualisieren und die Benutzer über Bedrohungsvektoren wie Phishing aufzuklären. Die wachsende Nutzung von KI-gesteuerten Angriffen und maschinellem Lernen durch böswillige Akteure stellt eine zusätzliche Herausforderung dar.
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