BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Deutsche und österreichische Banken führen eine neue Regelung ein, die volle Transaktionsrechte auf ein einziges Hauptgerät beschränkt. Diese Maßnahme soll den Schutz vor Betrugsversuchen erhöhen und entspricht den neuen EU-Vorschriften. Kunden müssen sich auf einen komplexen Wiederherstellungsprozess einstellen, falls das Hauptgerät verloren geht oder defekt ist.

Die jüngsten Änderungen in der Bankenlandschaft Deutschlands und Österreichs haben für Aufsehen gesorgt. Ab 2026 beschränken Banken die vollen Transaktionsrechte auf ein einziges Hauptgerät. Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf verschärfte EU-Vorschriften und eine Zunahme von Betrugsversuchen, die Kunden und Banken gleichermaßen bedrohen. Die neue Regelung bedeutet, dass Kunden ihre Banking-App zwar auf mehreren Geräten installieren können, jedoch nur ein Gerät für Transaktionen wie Überweisungen nutzen dürfen.
Hintergrund dieser Maßnahme sind die EU-Verordnungen NIS2 und DORA, die seit Herbst 2025 in Kraft sind. Diese verpflichten Finanzinstitute zu modernen Authentifizierungsstandards und einer robusten digitalen Widerstandsfähigkeit. Ein wesentlicher Auslöser für die Verschärfung ist der Anstieg von Device-Enrollment-Betrug, bei dem Kriminelle sich als Bankmitarbeiter ausgeben und Kunden dazu bringen, das Gerät der Betrüger als vertrauenswürdig zu autorisieren.
Die Umstellung auf ein Hauptgerät bringt für viele Nutzer erhebliche Einschränkungen mit sich. Insbesondere Vielreisende und Personen, die beruflich und privat unterschiedliche Geräte nutzen, sehen sich mit einem Verlust an Flexibilität konfrontiert. Sollte das Hauptgerät verloren gehen oder defekt sein, ist ein aufwendiger Wiederherstellungsprozess erforderlich, der oft die Zusendung eines Aktivierungsbriefs oder eine Video-Identifizierung umfasst.
Die Banken verteidigen diesen Schritt als notwendiges Übel, um die Sicherheit der Kundenkonten zu gewährleisten. Ein Sprecher verglich das Hauptgerät mit einer physischen Bankkarte, die man ebenfalls nicht ohne Weiteres ersetzen könne. Dennoch bleibt die Frage offen, ob diese Maßnahme eine dauerhafte Lösung darstellt. Experten vermuten, dass in Zukunft cloud-basierte Lösungen wie FIDO2-Passkeys eine sichere Nutzung auf mehreren Geräten ermöglichen könnten, sobald die Aufsichtsbehörden solche Technologien für den Hochrisiko-Bereich Banking absegnen.
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