NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Bau von KI-Rechenzentren stößt in den USA auf zunehmenden Widerstand. Aufgrund des hohen Energie- und Wasserverbrauchs prüfen mehrere Bundesstaaten, darunter New York, ein Moratorium für neue Projekte. Diese Maßnahmen sollen die Umweltbelastung reduzieren und die Netzstabilität sichern.

In den USA wächst der Widerstand gegen den Bau neuer KI-Rechenzentren, da diese einen erheblichen Energie- und Wasserverbrauch verursachen. Besonders betroffen ist der Bundesstaat New York, der über 130 Rechenzentren verfügt und nun ein dreijähriges Moratorium für den Bau neuer Anlagen in Betracht zieht. Diese Entscheidung spiegelt eine wachsende Besorgnis über die Umweltfolgen und die Netzstabilität wider, die durch den steigenden Energiebedarf der Rechenzentren gefährdet werden könnten.
Der Energiebedarf von KI-Anwendungen, wie sie von OpenAI’s ChatGPT genutzt werden, ist exponentiell gestiegen. Laut Sam Altman, CEO von OpenAI, benötigt eine einzelne Anfrage an ChatGPT durchschnittlich 0,34 Wattstunden Strom. Diese Entwicklung hat Forscher:innen dazu veranlasst, vor einem signifikanten Anstieg des globalen Stromverbrauchs durch KI zu warnen. Prognosen zufolge könnte der Anteil von KI am weltweiten Stromverbrauch bis 2030 auf 3,5 Prozent steigen.
Auch der Wasserverbrauch ist ein kritischer Faktor. In Regionen wie Quilicura in Chile, wo mehrere große Rechenzentren angesiedelt sind, verschärft sich die Wasserknappheit. Umweltaktivist:innen haben dort mit kreativen Aktionen auf die Problematik aufmerksam gemacht, indem sie die Ressourcenintensität von KI-Anfragen verdeutlichten. Diese Aktionen unterstreichen die Notwendigkeit, nachhaltige Lösungen für den Betrieb von Rechenzentren zu finden.
Politische Maßnahmen gegen den Bau neuer Rechenzentren werden in mehreren US-Bundesstaaten diskutiert. Neben New York haben auch Georgia, Maryland, Oklahoma, Vermont und Virginia Gesetzentwürfe eingebracht, die temporäre Baustopps vorsehen. Diese Initiativen werden parteiübergreifend unterstützt, was die Dringlichkeit des Themas unterstreicht. Senator Bernie Sanders aus Vermont hat sogar ein landesweites Moratorium gefordert, um sicherzustellen, dass die Vorteile der Technologie allen zugutekommen und nicht nur einer kleinen Elite.
Technologieunternehmen suchen derweil nach Lösungen, um den steigenden Energiebedarf zu bewältigen. Microsoft hat in Zusammenarbeit mit dem Weißen Haus Maßnahmen vorgestellt, um in betroffenen Gemeinden als „guter Nachbar“ aufzutreten. Elon Musk schlägt vor, solarbetriebene KI-Rechenzentren in den Orbit zu bringen, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Ob solche Konzepte technisch und wirtschaftlich realisierbar sind, bleibt abzuwarten.
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