FRANKFURT / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Künstliche Intelligenz (KI) steht vor einem Paradigmenwechsel, der die Arbeitswelt nachhaltig verändern könnte. Eine aktuelle Studie der Deutschen Bank zeigt auf, welche Branchen besonders betroffen sein könnten und wo menschliche Fähigkeiten weiterhin gefragt bleiben. Während die Automatisierung in der Softwareentwicklung und im Finanzwesen voranschreitet, bleiben Berufe, die Empathie und manuelle Geschicklichkeit erfordern, vorerst sicher.

Die Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, die Arbeitswelt grundlegend zu verändern. Eine aktuelle Studie der Deutschen Bank beleuchtet, welche Branchen besonders von der Automatisierung betroffen sein könnten. Dabei zeigt sich, dass vor allem datenreiche Industrien mit repetitiven Aufgaben im Fokus stehen. Branchen, die menschliche Empathie oder manuelle Geschicklichkeit in unvorhersehbaren Umgebungen erfordern, sind hingegen vorerst sicher.
Besonders ironisch ist, dass die Informationstechnologie und Softwareentwicklung, also die Sektoren, die die Disruptoren entwickeln, selbst am stärksten von der Disruption betroffen sein könnten. Da Softwareentwicklung auf Logik und Muster basiert, sind diese Bereiche prädestiniert für die Automatisierung durch KI. Bereits jetzt nutzen über 85% der Entwickler KI-gestützte Codierungsassistenten, was die Produktivität um bis zu 60% steigern kann.
Auch der Finanzsektor steht vor einem Wandel. Die Studie prognostiziert, dass bis 2027 KI-gestützte Tools die Hauptquelle für Anlageberatung für fast 80% der Privatanleger sein könnten. Dies stellt die Rolle menschlicher Finanzberater grundlegend in Frage. Im Kundenservice wird erwartet, dass bis 2026 bis zu 75% aller Interaktionen von KI übernommen werden, wobei menschliche Agenten nur noch die komplexesten oder sensibelsten Fälle bearbeiten.
Trotz der weitreichenden Automatisierung gibt es auch Bereiche, die als „sicher“ gelten. Berufe, die tiefes Einfühlungsvermögen erfordern, wie Pflege, Therapie und frühkindliche Bildung, bleiben vorerst unberührt. Auch handwerkliche Berufe, die manuelle Geschicklichkeit in unvorhersehbaren Umgebungen erfordern, wie Klempnerei und Tischlerei, gelten als wenig digitalisiert und damit weniger anfällig für Automatisierung.
Die Studie der Deutschen Bank zeigt, dass die KI ihre eigene Entwicklung als Transformation und nicht als Apokalypse sieht. Während sie bis 2030 92 Millionen Arbeitsplätze verdrängen könnte, prognostiziert sie auch die Schaffung von 170 Millionen neuen Rollen, was zu einem Nettozuwachs an Arbeitsplätzen führen würde. Diese Übergangsphase wird jedoch disruptiv sein und erfordert möglicherweise bis zu 12 Millionen berufliche Umstellungen.
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