LONDON (IT BOLTWISE) – Eine umfassende systematische Überprüfung und Meta-Analyse zeigt, dass Musik beim Sport nicht immer die Konzentration oder Stimmung verbessert. Die Effekte sind stark situationsabhängig und variieren je nach Intensität des Trainings und individuellen Faktoren wie Alter.

Die weit verbreitete Annahme, dass Musik beim Sport die Konzentration fördert und die Stimmung hebt, wird durch eine neue systematische Überprüfung und Meta-Analyse in Frage gestellt. Forscher der Universität Jyväskylä haben zehn experimentelle Studien analysiert und festgestellt, dass Musik nicht konsistent die exekutiven Funktionen oder affektiven Reaktionen während kurzer Trainingseinheiten verbessert. Stattdessen scheinen die Effekte stark von der Intensität des Trainings und individuellen Faktoren wie dem Alter der Teilnehmer abzuhängen.
Die Analyse ergab, dass die wahrgenommenen Vorteile von Musik bei intensiveren Workouts verschwinden oder vernachlässigbar werden. Ältere Teilnehmer zeigten im Vergleich zu jüngeren Gruppen geringere oder keine Reaktionen auf Musik. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Annahme, Musik sei ein universelles Mittel zur Verbesserung der sportlichen Erfahrung, nicht durch die aktuelle experimentelle Evidenz gestützt wird.
Dr. Andrew Danso, der die Studie leitete, betont, dass die Effekte von Musik nicht stabil oder universell sind. Vielmehr unterscheiden sich die Ergebnisse je nach Kontext, wie intensiv das Training ist, wer trainiert und wie die Ergebnisse gemessen werden. Ohne diesen Kontext sind allgemeine Behauptungen über die Vorteile von Musik beim Sport nicht immer gerechtfertigt.
Die Forscher fordern daher rigorosere und konsistentere Studiendesigns, um zu klären, wann Musik tatsächlich kognitive und emotionale Reaktionen während des Trainings beeinflussen kann. Diese Erkenntnisse könnten dazu beitragen, personalisierte Musik- oder Trainingskombinationen zu entwickeln, die spezifische Vorteile bieten.
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