LONDON (IT BOLTWISE) – Mercury erweitert sein Treasury-Angebot für Startups und wachsende Unternehmen um zwei neue, exklusive Produkte. Mit MCRYX können Kunden auf einen Ultra-Short-Bond-Fonds zugreifen, der laut Anbieter eine Rendite von bis zu 3,88% ermöglicht. In den kommenden Wochen folgt mit MRGXX eine spezielle Anteilsklasse eines Government-Money-Market-Fonds von State Street. Ziel ist eine höhere Netto-Rendite bei gleichbleibender, konservativer Ausrichtung und ohne zusätzliche Kreditrisiken.

Für Unternehmen, die gerade erst in die Skalierung wechseln, ist Cash-Management selten ein „Nice-to-have“ – sondern oft der Taktgeber für Planung, Gehaltszyklen und operative Entscheidungen. Mercury, ein Anbieter von Bankdienstleistungen für Startups und scaling Businesses, hat vor diesem Hintergrund zwei neue Treasury-Produkte angekündigt, die direkt in der Mercury Treasury-Umgebung verfügbar sein sollen. Im Kern geht es darum, die Renditechancen auf vorhandenen Liquiditätsbestand zu verbessern, ohne dafür den Charakter der zugrunde liegenden, konservativen Anlagepolitik zu verändern.
Das erste Produkt heißt MCRYX. Mercury führt es als Ultra-Short-Bond-Fonds ein, den das Unternehmen gemeinsam mit Morgan Stanley Investment Management entwickelt hat. Der Fonds ist laut Anbieter bereits über Mercury Treasury zugänglich und wird mit einer Rendite von bis zu 3,88% angegeben. Technisch und prozessual ist dabei wichtig, dass es sich nicht um ein separates „Anlageprodukt, das nebenher läuft“ handelt, sondern um eine Treasury-Komponente, die in den bestehenden Workflow für Liquiditätsreserven integriert ist – damit entfällt für Teams typischerweise die zusätzliche Logik für Konten- oder Plattformwechsel im laufenden Betrieb.
In den kommenden Wochen soll mit MRGXX das zweite Produkt folgen. Dabei handelt es sich um eine dedizierte Anteilsklasse des Government-Money-Market-Fonds von State Street Investment Management. Mercury betont dabei insbesondere einen niedrigeren Kostenfaktor als bei dem bisherigen Government-Money-Market-Produkt: Die niedrigere Expense Ratio soll dazu beitragen, dass Kunden netto mehr Rendite behalten. Für Finanzverantwortliche ist das relevant, weil Money-Market- und kurzlaufende Anleihestrategien oft durch relativ geringe Spreads zwischen Bruttoertrag und laufenden Kosten geprägt sind – schon kleine Kostendifferenzen können über einen längeren Zeitraum spürbar werden.
Mercury ordnet beide Produkte in sein bestehendes Treasury-Angebot ein und will dabei die Vergleichbarkeit zur bisherigen konservativen Linie wahren. Laut Anbieter verändern die neuen Fonds das zugrunde liegende Risikoprofil der Mercury-Treasury-Produkte nicht. Das heißt konkret: Kunden sollen zwar höhere Renditen anstreben können, aber ohne zusätzliche Kreditexponierung oder eine Verlängerung der Duration in Kauf nehmen zu müssen. Diese Kombination ist für viele Startups besonders attraktiv, weil ihre Cash-Budgets zwar wachsen, aber gleichzeitig der Handlungsspielraum für riskantere Laufzeiten oder komplexere Kreditrisiken begrenzt bleibt.
Timing und Nachfrage passen in eine größere Marktbewegung: Berichten zufolge ist das Venture-Funding im ersten Halbjahr 2026 weltweit auf über 500 Milliarden US-Dollar gestiegen. Mercury führt diese Entwicklung darauf zurück, dass mehr Finanzierungsaktivität zu größeren Cash-Positionen bei frühen Unternehmensphasen führt – und damit der Bedarf an skalierbaren, operativ einfachen Lösungen für die Verwaltung von Liquiditätsreserven steigt. Zu den Unternehmen, die Mercury Treasury für Cash-Management nutzen, werden unter anderem ElevenLabs, Supabase und Linear genannt. Ergänzend liefert Mercury über seine breitere Plattform auch Funktionen rund um Karten, Rechnungsstellung, Bezahlung von Rechnungen sowie Spend-Management; dazu kommen laut Unternehmen Echtzeit-Einblicke in finanzielle Daten. Insgesamt sagt Mercury, dass mehr als 300.000 Entrepreneurs seine Plattform verwenden.
Die Partnerschaften mit den beiden großen Asset-Managern sollen dabei vor allem „institutionsnahe Produktqualität“ in die Mercury-Welt bringen. Dan Kang, CFO von Mercury, ordnet die Entscheidung entsprechend ein: „Founders and finance teams shouldn’t have to move money across platforms or take unnecessary risk to earn a competitive return on their cash. We built these funds with Morgan Stanley Investment Management and State Street Investment Management to give our customers exclusive access to institutional-quality Treasury products directly inside Mercury.“ Morgan Stanley Investment Management sieht unterdessen steigende Nachfrage nach Cash-Management-Ansätzen, die Liquidität, operative Einfachheit und institutionelle Investment-Qualität verbinden. Auch hier wird die Ausweitung der Zusammenarbeit konkret adressiert, unter anderem mit der Verfügbarkeit des MSIFT Ultra-Short Strategy Portfolio (MCRYX). State Street Investment Management verweist zudem auf den Bedarf nach planbaren, verlässlichen und transparenten Cash-Management-Lösungen und hebt dabei den Anspruch hervor, dass die Mercury-Plattform Treasury-Prozesse modern und nutzbar gestaltet.
Für die Praxis bedeutet das: Mercury versucht, den bisher oft mühsamen Spagat zwischen „Liquidität sicherstellen“ und „Rendite aus Cash ziehen“ für Finanzteams stärker in einem System zusammenzuführen. Gerade wenn Treasury in der Realität aus vielen kleinen Bewegungen besteht – Einzahlungen, Ausgaben, Zahlungsfristen und Budgetanpassungen – ist die kurze Zeit bis zur Wiederanlage entscheidend. Durch die neuen Produkte geht es deshalb weniger um eine neue Risikoklasse, sondern um eine Optimierung der Renditekomponenten (unter anderem über Kosten) und um die Verfügbarkeit institutioneller Strategien direkt im Backend des Unternehmens. Gleichzeitig bleibt für Entscheider wichtig, die Angaben zum Risikoprofil und die konkrete Implementierung im Mercury-Workflow zu prüfen, weil „gleichbleibendes Risikoprofil“ nur dann belastbar ist, wenn Produktmechanik, Kosten und Laufzeitprofile im Alltag tatsächlich konsistent bleiben.
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