LONDON (IT BOLTWISE) – Goldman Sachs zeigt in einer Studie, dass Branchen mit hoher KI-Exposition seit der zweiten Jahreshälfte 2022 schwächeres Wachstum bei offenen Stellen verzeichnen. Besonders betroffen seien Berufseinsteiger, während erfahrene Beschäftigte im Schnitt weniger stark unter Druck geraten. Für Callcenter-Jobs nennt die Analyse deutliche Abweichungen vom historischen Trend in mehreren Ländern, darunter den USA und Deutschland. Die Studie unterstreicht damit, dass der KI-Umbruch nicht nur Rollen verändert, sondern auch Einstiege erschwert.

Die Arbeitsmarktfrage im KI-Zeitalter lässt sich inzwischen weniger als abstrakte Debatte über “Jobs der Zukunft” diskutieren, sondern stärker als messbares Muster im laufenden Stellenaufbau. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat dafür die Beschäftigungs- und Jobentwicklung in mehr als 800 Berufen weltweit ausgewertet und dabei den Grad der KI-Exposition je Beruf als erklärende Variable herangezogen. Das Ergebnis fällt nicht als pauschale “KI schafft alles ab”-Erzählung aus, sondern als differenziertes Bild: In Ländern und Branchen, in denen KI-gestützte Methoden besonders schnell Einzug halten, wächst die Zahl der offenen Stellen seit 2022 langsamer als in weniger betroffenen Bereichen.
Technisch betrachtet geht es bei der Studie um den Zusammenhang zwischen Tool-Adoption und Nachfrage nach Arbeitskräften, nicht um die reine Leistungsfähigkeit von Modellen. Die US-Investmentbank verweist darauf, dass die Adoption von KI-Werkzeugen in großen Industrieländern inzwischen grob im Bereich von 15 bis 20 Prozent liegt. Wichtig ist dabei, dass diese Quote bereits als “Umsetzungsrealität” wirkt: Wenn Unternehmen KI-gestützt automatisieren oder zumindest Teile von Prozessen standardisieren, verschiebt sich der Bedarf in vielen Tätigkeitsprofilen von Routine-Schritten hin zu Kontrolle, Qualitätssicherung, Domänenwissen und Schnittstellenarbeit. Genau diese Verschiebung spiegelt sich in der gemessenen Abschwächung des Stellenwachstums wider, die seit der zweiten Jahreshälfte 2022 in mehreren Industrieländern sichtbar ist.
Besonders markant sind die Zahlen in konkreten Berufsfeldern. Callcenter-Jobs liegen in den USA 39 Prozent unter dem historischen Trend, in Kanada 33 Prozent und in Deutschland 27 Prozent. Auch wenn die Studie nicht allein mit einem einzigen “Callcenter-Effekt” erklärt werden kann, passt das Muster zu dem, was sich aus Prozessautomatisierung ableiten lässt: Viele Aufgaben in kundenorientierten Triage- und Supportabläufen sind stark regelbasiert, routing- und antwortgetrieben. Wenn KI-Assistenten Texte vorschlagen, Wissensdatenbanken durchforsten oder Standardanfragen vorselektieren, sinkt der Bedarf an zusätzlicher Kapazität auf Einstiegsebene, selbst wenn die Gesamtnachfrage nach Kundendienstleistungen nicht vollständig verschwindet.
Die Branchenebene ergänzt dieses Bild. In der Informations- und Kommunikationsbranche – einer der am stärksten von KI betroffenen Bereiche – verlangsamt sich das Beschäftigungswachstum in nahezu allen untersuchten Industrieländern seit 2022. Gleichzeitig bleibt die Beschäftigung außerhalb der USA nahe oder sogar über ihrem langfristigen Trend; das wirkt wie ein Hinweis darauf, dass es nicht überall zu einem sofortigen Abbau kommt, sondern eher zu einer weniger dynamischen Ausweitung. Zusätzlich nennt die Studie ähnliche Bremsspuren in Feldern wie Softwareentwicklung, Unternehmensberatung und Werbung, wo KI-Tools zwar produktivitätssteigernd wirken können, aber zugleich die Zahl der neu benötigten Einstiegsstellen relativ zum früheren Wachstumspfad sinkt.
Auch die Frage, wer genau unter Druck gerät, entscheidet die Studie zugunsten der Berufseinsteiger. Goldman Sachs berechnet über alle untersuchten Berufe hinweg: Eine um 10 Prozent höhere KI-Exposition entspricht einem Rückgang des jährlichen Beschäftigungswachstums um rund 0,1 Prozentpunkte in Ländern wie Frankreich, Kanada und den USA. Bei Berufseinsteigern ist dieser Effekt deutlich stärker; in Australien liegt er bei über 0,6 Prozentpunkten und in den USA bei mehr als 0,2 Prozentpunkten. In der gleichen Linie verweist ein Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) aus dem Jahr 2026 auf ein Risiko für junge Arbeitnehmer: Wenn nur 10 Prozent der weltweit als stark KI-exponiert eingestuften Stellen junger Beschäftigter tatsächlich wegfielen, wären laut ILO etwa 5,6 Millionen junge Menschen weltweit von Arbeitslosigkeit, Jobwechsel oder einem Rückzug aus dem Arbeitsmarkt betroffen.
Spannend ist, dass selbst in der KI-bedingten Arbeitsmarktdebatte die langfristigen Folgen nicht einheitlich ausfallen. Goldman-Sachs-Ökonom Joseph Briggs bezifferte bereits im März 2026 den Anteil betroffener US-Beschäftigter auf 6 bis 7 Prozent im Zuge einer rund zehnjährigen Übergangsphase; dabei könnte die Arbeitslosenquote um etwa 0,6 Prozentpunkte steigen. Im Juli nannte er hingegen höhere Werte von 9 Prozent beziehungsweise 15 Millionen Beschäftigten, die im Zuge der KI-Transition umverteilt werden müssten, bei einem unter einem Prozentpunkt liegenden jährlichen Anstieg der Arbeitslosenquote. Die Bandbreite zeigt: Selbst wenn der kurzfristige Zusammenhang zwischen KI-Exposition und Stellenwachstum robust erscheint, ist die Prognose, wie stark sich daraus dauerhaftere Beschäftigungseffekte ableiten lassen, weiterhin unsicher.
Ein Teil dieser Unsicherheit speist sich aus unterschiedlichen Annahmen darüber, wie schnell KI in Unternehmen tatsächlich skaliert. Daron Acemoglu (MIT) geht von begrenzteren Effekten aus und erwartet innerhalb der kommenden fünf Jahre Nettoverluste von weniger als zwei bis vier Prozent der Stellen, vor allem in kognitiven Routinetätigkeiten wie Kundenservice und Backoffice. Sein MIT-Kollege Neil Thompson äußerte sich dazu zurückhaltender und verwies darauf, dass die Verbreitung von KI-Anwendungen in Unternehmen langsamer verlaufe als die technische Leistungsfähigkeit der Systeme selbst. Für Unternehmen und Beschäftigte ergibt sich daraus eine klare Arbeitsaufgabe: KI-gestützte Tools sollten nicht nur beschafft werden, sondern mit Rollenmodellen, Trainingspfaden und Aufgabenarchitekturen verknüpft werden, damit der Produktivitätsgewinn nicht primär auf Kosten von Einstiegs- und Übergangsarbeitsplätzen geht. Denn historisch verschiebt Technologie Beschäftigung regelmäßig – die entscheidende Frage ist jedoch, ob in dieser Übergangsphase das Gleichgewicht aus Abbau und Neuschaffung rechtzeitig genug für die Einstiegsjahrgänge ausfällt.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "KI setzt Berufseinsteiger unter Druck: Goldman Sachs sieht schwächeres Stellenwachstum" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "KI setzt Berufseinsteiger unter Druck: Goldman Sachs sieht schwächeres Stellenwachstum" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »KI setzt Berufseinsteiger unter Druck: Goldman Sachs sieht schwächeres Stellenwachstum« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!