LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue PET-Studie verknüpft Long-COVID mit einem messbaren biologischen Befund: geringeren VMAT2-Werten in dopaminrelevanten Hirnregionen. In Daten von 24 Betroffenen zeigen sich Rückgänge zwischen 16% und 20% im Striatum. Besonders gut passt die Bildgebung zu konkreten Symptomen wie Apathie, Gedächtnisproblemen und verlangsamten Bewegungen. Unklar bleibt, ob sich die Veränderung zurückbildet – oder ob Entzündungsprozesse dafür sorgen, dass eine gezielte Therapie nötig wird.

Long COVID ist bislang vor allem über Symptome beschrieben worden, die sich im Alltag deutlich bemerkbar machen: anhaltende Müdigkeit, „brain fog“, Gedächtnislücken und eine Antriebslosigkeit, die nicht einfach „von allein wieder besser wird“. Für Ärztinnen und Ärzte war das medizinisch frustrierend, weil es lange Zeit an einem objektiven körperlichen Marker fehlte, auf den man zeigen könnte, wenn man den Zustand erklärt und behandelt. Genau an dieser Lücke setzt eine neue Arbeit an, die eine biologische Grundlage für einen Teil der Beschwerden sichtbar macht – und zwar nicht als allgemeine Entzündungsgeschichte, sondern als spezifische Veränderung im dopaminergen System.
Konkret haben Forschende um Jeffrey Meyer vom Centre for Addiction and Mental Health und der University of Toronto PET-Bildgebung eingesetzt, um VMAT2 zu messen. VMAT2 ist ein Protein, das an Nervenendungen vorkommt, die den Neurotransmitter Dopamin freisetzen. In der Studie verglichen sie 24 Personen mit Long COVID mit 24 gesunden Kontrollpersonen, die bei einer ersten Infektion nur mild oder moderat betroffen waren. Das Ergebnis: In den Gehirnregionen, die mit Motivation, Bewegung und Gedächtnis in Verbindung stehen, lagen die VMAT2-Werte signifikant niedriger. Im Striatum reichte der Rückgang von 16% im Bereich des dorsal putamen, der mit Planen assoziiert wird, bis zu 20% im ventralen Striatum, das besonders eng mit Motivation und Apathie verknüpft ist.
Spannend ist dabei weniger nur die Messung als die Kopplung an das Beschwerdebild. Laut den Studienauswertungen spiegeln sich reduzierte Dopamin-Marker im ventralen Striatum in Gedächtnisproblemen wider, während Marker im dorsal putamen mit einer verlangsamt wirkenden Motorik zusammenhingen. Ein weiterer Bereich, der ebenfalls über die Bildgebung erfasst wurde, passte zu dem Symptomkomplex rund um den Verlust der Motivation. So entsteht der Eindruck einer funktionellen „Landkarte“: Die Bildgebung weist nicht nur auf ein allgemeines biologisches Problem hin, sondern bildet Muster ab, die zu bestimmten kognitiven und motorischen Einschränkungen passen. Genau diese Symptomnähe wird in der klinischen Praxis häufig gebraucht, um Diagnosen aus der Selbstbeschreibung stärker in messbare Größen zu übersetzen.
Die Arbeit knüpft zudem an frühere Ergebnisse aus demselben Team an. Bereits eine Studie aus dem Jahr 2023 hatte erhöhte Entzündungssignale in denselben Hirnregionen berichtet, allerdings mit einem anderen Biomarker: Dabei ging es um ein Protein, das auf Entzündungszellen vorkommt. Meyer beschreibt den Unterschied als Wechsel des „Prozess-Fensters“: Entzündungsmarker und VMAT2-Messungen zeigen grundsätzlich verschiedene biologische Vorgänge. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie stark ein Prozess den anderen antreibt. Denkbar ist, dass Entzündungszellen die Enden dopaminfreisetzender Nerven beschädigen, oder dass eine Nervenverletzung wiederum entzündliche Prozesse verstärkt. Technisch heißt das: Es könnte ein Kaskadenmechanismus vorliegen, bei dem mehrere Ebenen – erst Immunreaktionen, dann neuronale Funktionsfähigkeit – zusammenwirken.
Warum diese Differenzierung wichtig ist, liegt in der Interpretation der Dopaminveränderung. Meyer betont, dass der beobachtete Dopaminverlust nicht einfach eine „gewöhnliche“ Stimmungsschwankung abbildet, sondern eine reale Reduktion der Dichte von Nervenendungen. Das ist ein entscheidender Punkt, denn er unterscheidet sich von der Idee, dass lediglich weniger Dopamin ausgeschüttet würde, obwohl die entsprechenden Strukturen noch intakt sind. Ob und wie schnell sich solche Veränderungen zurückbilden können, bleibt dennoch eine offene Frage: Einige Betroffene könnten sich verbessern, wenn beschädigte Enden wieder nachwachsen oder neue Verbindungen bilden. Als möglicher Hebel werden dabei Aktivitäten diskutiert, die motorische und kognitive Netzwerke gezielt beanspruchen – etwa durch Bewegung oder Aufgaben, die die betroffenen Areale „aktivieren“.
Für andere Szenarien spielt jedoch die Entzündung eine Gegenrolle. Wenn anhaltende Entzündungsprozesse die Regeneration blockieren, reicht Zeit allein womöglich nicht aus. Genau hier kommt die Translation Richtung Therapie ins Spiel. Meyers Team bereitet nach eigenen Angaben eine klinische Studie vor, in der ein bestehendes, dopaminbezogenes Medikament für einen neuen Zweck genutzt werden soll. Der Hintergrund: Bereits in früheren Arbeiten der Gruppe sei gezeigt worden, dass das Präparat in den Gehirnbereich gelangt. Einzelne Teilnehmende hätten demnach positive Reaktionen gezeigt, die als besonders auffällig beschrieben wurden. Allerdings zog sich der Weg in großvolumigere Finanzierungsrunden offenbar, sodass die vollständige Studie bislang an der Mittelzusage gescheitert ist. Für Unternehmen und Entwickler von Gesundheitssoftware ist das deshalb relevant, weil es die Zeiträume zwischen „Messmarker“ und „interventionsrelevantem Endpunkt“ neu kalibriert: Nicht nur Bildgebung, auch Rekrutierung, Studiendesign und Monitoring müssen zusammenpassen.
Aus Markt- und Branchenperspektive verschiebt sich damit der Fokus weg von pauschalen Anpassungen am Arbeitsplatz hin zu stärker datengetriebenen Behandlungspfaden. Viele Arbeitgeber mussten in der Vergangenheit recht pragmatisch reagieren, wenn Beschäftigte mit Long COVID ausfielen oder langsamer arbeiteten. Eine biologische Erklärung mit messbaren Veränderungen kann mittelbar dazu beitragen, dass Versorgungspfade konsistenter werden: etwa durch bessere Verlaufskontrollen oder die Möglichkeit, Therapien früher auf Teilgruppen zuzuordnen. Gleichzeitig bleibt der reale Nutzen erst vollständig sichtbar, wenn die Studie in größeren Kohorten repliziert wird und wenn sich der VMAT2-Rückgang als prädiktiv und als behandelbares Ziel bestätigt. Solange das nicht abschließend geklärt ist, gilt: Der Befund liefert eine vielversprechende Richtung – aber die Frage „Reversibilität oder nicht?“ entscheidet letztlich darüber, ob mehr Geduld, mehr Rehabilitation oder mehr gezielte Medikation die richtige Antwort ist.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "PET-Studie erklärt Long-COVID-Brain-Fog: messbarer Verlust von Dopamin-„Tankstellen“" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "PET-Studie erklärt Long-COVID-Brain-Fog: messbarer Verlust von Dopamin-„Tankstellen“" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »PET-Studie erklärt Long-COVID-Brain-Fog: messbarer Verlust von Dopamin-„Tankstellen“« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!