WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der aktuelle Monitoringbericht zur Nationalen Finanzbildungsstrategie (NFBS) fd) zeigt, dass das Angebot 2025 deutlich an Reichweite gewonnen hat. Mehr als 155.000 Menschen wurden direkt erreicht; zugleich stiegen die Zugriffe auf das digitale Angebot um ein Drittel auf rund 550.000 Website-Zugriffe. Der Bericht macht aber auch klar: Betrugsprd)vention und Digitalisierung sind zwar Thema, brauchen jedoch deutlich mehr Gewicht. Fd)ein Fokus liegt deshalb auf der Frage, wie Erwachsene kd�nftig std�rker erreicht werden.

Die Nationale Finanzbildungsstrategie (NFBS) fd) fd)r d)sterreich 2025 wird bereits wd)hrend der Laufzeit mit einem Monitoring begleitet. In einem aktuellen Bericht, den die Oesterreichische Nationalbank gemeinsam mit dem Bundesministerium fd)r Finanzen und der unternehmerischen Hochschule verd)ffentlicht hat, zeigt sich ein Bild, das fd)r die strategische Arbeit in der Finanzbranche doppelt interessant ist: Auf der einen Seite steigen Reichweiten und aktive Angebote spdd)d; rbar; auf der anderen Seite wird sichtbar, wo die inhaltliche Balance noch nicht stimmt. Genau diese Mischung aus Erfolgsmeldung und Diagnose macht den Bericht fd)r Verantwortliche in Banken, Bildungseinrichtungen und Verwaltung so relevant.
Konkrete Zahlen liefern den Einstieg. Die Finanzbildungscommunity, die im Rahmen der NFBS koordiniert wird, erreicht laut Bericht jd)hrlich mittlerweile mehr als 155.000 Menschen mit persd)hnlichen Angeboten wie Workshops, Fortbildungen oder Vortrd)gen. Noch deutlicher wird die Dynamik bei der Digitalisierung: Die Zugriffe auf das Digital-Angebot sind um ein Drittel gestiegen und liegen bei rund 550.000 Website-Zugriffen. Dazu kommt, dass der Monitoringbericht das Angebot nicht nur statistisch sammelt, sondern seine Entwicklung d)ber die Jahre wissenschaftlich fundiert abbildet – inklusive Reichweite, Zielgruppen, Themen und Qualitd)t. Damit entsteht eine Art Messsystem, das aus der reinen Projektfd)lle eine steuerbare Strategie macht.
Bemerkenswert ist auch, wie sich die Verteilung der Angebote in Regionen und Zielgruppen ablesen ld)sst. Laut Bericht sind 82,2 % der Face-to-Face-Madnahmen sowohl in stddtischen als auch in ldndlichen Gebieten verfdgbar. Besonders westliche und sddddliche Bundesldnder haben demnach beim Angebot aufgeholt. Gleichzeitig weist der Bericht auf eine inhaltliche Lddcke hin: Rund 40 % des F2F-Angebots entfallen auf erwachsene Zielgruppen, aber diese stellen nur 6,1 % der F2F-Teilnahmen. Das ist ein klassischer Hinweis darauf, dass Reichweite nicht nur vom Angebot abhdngt, sondern von passender Ansprache, zeitlicher Taktung und dem Zugang zu relevanten Lernformaten. Genau hier liegt oft der grdddddnen zwischen „angeboten“ und „genutzt“.
Online verschiebt sich das Bild spd)rbar. Wdhrend Erwachsene im Face-to-Face-Bereich unterreprdsentiert sind, erreichen digitale Formate deutlich andere Nutzungsquoten: Erwachsene stehen fd)r 50,3 % der Website-Zugriffe und sogar 60,3 % der Downloads von Online-Materialien. Das deutet darauf hin, dass digitale Inhalte nicht nur „Ersatz“ sind, sondern andere Lernmotive bedienen: weniger termingebunden, dafd)r mehr self-paced und oft ndher an konkreten Lebenssituationen. Fd)r die ndddchste Strategieperiode 2027 bis 2035 bedeutet das, dass die Digitalstrategie nicht nur technisch, sondern pddagogisch gedacht werden muss – etwa mit Formaten, die Erwachsene erreichen, ohne sie mit allgemeiner Finanzsprache zu dberfordern.
Inhaltlich setzt der Bericht ebenfalls klare Prioritddten. Nur 7 von 195 Madnahmen der NFBS 2025 behandeln explizit Tduschung und Betrug; ebenso nur 7 widmen sich Regulierung und Verbraucherschutz. Digitalisierung als dbergreifende Prioritddt ist in 41 Madnahmen enthalten, doch ihr relativer Anteil sinkt gegenddber dem Vorjahr von 23,5 % auf 21,0 %. Die Botschaft dahinter ist deutlich: Es gibt Fortschritte, aber der Schwerpunkt wirkt noch nicht stark genug auf eine Finanzwelt zugeschnitten, die zunehmend von KI-gestdtzten Angeboten, neuen Produkten und zugleich neuen Betrugsformen geprddgt ist. Genau diese L00dcke wird vom Bericht als Herausforderung f00dddr die Strategie 2027–2035 beschrieben.
Dass das Thema Betrugsprddvention nicht nur theoretisch bleibt, zeigt der Bericht am Beispiel von OeNB-Madnahmen. Bereits 2026 hat die Notenbank gemeinsam mit der Polizei dsterreichweit Projekttage unter dem Titel „Generationen gemeinsam sicher“ umgesetzt, bei denen Schdler: innen und Senior: innen gemeinsam lernen, Betrugsmaschen zu erkennen und sich zu schdtzen. Dazu kommt eine Phishing-Simulation an Schulen in Kooperation mit der Universitdt Wien: Jugendliche lernen dabei anhand realistischer Beispiele, woran Phishing erkennbar ist. Ergdnzend vermittelt die OeNB spezifisches Wissen rund um sicheres digitales Bezahlen und typische Warnsignale. Technisch betrachtet sind solche Formate vor allem deshalb wirksam, weil sie „Erkennen“ trainieren: Muster wie gefdlschte Zahlungsaufforderungen oder manipulative Kommunikationswege werden nicht nur beschrieben, sondern erlernt und wiederholt.
Mit Blick auf die Umsetzung bleibt im Bericht eine klare Steuerungslogik erkennbar. Rund 80 Institutionen tragen demnach mit ihren Angeboten dazu bei, Finanzbildung breiter zugdnglich zu machen. Zugleich wird fd)r 2027 angekdndigt, die neue NFBS 2027–2035 der dffentlichkeit zu prdsentieren. Fd)r Unternehmen, die in dhnlichen Initiativen mitwirken, folgt daraus eine praktische Lehre: Reichweitenmetriken wie 155.000 direkte Kontakte oder 550.000 Website-Zugriffe sind nur der Einstieg: Entscheidend wird sein, ob Erwachsene – die bei digitalen Formaten stark vertreten sind – auch in qualitativ passenden Betrugsprdventionsformaten besser erreicht werden. Wenn die ndchste Strategieperiode KI, neue Finanzprodukte und Betrugsformen gemeinsam adressieren will, mdssen Bildungsangebote vor allem verkndpft werden: mit aktueller Bedrohungsrealitdt, mit nutzerzentrierten Lernpfaden und mit einer Messung, die nicht nur „Verbreitung“, sondern auch „Wirksamkeit“ abfragt.
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