MÜNCHEN-UNTERMENZING / LONDON (IT BOLTWISE) – Mit dem offiziellen Spatenstich zum zweiten Bauabschnitt der KIRSCHGÄRTEN setzt die ECKPFEILER Immobilien Gruppe die Quartiersentwicklung in München-Untermenzing fort. Geplant sind bis 2028 insgesamt 384 Mietwohnungen in diesem Abschnitt, davon rund 60 Prozent als geförderter Wohnraum. Für die Finanzierung stehen 113 Millionen Euro bereit, strukturiert als Green Loan und Social Impact Financing durch die HypoVereinsbank – UniCredit. Das Projekt kombiniert Holzhybridbauweise mit einem Schwammstadtkonzept und einer regenerativen Energieversorgung.

Der zweite Bauabschnitt der KIRSCHGÄRTEN in München-Untermenzing ist offiziell gestartet: Der Spatenstich erfolgte durch Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause und markiert die Fortsetzung eines Vorhabens, das als eines der größten Quartiersentwicklungsprojekte Süddeutschlands beschrieben wird. Im Zentrum steht eine Holzhybridbauweise, die in der Praxis vor allem dann relevant wird, wenn Bauzeiten, Materiallogistik und die CO₂-Bilanz gegenüber klassischen Stahlbetonlösungen gegeneinander abgewogen werden. Dass der Projektfokus explizit auf Nachhaltigkeit und Gemeinschaft liegt, ist dabei nicht nur ein Standortversprechen, sondern prägt auch die Planungslogik: Neben Klimaresilienz-Elementen wie einem Schwammstadtkonzept sollen auch Begegnungsflächen und eine regenerative Energieversorgung von Beginn an in das städtebauliche Gesamtkonzept integriert werden.
Für diesen Abschnitt nennt die Projektplanung eine klare Zielmarke: Bis 2028 sollen die insgesamt 384 Mietwohnungen fertiggestellt sein. Der Anteil geförderter Wohnungen liegt demnach bei rund 60 Prozent der Wohnfläche, also ein Großteil des neuen Angebots, der direkt auf einkommensschwächere Haushalte auszielt. Genau hier entscheidet sich für viele Kommunen in Deutschland die Akzeptanz eines Quartiers: Nicht die absolute Zahl der Wohneinheiten steht im Vordergrund, sondern die Frage, ob sich die soziale Mischung über die Jahrzehnte stabilisieren lässt. Dass die Stadt zugleich neuen Wohnraum dringend benötigt, macht die Dringlichkeit sichtbar – gleichzeitig soll das Quartier nicht als isolierte Wohninseln verstanden werden, sondern als integrierter Baustein im Umfeld mit Parkflächen und entsiegelten Flächen.
Finanziert wird der zweite Bauabschnitt mit einem Volumen von 113 Millionen Euro, bereitgestellt von der HypoVereinsbank – UniCredit. Laut Angaben handelt es sich dabei um eine Kombination aus Green Loan und Social Impact Financing – ein Modell, das für ein privatwirtschaftliches Wohnungsbauprojekt in München in dieser Form als Premiere gilt. Solche Mischstrukturen sind für Entwickler interessant, weil sie Nachhaltigkeitsziele und soziale Wirkung finanziell enger koppeln: Green-Loan-Komponenten verlangen üblicherweise eine nachvollziehbare Umweltperformance, während Social-Impact-Elemente die Wirkung auf bestimmte Zielgruppen oder Kriterien fokussieren. Für das Projekt bedeutet das praktisch, dass Nachhaltigkeits- und Bezahlbarkeitskennzahlen nicht erst im Berichtswesen „nachgeschaltet“ werden, sondern bereits während der Umsetzung eine operative Rolle spielen, etwa bei der Definition von Qualitätsstandards.
Städtebaulich und technisch werden die KIRSCHGÄRTEN über mehrere Schichten argumentiert. Oberbürgermeister Dominik Krause würdigte das Konzept als Vorbild für zukunftsfähige Quartiersentwicklung und hob insbesondere die gleichwertige Integration bezahlbaren Wohnraums hervor. Prof. Dr. Elisabeth Merk, Münchens Stadtbaurätin, bezeichnete das städtebauliche Konzept als wegweisend für nachhaltiges und gemeinschaftliches Wohnen und verwies auf einen öffentlichen Park, der der Begegnung und Erholung dienen soll. Ergänzend wird ein umfassendes Schwammstadtkonzept genannt, das typischerweise auf mehr Regenrückhaltung und weniger Oberflächenabfluss abzielt – im Quartier also auf eine Architektur des Wassermanagements, die auch in Hitze- und Starkregenphasen messbare Vorteile bringen kann. Für ECKPFEILER spielt dabei auch die Bauweise eine Rolle: Holzhybridbauweise kann die Vorfertigung unterstützen, wodurch sich Prozesse auf der Baustelle reduzieren lassen; das ist gerade in Zeiten wechselnder Finanzierungskonditionen ein handfestes Steuerungsinstrument.
Die langfristige Perspektive des Bauherrn wurde ebenfalls betont: Wolfgang Bogner, Geschäftsführer der ECKPFEILER Immobilien Gruppe, beschreibt die Planung mit dem Anspruch eines Bestandshalters und verweist auf den gesamten Lebenszyklus eines Quartiers. Damit verschiebt sich die Priorität von kurzfristiger Abwicklung hin zu betrieblichen und energetischen Entscheidungen, die über Jahre wirken – etwa bei der Frage, wie langlebig Bauteile sind, wie wartungsarm die Gebäude funktionieren und wie die regenerative Energieversorgung in das Quartierskonzept passt. Gleichzeitig soll trotz hoher Baukosten und veränderter Finanzierungskonditionen Effizienz erreicht werden, unter anderem durch intelligente Planung, Standardisierung und Vorfertigung. Auch Dr. Christian Federspieler, Leiter Real Estate Germany bei HypoVereinsbank – UniCredit, stellte die Verbindung langfristiger Nachhaltigkeitsziele mit einem strukturierten Planungs- und Umsetzungsprozess heraus und ordnete den zweiten Bauabschnitt als Projekt ein, das langfristig bezahlbaren Wohnraum mit hohen ökologischen Standards für München schaffen soll.
Für die weitere Umsetzung liefert das Projekt außerdem zeitliche Orientierung: Das Quartiersmanagement startet bereits im März 2027 mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts, während der zweite Bauabschnitt bis 2028 abgeschlossen sein soll. In der Praxis ist genau dieser Übergang relevant, weil Quartiersentwicklung sich nicht erst mit dem Richtfest „einstellt“, sondern mit dem Aufbau von Bewohnerstrukturen, Kommunikationswegen und Betriebsprozessen. Für die Branche ist zudem die Finanzierungsarchitektur ein Signal: Wenn Green Loan und Social Impact Financing in einem privatwirtschaftlichen Wohnprojekt kombiniert werden, wächst der Druck, Nachhaltigkeits- und Sozialkriterien messbar zu machen und verlässlich zu reporten. Damit rückt ein Bereich stärker in den Fokus, der bislang oft als nachgelagertes Thema gilt – die Datenbasis für Wirkung, Energie und soziale Quote. Selbst wenn KI-gestützte Analysen im Wohnungsbau noch nicht Bestandteil der offiziellen Projektbeschreibung sind, ist die Richtung klar: Entwickler, Banken und Kommunen werden künftig häufiger über Kennzahlen zusammenarbeiten müssen, die sich über den Lebenszyklus hinweg nachweisen lassen.
In Summe zeigt der zweite Bauabschnitt der KIRSCHGÄRTEN, wie sich nachhaltiger Wohnungsbau in München gerade praktisch weiterentwickelt: Holzhybridbauweise, ein hoher Anteil geförderter Wohnungen und ein Finanzierungsmix mit Green- und Social-Komponenten greifen ineinander. Für Verantwortliche in Kommunen, bei Wohnungsunternehmen und in der Finanzierungspraxis wird das Projekt damit zu einer Referenz, an der sich künftige Ausschreibungen und Finanzierungsmodelle ausrichten können. Entscheidend bleibt nun, wie effizient die Vorfertigung auf der Baustelle umgesetzt wird, wie konsequent das Schwammstadtkonzept konstruktiv umgesetzt ist und ob die zeitliche Planung bis 2028 stabil bleibt. Wenn diese Faktoren zusammenpassen, entsteht nicht nur ein neues Wohnangebot, sondern ein Quartier, das langfristig bewohnbar, sozial durchmischt und ökologisch begründet ist.
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