LUDWIGSHAFEN / LONDON (IT BOLTWISE) – BASF bleibt nach einem ersten Angebot zur Evonik-Übernahme offenbar im Rennen. Laut mehreren mit dem Vorgang vertrauten Personen ist eine Aufstockung der Offerte möglich, sobald das Unternehmen mit Evonik ins Gespräch geht. Gleichzeitig werden Zusagen für die Belegschaft und damit verbundene Fragen zu Standorten diskutiert. Im Hintergrund spielt die RAG-Stiftung als Großaktionärin mit, die über die Folgekosten des beendeten Steinkohlebergbaus mit entscheiden muss.

BASF ringt weiter um Evonik – und der erste Rückschlag scheint die Verhandlungen eher in die nächste Runde zu schieben als sie zu beenden. Nachdem der Chemiekonzern mit einer Offerte gescheitert war, die offenbar nicht zum gewünschten Ergebnis führte, signalisiert das Management laut Informationen aus dem Umfeld der Ludwigshafener Konzernzentrale nun Gesprächs- und Anpassungsbereitschaft. Der Dreh- und Angelpunkt ist dabei nicht nur der Preis pro Aktie, sondern auch die Frage, wie stark Zusagen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Schutz von Standorten in das finale Angebot eingepreist werden. Genau hier treffen klassische M&A-Rechnung und industriepolitische Erwartungen aufeinander – mit spürbaren Folgen für die Verhandlungsgeschwindigkeit.
Konkret steht die öffentliche Ausgangslage: BASF hatte im September Sondierungsgespräche bestätigt, Evonik hatte das erste Übernahmeangebot zum Ende des Monats jedoch abgewiesen. In dem Kontext wird ein Angebot von rund 22,15 Euro je Evonik-Aktie genannt. Bewertungsrechner folgen solchen Eckdaten meist unmittelbar, doch entscheidend ist, wie der Markt die Schuldenlast in das Gesamtbild einpreist: Evonik wurde demnach inklusive Schulden mit rund 14 Milliarden Euro bewertet, aber das Zielband traf offenbar nicht die Vorstellungen des Essener Unternehmens. Für BASF ist das ein Signal, dass reine Kaufpreislogik nicht genügt, wenn Arbeitsplätze, Produktionslinien und regionale Wirtschaftsräume politisch mitverhandelt werden.
Ein zentraler Hebel liegt laut Darstellung bei der RAG-Stiftung, die rund 43 Prozent an Evonik hält. Diese Beteiligungsquote macht die Stiftung zu einem Gatekeeper: Ohne Zustimmung oder zumindest ausreichende Bereitschaft kann ein Strukturdeal praktisch nicht umgesetzt werden, selbst wenn andere Aktionäre dem Preis zustimmen würden. Zudem ist die RAG-Stiftung nicht nur Investor, sondern auch Trägerpflichten: Ihr Milliardenvermögen soll die Folgekosten des beendeten Steinkohlebergbaus abfedern. Dadurch verschiebt sich der Fokus der Stiftung von kurzfristigen Renditeerwartungen auf den langfristigen Werterhalt – und entsprechend wird in den Verhandlungen auch darüber gesprochen, ob und wie eine mögliche Transaktion mit politischen und sozialen Nebenbedingungen zusammenpasst.
Dass die Politik inzwischen sichtbar eingreift, wirkt in diesem Deal wie ein zusätzlicher Taktgeber. Das Kuratorium der Stiftung kommt zur Beratung über die Offerte zusammen, geprägt von Politikern und Gewerkschaftern; als Vorsitzender wird Armin Laschet genannt. Ebenfalls im Gremium sind unter anderem NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, die saarländische Regierungschefin Anke Rehlinger, Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis. Solche Besetzungen sind in der Praxis mehr als Formalie: Sie übersetzen die Deal-Frage in eine industrie- und arbeitsmarktpolitische Bewertung, bei der die Sicherung der Beschäftigung in Nordrhein-Westfalen betont wird. Evonik sei dort Arbeitgeber für mehr als 11.000 Beschäftigte; damit ist der Übernahmeprozess eng an die politische Debatte im Bundesland gekoppelt.
Für BASF bedeutet das: Das Angebot muss nicht nur kaufmännisch überzeugen, sondern auch die Erwartungen der Stakeholder adressieren. Berichtet wird, dass BASF Zusagen an die Evonik-Belegschaft erwägen könnte – ausdrücklich auch mit Blick auf Standorte. In der Logik solcher Pakete geht es typischerweise um belastbare Zusagen zur Beschäftigung, um die Gestaltung von Standortsicherungsmaßnahmen und um soziale Flankierung, die den Übergang während der Integrationsphase abfedert. Zahlen liefern dazu die Dimension: Evonik beschäftigt weltweit etwa 31.000 Menschen, BASF rund 95.000. Wenn ein Konzern wie BASF nachjustiert, dann wird er in der Regel auch die Integrationspfade so planen, dass regulatorisch und arbeitsrechtlich weniger Reibung entsteht – und gleichzeitig intern die Kosten- und Synergieerwartungen weiterhin erreichbar bleiben.
Technisch betrachtet ist bei Chemie-M&A allerdings nicht nur die Fusionsentscheidung relevant, sondern auch die spätere Umsetzung: Produktionsnetzwerke, Sicherheits- und Umweltsysteme, Qualitätsstandards sowie Prozess-Know-how lassen sich nicht über Nacht zusammenführen. In der Praxis entscheidet sich die Qualität eines Deals daher an der Frage, wie sauber Schnittstellen zwischen Werksverbünden definiert werden und wie schnell gemeinsame Planungs- und Steuerungsprozesse greifen. Genau deshalb können „Zugeständnisse“ an die Belegschaft ein echtes Risiko mindern: Wenn Teams verlässliche Perspektiven erhalten, sinkt die Fluktuationsgefahr in kritischen Kompetenzbereichen, während gleichzeitig Integrationsprojekte stabiler anlaufen. Für BASF ist der Verhandlungsdruck damit zweischneidig: Eine Aufstockung des Angebots kann die Zustimmung erleichtern, aber sie muss durch einen belastbaren Integrationsplan unterlegt sein, damit sich die Entscheidung nicht nur kurzfristig, sondern auch mittelfristig rechnet.
Die nächste Phase dürfte im Wesentlichen durch zwei Faktoren bestimmt werden: zum einen durch die Beratungen im Umfeld der RAG-Stiftung, zum anderen durch die Reaktion von Evonik auf mögliche Anpassungen. Bei Evonik wird weiterhin betont, dass es darüber hinaus keine Gespräche gebe, was den Zeitplan für die weitere Abstimmung klar auf die Bühne der Stakeholder verlagert. Für Beobachter bleibt zudem die politische Dimension ein unmittelbarer Bestandteil des Verhandlungsprozesses: Der Deal wird in NRW nicht nur in Gremien, sondern laut Darstellung auch im Landtag aufgegriffen. Damit verschiebt sich die Risikobetrachtung für alle Beteiligten: Nicht nur die M&A-Formalien, sondern auch die sozial-ökonomische Begleitung entscheidet darüber, ob am Ende tatsächlich eine Einigung zustande kommt.
Am Ende zeigt der Fall BASF/Evonik exemplarisch, wie stark Industriepolitik und Unternehmensfinanzierung im deutschen Chemiesektor inzwischen zusammenwirken. Ein Angebot, das rechnerisch „nahe“ wirkt, kann trotzdem scheitern, wenn Großaktionäre wie die RAG-Stiftung nicht im gewünschten Takt zustimmen und wenn politische Gremien den Rahmen für Standortsicherung setzen. Für Unternehmen, die ähnliche Konsolidierungen planen, heißt das: Preisverhandlungen laufen inzwischen parallel zu Fragen nach Beschäftigungssicherheit, regionaler Wertschöpfung und Umsetzungspfaden in den Werken. Genau darin liegt die eigentliche Nachricht über den nächsten Schritt hinaus – der Deal entscheidet sich zunehmend an Paketlogik, nicht allein am Kurs der Aktie.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "BASF verhandelt weiter: Evonik-Übernahme trotz ersten Rückschlags" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "BASF verhandelt weiter: Evonik-Übernahme trotz ersten Rückschlags" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »BASF verhandelt weiter: Evonik-Übernahme trotz ersten Rückschlags« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!