LONDON (IT BOLTWISE) – Eine klinische Einordnung im Journal of Adolescent Health ordnet Looksmaxxing als Spektrum ein: von alltäglicher Selbstpflege bis zu gefährlichen Praktiken. Besonders bei Jugendlichen werden laut Beitrag Zwang zur Gesichtsidee, extremes Fasten sowie nicht überwachte Substanz- und Kosmetikanwendungen als Risiko beschrieben. Ärztinnen und Therapeuten sollen die Sprache der Community kennen und gezielt nach Essstörungen, BDD, Selbstverletzung und Steroidmissbrauch screenen. Gleichzeitig raten die Autoren zu einem empathischen Ansatz statt zum Auslachen der Sorgen.

Looksmaxxing ist längst kein rein kosmetisches Thema mehr, sondern rückt zunehmend in den Fokus der Adoleszentenmedizin. Eine klinische Einordnung im Journal of Adolescent Health beschreibt den Trend als online getriebenes Verhaltensmuster, das männliche Attraktivität als messbares, „objektives“ Ziel rahmt. Dabei geht es nicht nur um Hautpflege oder Fitness, sondern um die Idee, dass bestimmte Gesichts- und Körpermerkmale – etwa markante Kieferwinkel, ausgeprägte Wangenknochen oder sehr niedriger Körperfettanteil – den sozialen und romantischen Erfolg determinieren. Für viele Betroffene beginnt das Ganze mit normaler Selbstfürsorge und kippt dann in Muster, die psychisch wie körperlich eskalieren können.
Im Kern betonen die Autorinnen und Autoren um Dr. Kyle T. Ganson von der University of Toronto, dass Looksmaxxing auf einer „Bandbreite“ funktioniert: Auf der einen Seite stehen für sich genommen harmlose Routinen wie Haarschnitt-Optimierung, Zahnpflege oder ein Trainingsplan. Auf der anderen Seite entsteht ein Druck, der in „Hardmaxxing“ mündet – also in invasive, unüberprüfte oder ausdrücklich gefährliche Eingriffe. Genannt werden dabei unter anderem extreme kalorische Einschränkungen, die in Richtung anorexia-nervosa-ähnlicher Muster treiben können. Ergänzend fällt der Bereich nicht regulierter Substanzen auf: Von anabol-androgenen Steroiden über SARMs bis hin zu sogenannten Peptiden wird beschrieben, dass sie teils ohne medizinische Begleitung eingesetzt werden, um Muskelaufbau zu beschleunigen und Fettverlust zu erzwingen.
Besonders alarmierend ist die im Beitrag hervorgehobene Selbstverletzungspraxis „Bonesmashing“. Gemeint ist, dass Personen mit der Vorstellung, mechanische Mikroschäden würden Gewebestrukturen umformen, gezielt das eigene Gesicht treffen – etwa auf Bereiche wie Jochbein oder Unterkiefer – und dafür stumpfe Gegenstände verwenden. Der Text ordnet diese Handlungen ausdrücklich als pseudowissenschaftlich begründet ein und macht deutlich, dass die Hoffnung auf „Umstrukturierung“ nicht durch eine sichere, medizinisch nachvollziehbare Grundlage getragen ist. Neben den direkten Traumarisiken werden auch unsaubere oder unsterile Heimverfahren als Gefahrenfeld genannt, etwa bei aggressiven, nicht beaufsichtigten Aufhellungscremes oder kosmetischen Eingriffen, die Infektionen und zusätzliche Gewebeschäden begünstigen können.
Dass sich solche Praktiken in kurzer Zeit verbreiten, liegt laut Einordnung auch an den algorithmischen Mechanismen sozialer Plattformen. Communitys verstärken dabei ästhetische Standards in Form von Zahlen, Ratings und vor allem „Before-and-after“-Bildern, die den Eindruck erzeugen, Fortschritt sei planbar und rein äußerlich messbar. Die Autorinnen und Autoren sehen darin eine Brücke zu weiterer Radikalisierung: Looksmaxxing überschneidet sich häufig mit Teilen der „Manosphere“-Ökosysteme, in denen körperliche Erscheinung als Voraussetzung für romantischen Erfolg, Status und Selbstwert behandelt wird. Wenn die vermittelten Ideale unerreichbar bleiben, können – so die klinische Schlussfolgerung – kognitive Verzerrungen, starke Demoralisierung, depressive Episoden bis hin zu suizidalen Gedanken wahrscheinlicher werden. Gleichzeitig macht der Beitrag darauf aufmerksam, dass junge Männer aus gesellschaftlichen Erwartungsmustern heraus Hemmungen haben können, Belastungen offen zu benennen oder therapeutische Hilfe anzunehmen.
Für die Praxis leiten die Autorinnen und Autoren konkrete Screenings ab, die nicht bei der „Oberfläche“ stehen bleiben. Vorgeschlagen wird eine systematische Abklärung in mehreren Domänen: Erstens nach Störungen rund um Körperbild und Dysmorphie, einschließlich Body Dysmorphic Disorder (BDD) und Muskel-Dysmorphie („bigorexia“). Zweitens nach Essstörungsmustern, etwa restriktivem Essen, zwanghaftem Fasten oder kompensatorischen Strategien, die sich im Gewand von „Cut“-Diäten tarnen. Drittens soll auch der Substanzbereich adressiert werden, also der mögliche Konsum nicht verschriebener anaboler Steroide, Peptide, SARMs oder anderer unregulierter Supplements. Ergänzend gehören psychische Komorbiditäten wie Depression, Angst, soziale Isolation und suizidale Ideation in die Abklärung, ebenso wie körperliche Schäden durch Verletzungen, chronische Weichteilschäden, Infektionszeichen oder hormonelle Dysregulation.
Methodisch setzt der Beitrag auf Harm-Reduction statt auf Abwehr oder Spott. Die Autorinnen und Autoren argumentieren, dass das pauschale Pathologisieren normaler Pflege-, Hygiene- oder Sportgewohnheiten junge Menschen eher entfremden und tiefer in isolierte Online-Umfelder treiben kann. Ziel sei vielmehr, das Anliegen nach Selbstverbesserung anzuerkennen und gleichzeitig die riskanten Ketten zu unterbrechen: pseudowissenschaftliche Erklärungen zu entkräften, biologische Fehlinformationen zu korrigieren und vor dauerhaften strukturellen Schäden zu warnen. Dazu passt auch ein Ansatz zur digitalen Medienkompetenz: Wer lernt, algorithmische Manipulation, Bildbearbeitung und kommerzielle Interessen zu erkennen, kann die Wirkkette zwischen Contentkonsum und gefährlichem Handeln besser durchbrechen. In der Summe wird Looksmaxxing damit als klinisches Kommunikations- und Früherkennungsproblem sichtbar, nicht nur als jugendkultureller Trend.
Für Kinderärztinnen, Jugendmediziner, Dermatologie und psychische Gesundheitsversorgung bedeutet das eine Verschiebung im Alltag: Der Begriff und die typische „Sprache“ der Szene werden Teil der Anamnese, damit der Übergang von „Selbstpflege“ zu riskanter Eskalation rechtzeitig auffällt. Gleichzeitig eröffnet das Vorgehen eine Chance, die Versorgung früher auszurichten – bevor extreme Ernährung, Substanzmissbrauch oder Selbstverletzung zu akuten Komplikationen führen. Aus Branchenperspektive ist das relevant, weil sich solche Communities häufig in Echtzeit entwickeln; klinische Leitlinien müssen daher nicht „gegen“ Trends arbeiten, sondern mit klaren Screening-Schritten und empathischer Gesprächsführung reagieren. Der Beitrag liefert dafür eine strukturierte Grundlage, die auch über Looksmaxxing hinaus zeigt, wie sich KI-/Algorithmus-gestützte Feedbackschleifen in reale Gesundheitsrisiken übersetzen können.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Looksmaxxing: Studie warnt vor psychischen und körperlichen Gesundheitsrisiken" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Looksmaxxing: Studie warnt vor psychischen und körperlichen Gesundheitsrisiken" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Looksmaxxing: Studie warnt vor psychischen und körperlichen Gesundheitsrisiken« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!