LONDON (IT BOLTWISE) – Zwei KI-Modelle haben laut Berichten zwei lange ungelöste Enigma-Nachrichten entschlüsselt, die seit Jahren im Archivkontext hingen. Dabei nutzten die Entwickler KI-gestützte Such- und Rekonstruktionsschritte, inklusive eines eigenen Enigma-Simulators und der Ableitung von Kontextsignalen. Besonders interessant ist, dass die Systeme dabei nicht nur die technischen Enigma-Regeln abbildeten, sondern auch mit historischer Datenbasis arbeiteten. Offen bleibt der Umfang, in dem KI-Modelle dabei auf weitere öffentlich zugängliche Bestände zugegriffen haben.

Der Vergleich mit dem „Turing-Test“ trifft hier eher das Bild als die Technik: Während Alan Turing ursprünglich dafür steht, dass sich menschliche von maschineller Intelligenz über Verhalten unterscheiden lässt, zeigte sich im Enigma-Kontext eine andere Wahrheit. Entscheidend war nicht, ob eine Antwort „menschlich“ klingt, sondern ob ein System Muster in verschlüsselten Daten rekonstruiert und die richtige Abzweigung im Suchraum findet. Genau daran knüpft die jüngste Meldung an, nach der ein Team von Kryptografie-Enthusiasten zwei seit langem ungelöste Enigma-Nachrichten mit Hilfe großer Sprachmodelle (LLMs) entschlüsselt haben.
Im Zentrum steht dabei die Kombination aus KI-gestützter Archivsuche und maschinenahen Modellierungsdetails. Ein Entwickler, Carter Leffen, soll das Modell Astra genutzt haben, um in einer Datenbasis nach einer Enigma-Nachricht zu suchen, die noch „ungebrochen“ ist, und anschließend eine Entschlüsselung anzustoßen. Laut Darstellung verlief der Prozess nicht als reines „Raten“: Astra führte eigene Recherche im Archivkontext durch, nutzte dabei Hinweise aus dem historisch gespeicherten Material, baute einen Simulator für die Enigma-Maschine nach und rekonstruierte schließlich den Klartext einer Nachricht, die Forschende seit 2005 als ungelöst beschrieben hatten. Ergänzend soll Astra aus der Problembeschreibung heraus sogar eine interaktive Website erstellt haben, die die Lösungsschritte und Annahmen nachvollziehbar machen soll.
Der zweite Teil der Geschichte kommt über einen unterschiedlichen Werkzeugkasten. Frode Weirerud betreibt demnach mit Crypto Cellar eine Sammlung und Datenbank zu Enigma-Material, die Ressourcen und Aufzeichnungen bündelt; er habe Leffens Vorgehen zuletzt validiert. Weireruds Einschätzung ist technisch besonders relevant, weil sie zeigt, dass die KI-Ergebnisse nicht nur als „best guess“ stehen bleiben, sondern als rekonstruierbare Entschlüsselung geprüft werden. Gleichzeitig wird die Rolle von KI-Agenten in der Praxis greifbar: In den Modellprotokollen fand Weirerud Hinweise darauf, dass Astra über „private collection“-Bestände sprach, die nicht auf seinen eigenen Servern liegen. Er könne nicht sicher sagen, ob das Modell diese Daten tatsächlich abgerufen hat, spekuliert aber über die Weitergabe durch andere Forschende oder über den Zugriff auf öffentliche Archivbestände in deutscher Verwaltungskontexten.
Die zweite Entschlüsselung ergänzt das Bild: Am 21. September soll ein Kryptanalyst Jack Willis Weirerud kontaktiert haben und berichtet haben, dass er mit dem KI-Modell Claude Opus 5 eine andere ungelöste Nachricht knacken konnte. In der Darstellung wird dabei ein konkreter Hebel sichtbar: Willis habe Claude deutlich mehr Anleitung gegeben, und am Ende habe das Modell die bekannte Signatur eines Offiziersnamens als strukturellen Einstieg genutzt, um die Entschlüsselung erfolgreich zu machen. Damit rückt eine praktische Frage in den Vordergrund, die Unternehmen bei KI-Projekten oft übersehen: Nicht jede Entschlüsselung gelingt „aus sich heraus“, sondern oft erst, wenn die Agenten an den richtigen Stellen Kontexthinweise und Constraints bekommen, die den Suchraum massiv reduzieren.
Historisch betrachtet lohnt der Rückbezug auf die Bombe, also das frühe Entschlüsselungssystem, mit dem das Vereinigte Königreich während des Zweiten Weltkriegs Enigma-Nachrichten übersetzen konnte. Die neue Welle ist aber kein bloßes „KI-Déjà-vu“: Moderne LLMs übernehmen weniger die klassische Signal- oder Hardware-Logik und mehr die strategische Vorarbeit, also Suche, Hypothesenbildung und die Übersetzung zwischen Textkontext und maschinenlesbaren Rechenmodellen. Die Simulator-Ansätze, von denen im beschriebenen Ablauf die Rede ist, funktionieren dabei wie eine Brücke zwischen einer Sprachmaschine und einer regelbasierten Kryptosystem-Welt. Genau diese Kopplung ist in der KI-Entwicklung aktuell ein großer Trend: KI nutzt Simulationen, um plausibelere Kandidaten zu erzeugen, statt nur Text fortzuschreiben.
Aus Marktsicht steckt in der Meldung auch ein Signal für die nächsten Schritte in der KI-Entwicklung. Wenn LLMs in zwei Tagen Schritte liefern können, die bislang als Wochen- oder Monatsarbeit beschrieben wurden, dann verschiebt sich der Wert von KI-Prototyping hin zu reproduzierbaren Workflows: Datenzugriff, Modellkonstruktion, Simulator-Validierung und nachvollziehbare Dokumentation werden zu den Kernbausteinen. Gleichzeitig bleibt der Kernpunkt offen, den Weirerud ausdrücklich anspricht: Wie genau die Modelle mit zusätzlichen Beständen umgehen, die nicht in der eigenen Sammlung liegen, und ob Zugriffe auf öffentlich zugängliche Archive tatsächlich zur Lösung beitragen. Für den praktischen Einsatz heißt das: Teams sollten die Datenquellen und die Modell-Interaktion so auditierbar wie möglich machen, statt Ergebnisse nur „stehen zu lassen“.
Insgesamt bleibt der Enigma-„Footprint“ überschaubar: Es sollen nur noch sieben ungebrochene Enigma-Nachrichten existieren, außerdem eine Nachricht, bei der der Klartext bekannt ist, der Code aber noch nicht gebrochen wurde. Genau an dieser Restmenge zeigt sich, wie stark KI-gestützte Kryptanalyse von einer sauberen Suchraum-Reduktion lebt: Je besser Kontext und Signaturen eingegrenzt werden, desto schneller sinkt die rechnerische Unsicherheit. Ob die verbleibenden Fälle in absehbarer Zeit folgen, ist offen; die technische Richtung ist aber klar. KI wirkt hier nicht als Ersatz für Kryptografie, sondern als Beschleuniger für Recherche, Modellierung und Validierung im Archivkontext.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Astra und Opus knacken bisher ungelöste Enigma-Nachrichten" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Astra und Opus knacken bisher ungelöste Enigma-Nachrichten" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Astra und Opus knacken bisher ungelöste Enigma-Nachrichten« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!