PEKING / LONDON (IT BOLTWISE) – Trotz eines Skandals um den ehemaligen China-Chef Leon Wang hat AstraZeneca sein Geschäft in China schnell stabilisiert. Die Umsätze stiegen um 4 Prozent, angetrieben durch neue Medikamente und strategische Investitionen. Der Pharmakonzern setzt auf eine Doppelstrategie, um den Preisdruck durch Generika abzufedern und seine Marktposition zu stärken.

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat es geschafft, sein China-Geschäft nach einem Skandal um den ehemaligen China-Chef Leon Wang schnell wieder auf Kurs zu bringen. Wang, der im Oktober 2023 wegen mutmaßlich illegaler Arzneimittelverkäufe verhaftet wurde, hinterließ eine Lücke, die das Unternehmen jedoch rasch zu schließen wusste. Im ersten Halbjahr stiegen die Umsätze in China um 4 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar, was auf die Aufnahme neuer Krebsmedikamente in das nationale Erstattungssystem und eine robuste Nachfrage in kleineren Städten zurückzuführen ist.
AstraZeneca verfolgt eine Doppelstrategie, um seine Position in China zu stärken. Einerseits investiert der Konzern in ein 2,5-Milliarden-Dollar-Forschungszentrum in Peking, um seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu intensivieren. Andererseits profitiert das Unternehmen von der Expansionspolitik Wangs, die es ermöglichte, tiefere Verbindungen in Provinzstädte zu knüpfen und Partnerschaften mit lokalen Krankenhäusern zu etablieren. Diese Strategie hat dazu beigetragen, den Preisdruck durch chinesische Generika abzufedern.
Konzernchef Pascal Soriot hat persönlich mehrfach China besucht und im März an einem Treffen mit Präsident Xi Jinping teilgenommen, um das Vertrauen in die Zukunft des Geschäfts zu stärken. Analysten sind optimistisch und sehen das Unternehmen wieder im Wachstumsmodus. Bruce Liu von Simon-Kucher betont, dass AstraZeneca das Schlimmste überstanden habe. Auch die Börse zeigt sich überzeugt, da sich der Aktienkurs von den Einbußen nach Wangs Verhaftung erholt hat.
Die Umstrukturierung an der Spitze hat jedoch Spuren hinterlassen. Wang, der das Geschäft zehn Jahre lang prägte und in Staatsmedien als einer der einflussreichsten chinesischen Manager eines westlichen Konzerns gefeiert wurde, sitzt weiterhin in Haft. Für die Mitarbeiter bleibt sein Fehlen spürbar, trotz stabiler Umsätze und erfolgreicher Produkteinführungen. Die Zukunft des Unternehmens in China scheint jedoch gesichert, da es weiterhin auf Innovation und strategische Partnerschaften setzt.

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