WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – BOC Products & Services AG stellt mit ADOIT 20.0 eine neue Version ihrer Enterprise-Architecture-Management-Suite vor. Im Mittelpunkt stehen Funktionen, die Architekturinformationen leichter auffindbar machen, Prioritäten transparenter machen und Governance-Schritte entlang des Repository-Prozesses unterstützen. Besonders relevant ist der Applikations-Compliance-Check, der Lücken über Zusammenfassungen und Heatmaps vergleichbar macht. Für den Rollout nennt das Unternehmen zudem eine ab sofort verfügbare Bereitstellung für SaaS-Kunden in der BOC AWS Cloud.

BOC Products & Services AG hat mit ADOIT 20.0 eine neue Iteration seiner Enterprise-Architecture-Management-Suite angekündigt, die vor allem an einer typischen Schwachstelle vieler Architekturprogramme ansetzt: Nicht das Modell an sich ist das Nadelöhr, sondern das tägliche Auffinden der relevanten Fakten. In der Mitteilung wird explizit betont, dass ein gepflegtes Repository allein nicht mehr ausreicht, sobald Teams mit Transformationen skalieren und Rollenwechsel oder Zeitfenster die Bedeutung von Informationen verändern. Genau deshalb legt ADOIT 20.0 den Fokus auf miteinander verbundene Funktionen für Suche, Transparenz, Governance und Applikationsbewertung – ein Ansatz, der eher an die Arbeitsrealität von Architektur- und Fachbereichen angepasst ist als an das reine Datenhalten.
Die zentrale Neuerung ist eine optimierte Suche, die sich laut Beschreibung weniger an statischen Suchbegriffen orientiert, sondern dynamisch bleibt. Konkreter: Dynamische Filter sollen sich an die aktuelle Person oder das aktuelle Datum anpassen. Damit wird eine wiederkehrende Recherche nicht jedes Mal in eine neue manuelle Filter-Logik gezwungen, wenn sich Verantwortlichkeiten oder Zeiträume ändern. Für die Umsetzung im Produkt dürfte das auch Auswirkungen auf Metadaten und Suchindizes haben, weil die Treffer nicht nur inhaltlich, sondern kontextsensitiv gerankt oder eingegrenzt werden müssen. Für Architekturteams reduziert das den Pflegeaufwand, weil Suchresultate weniger davon abhängen, dass einzelne Nutzer: innen ihre Filter jedes Mal neu konfigurieren.
Parallel dazu verschiebt ADOIT 20.0 den Blick weg von „einmal konfigurieren, dann liegen lassen“ hin zu personalisierten Ansichten. Neue, konfigurierbare Dashboards sollen Architekturdaten in einer personalisierten Sicht bündeln, wobei flexible Widgets festlegen, welche Inhalte angezeigt werden, wie sie visualisiert werden und wie das Dashboard angeordnet ist. Wichtig ist dabei weniger der Bildschirm-Effekt als der Workflow: Die Mitteilung nennt, dass die fertige Konfiguration gespeichert und geteilt werden kann. In der Praxis bedeutet das, dass sich Teams auf wiederverwendbare Dashboard-Standards einigen können – etwa nach Architekturdomänen oder nach Verantwortungsbereichen – und Entscheidungen nicht jedes Mal aus dem Bauch heraus interpretieren müssen, nur weil die Darstellung einmal anders gewählt wurde.
Der zweite große Funktionsblock adressiert Governance direkt am Repository: Forms-Freigaben sollen vorgeschlagene Änderungen prüfen lassen, bevor sie umgesetzt werden. Damit wird eine kontrollierte Änderungsstrecke eingeführt, die Verantwortlichkeiten klarer macht und die Konsistenz der Architekturdaten erhöhen soll. Ergänzend kommt der Arbeitsbereich für den Applikations-Compliance-Check hinzu. Hier werden Applikationen anhand definierter Prinzipien, Vorgaben und Anforderungen bewertet; Zusammenfassende Ansichten und Heatmaps machen Lücken sichtbar und erlauben den Vergleich von Ergebnissen. Für Unternehmen ist das relevant, weil Compliance in Architekturprogrammen oft erst spät „sichtbar“ wird – wenn also schon technische Schulden oder Priorisierungsdebatten eskalieren. Ein frühzeitig vergleichbarer Compliance-Status kann dagegen helfen, Verbesserungen dort zu priorisieren, wo sie laut Darstellung am dringendsten benötigt werden.
Technisch positioniert BOC ADOIT 20.0 außerdem auf einer modernisierten Laufzeitbasis: Das Release baut laut Mitteilung auf einer modernen, vollständig containerisierten Linux-basierten Grundlage auf. Für Betreiber kann das bedeuten, dass sich Umgebungen konsistenter bereitstellen lassen, während Bereitstellungsoptionen, ein offenes Datenmodell und Sicherheit auf Enterprise-Niveau erhalten bleiben sollen. In der gleichen Passage wird der Rollout konkretisiert: Das neue Release ist ab sofort für SaaS-Kund: innen in der BOC AWS Cloud verfügbar. Damit wird Enterprise-Architecture-Management stärker in Richtung planbarer Bereitstellung und wiederholbarer Updates bewegt – ein Punkt, der insbesondere dann zählt, wenn Architekturmodelle nicht nur von einer zentralen Rolle genutzt werden, sondern Teil eines größeren Ökosystems aus Anwendungen und Schnittstellen sind.
Auch wenn ADOIT 20.0 in der Meldung als „Version 20.0“ auftritt, liest sich die Logik dahinter wie eine konsequente Fortsetzung des bisherigen EAM-Gedankens: Informationen sind nicht nur zu sammeln, sondern so zu orchestrieren, dass Teams sie in Entscheidungen überführen können. Die genannten Bausteine – dynamische Filter, teilbare Dashboards, formbasierte Freigaben und ein complianceorientierter Bewertungsarbeitsbereich – greifen dabei wie ein durchgehender Prozess: von „finden“ über „bewerten“ bis „freigeben“. Für Organisationen heißt das, dass Architektur nicht länger an der Frage scheitert, wer welche Daten gerade sehen darf oder wie konsistent die Interpretation im Alltag ist. Entscheidend wird nun, wie schnell sich solche Workflows in bestehenden Architekturpraktiken integrieren lassen und ob die neuen UI- und Governance-Mechaniken spürbar weniger Reibung erzeugen, wenn mehrere Teams parallel an Roadmaps und Applikationslandschaften arbeiten.
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