WASHINGTON / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In einem bedeutenden Schritt im laufenden Kartellrechtsverfahren gegen Google hat die US-Regierung Nick Turley, den Produktchef von ChatGPT, als Zeugen benannt. Diese Entscheidung zielt darauf ab, die Barrieren zu beleuchten, denen sich Googles Wettbewerber gegenübersehen.

Alphabet und OpenAI: ChatGPT-Produktchef sagt im US-Verfahren gegen Google aus
Alphabet und OpenAI: ChatGPT-Produktchef sagt im US-Verfahren gegen Google aus (Foto: IT BOLTWISE)
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Die US-Regierung hat sich in ihrem Kartellrechtsverfahren gegen Google dazu entschlossen, Nick Turley, den Produktchef von ChatGPT, als Zeugen zu benennen. Ziel ist es, die enormen Markteintrittsbarrieren aufzuzeigen, denen sich Googles Wettbewerber gegenübersehen. Diese Entscheidung folgt auf ein wegweisendes Gerichtsurteil im August, das Google eine Monopolstellung im Bereich der Suche zuschreibt.

Während Google gegen dieses Urteil Berufung einlegt, fordert das Justizministerium nun, dass das Gericht über mögliche Sanktionen entscheidet. Zu den diskutierten Maßnahmen gehören die Abspaltung von Chrome oder ein zehnjähriges Verbot, neue Browserprodukte auf den Markt zu bringen. Um seine Position zu stärken, hat das DOJ verschiedene Google-Konkurrenten wie OpenAI, Microsoft und Perplexity hinzugezogen.

Nick Turley, ein hochrangiger OpenAI-Manager, wird als Zeuge für die US-Regierung aussagen. Google hat in einem rechtlichen Schriftsatz vom 16. Januar darauf hingewiesen, dass Turley von den Klägern handverlesen wurde, um im Namen von OpenAI auszusagen. Die genauen Themen, zu denen Turley befragt werden soll, umfassen die Beziehung von generativer KI zu Suchzugriffspunkten, Verteilung, Markteintrittsbarrieren und Datenaustausch.

Der Begriff „Suchzugriffspunkte“ bezieht sich auf Produkte wie Google Chrome, die Menschen zum Surfen im Internet nutzen. Interessanterweise hat ChatGPT im Oktober 2024 seinen eigenen KI-Suchbrowser auf den Markt gebracht. Um sich auf Turleys Aussage vorzubereiten, hat Google OpenAI zur Herausgabe von Dokumenten im Zusammenhang mit dem Fall vorgeladen.

Zwischen den beiden Unternehmen ist ein Streit darüber entbrannt, in welchem Umfang OpenAI Beweise liefern soll. Google kritisierte OpenAI in einem Schriftsatz vom 16. Januar dafür, dass es „erstaunlich wenige Dokumente“ vorgelegt habe. OpenAIs Anwälte konterten, dass Googles Forderungen nach Dokumenten von Führungskräften wie CEO Sam Altman ein „Trojanisches Pferd“ seien, um OpenAI-Führungskräfte zu belästigen.

OpenAI hat zugestimmt, einige Dokumente aus Turleys Arbeitsunterlagen zu teilen, die sich mit der Strategie von OpenAI zu KI-Produkten, der Integration von KI in suchbezogene Produkte und der Partnerschaft mit Microsoft befassen. Google hingegen fordert mehr Dokumente von weiteren Führungskräften, da die Abhängigkeit von Turley Google benachteiligen würde, da er ein von der US-Regierung ausgewählter Zeuge ist.

Google verlangt auch Dokumente von OpenAI, die vor dem Start von ChatGPT im November 2022 entstanden sind, da diese möglicherweise Turleys Aussage über Markteintrittsbarrieren untergraben könnten. OpenAI argumentiert jedoch, dass so alte Dokumente die aktuelle KI-Landschaft nicht sinnvoll repräsentieren können. Beide Seiten scheinen in einer Sackgasse zu stecken, und OpenAI hat das Gericht gebeten, den vollen Umfang der von Google angeforderten Beweise abzulehnen.


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